Weihnachtsgeschäft ade? Gutscheine, Umtausch und Co. beschäftigen Chamer Einzelhandel

Von Marius Göhl · 7. Januar 2026 um 05:00

Wenn der Weihnachtstrubel vorbei ist, kehrt im Chamer Einzelhandel noch lange keine Ruhe ein. Zwischen den Jahren nutzen viele Kunden die Zeit, um Gutscheine einzulösen, Geschenke umzutauschen oder ihr Weihnachtsgeld auszugeben. Das Weihnachtsgeschäft selbst verlief dabei nicht überall gleich – die Bilanz der Händler fällt unterschiedlich aus.

Video ansehen

Mode- und Möbelhaus Frey

In den Mode- und Möbelhäusern von Frey blickt Helmut Hagner, Leiter der Unternehmensgruppe, auf ein schwieriges Weihnachtsgeschäft zurück. Vor allem die allgemeine konjunkturelle Lage dämpfte Hagners Erwartungen bereits vor dem eigentlichen Start. „Man muss momentan mit allem zufrieden sein. Es lief nicht so wie in den vergangenen Jahren. Das Weihnachtsgeschäft war schon deutlich von der Konsumzurückhaltung geprägt“, sagt Hagner.

Aber auch die zeitliche Verzerrung sei eine Herausforderung. Durch Aktionen wie den Cyber Monday oder den Black Friday werde sehr viel Geschäft bereits vor Weihnachten vorweggenommen. Dennoch suchten auch zur staden Zeit viele Menschen den Laden vor Ort auf. Bei Frey waren es wieder die Klassiker, die die Kunden unter den Christbaum packten. „Wäsche, Schmuck, Lederwaren, Deko, Tassen – alles, was man eben so braucht“, verrät Hagner.

Auch er griff für seine Familie auf Geschenke von Frey zurück. Socken, einen Schlafanzug und ein Teil aus der Haushaltsabteilung landeten im Hause Hagner unter dem Baum. Nach Neujahr beginnt die Zeit der Retouren, wobei diese bei Frey überschaubar ausfiele. „Manche Sachen waren in der falschen Größe, manches hat nicht gefallen. Es ist ein ganz normales Umtauschverhalten. Da gibt es keinen Unterschied zu den anderen Jahren“, sagt Hagner.

Schmuckgeschäft Garten Eden

Beim Schmuckgeschäft Garten Eden bemerkte Inhaberin Gaby Reittinger hingegen fast nichts von der schwächelnden Konjunktur. „Ich bin sehr zufrieden. Es war entspannt. Es war nicht weniger, aber es hat sich besser verteilt“, sagt Reittinger. Einige ihrer Kunden hätten sich bereits ab September auf die Suche nach dem passenden Geschenk begeben.

Ketten und Ohrringe waren bei Garten Eden sehr gefragt. - Foto: Marius Göhl

Den Abschluss für das gelungene Weihnachtsgeschäft lieferte der 22. Dezember. „Das ist immer der umsatzstärkste Tag – egal in welchem Jahr. Heuer war es ein Montag. Ich glaube, das war dann für die Leute ganz praktisch, dass es sich auch mit anderen Einkäufen ausgeht“, sagt die Inhaberin. Besonders gefragt seien Ketten und Ohrringe mit austauschbaren Anhängern gewesen.

Außerdem profitierte Reittinger von ihrem preisgünstigeren Segment in ganz besonderer Weise. „Meine Kunden sind eigentlich die, die sagen, dass sie sich nichts schenken“, schmunzelt Reittinger. Auch in Hinblick auf Retouren ist die Inhaberin entspannt. „Das sind ganz Wenige - nicht mal zehn Leute, die da kommen.“

Bekleidungsgeschäft Gruber

Auch Magdalena Gruber, Geschäftsführerin des Modehauses Gruber, zeigt sich mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. „Die Zeit vor Weihnachten ist immer Stress, aber im positiven Sinne“, sagt Gruber. Dies lag auch an der Zeitspanne, in der ihre Kunden für den Geschenkekauf kamen.

Strickpullover kauften viele Kunden im Modehaus Gruber. - Foto: Marius Göhl

„Es hat ein bisschen später angefangen und war somit umso heftiger. Das ist aber von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Die fünf Wochen vor Weihnachten geht es dann richtig rund“, sagt die Geschäftsführerin. Auch bei Gruber gab es Geschenke aus dem eigenen Laden. „Wir schenken uns schon immer was aus dem Geschäft. Das ist ja naheliegend“, schmunzelt Gruber. Auch in ihrem Modehaus gebe es wenig Kunden, die Geschenke zurückgeben wollen.

Die Zeit zwischen den Jahren ist für die Geschäftsführerin dennoch keinesfalls zu unterschätzen. „Bei uns ist nach Weihnachten viel los. Die Leute haben noch Urlaub. Die Tage sind fast genauso wichtig wie die vor Weihnachten – manchmal sind sie sogar noch stärker, weil die Leute Zeit und das Weihnachtsgeld haben“, sagt Gruber.

Kaffeerösterei Chamer Land

Wer Kaffeeliebhaber beschenken wollte, wurde in der Kaffeerösterei Chamer Land fündig. Passend zur kalten Jahreszeit bietet das Inhaber-Ehepaar Jürgen und Avou Wittmann Weihnachts- und Winterkaffees an. Einen Bestseller kann Jürgen Wittmann nicht benennen – auch weil sein Laden von vielen Stammkunden besucht werde.

Ihre Wintersorten bietet Avou Wittmann mit ihrem Mann Jürgen in der Kaffeerösterei Chamer Land an. - Foto: Marius Göhl

„Es war eigentlich wie üblich. Wir sind eine Kaffeerösterei. Wir haben Kaffee, Tee und Schokolade“, sagt Wittmann auf die Frage nach den meistgekauften Geschenken. Eine Veränderung gegenüber den Vorjahren bemerkte der Inhaber auch im Hinblick auf das Geschäft nicht. „Klar, Weihnachten ist dann nochmal 30 bis 40 Prozent stärker im Umsatz. Aber auch im Sommer gibt es immer wieder Hochphasen“, sagt er.

Auch Wittmann habe bei der Wahl nach Geschenken im Familien- und Bekanntenkreis auf Ware aus seinem Laden gesetzt. Einen Anstieg im Geschäft nach den Feiertagen hat er hingegen nicht bemerkt. Auch in der Kaffeerösterei Chamer Land griffen viele Kunden auf Gutscheine zurück. Diese würden aber über das ganze Jahr eingelöst werden. Retouren hingegen seien äußerst unüblich.