Neue Chance für Altkleider-Container: Stadt Burglengenfeld vereinbart mit Firma aus Landau Regeln

Altkleider-Sammelstellen waren auch in der Stadt Burglengenfeld im Jahr 2025 ein wachsendes Ärgernis. Vor allem am Parkplatz neben dem Eislaufgelände wurden die Folgen einer unausgegorenen EU-Richtlinie und nachlassenden Umweltbewusstseins deutlich. Doch 2026 soll alles besser werden.
Wie berichtet, war Anfang vergangenen Jahres eine Richtlinie der Europäischen Union in Kraft getreten, die zur getrennten Sammlung von Alttextilien verpflichtet. Auch kaputte Kleidung und Bettwäsche sollten demnach nicht mehr zum Restmüll gegeben, sondern anderweitig entsorgt werden.
Behälter in Burglengenfeld quollen über
Die Folge: Viele Bürger wagten es nicht mehr, ihre ausrangierten, kaputten Klamotten in die graue Tonne zu stopfen, sondern luden das Material dort ab, wo Firmen und Hilfsorganisationen Sammelcontainer aufgestellt haben. Die Behälter quollen alsbald über, Säcke platzten auf, und es sah immer häufiger aus wie auf einer Müllhalde.
Das war der Beginn eines Teufelskreises. Immer mehr Betriebe, die sich auf das Sammeln von Altkleidern spezialisiert hatten, zogen die Konsequenzen. Container wurden abgebaut – oder aufgegeben. So zum Beispiel am öffentlichen Parkplatz neben dem Eislaufgelände in Burglengenfeld. Selbst die Stadtverwaltung wusste am Ende nicht mehr, wem die beigen Metallbehälter gehörten.
Jeden Tag ein Kampf
Recherchen der Redaktion haben ergeben: Das Familienunternehmen Brunner Recycling aus Landau an der Isar hat sie vor einigen Monaten von einer kleinen Firma übernommen. Das Geschäft sei sehr hart geworden, berichtet Juniorchef Matthias Brunner. Aufgrund der Materialflut seien die Preise, die durch die Weiterverwertung erzielt werden könnten, extrem gesunken. Hinzu kämen gestiegene Kosten, weil immer mehr Müll zu entsorgen sei.
Es bewegt sich was. Step by step wollen wir die Container-Standorte aufwerten. Auch gibt es jetzt klare Regeln für die Entsorgung von Abfall.Matthias Brunner, Juniorchef von Brunner Recycling
Kurzum: Man kämpfe Tag und Nacht, um der Probleme Herr zu werden und am Markt zu bestehen. In ganz Südostbayern seien ohnehin nur noch zwei Firmen auf diesem Gebiet aktiv. Brunner setzt sich nach eigener Darstellung seit 2011 für nachhaltiges Textilrecycling ein. An der Schnittstelle zwischen Kommunen, Bürgern und internationalen Sortierbetrieben sorge man dafür, dass „jede tragbare Textilie ihren Weg in die Wiederverwendung findet“. Sortierte, tragbare Kleidung wird laut Brunner nach wie vor als Secondhand-Ware weitergegeben. Der Rest wird zu Putzlappen, Dämmmaterial oder recycelten Fasern verarbeitet.
Lage an vielen Standorten ist weiter desolat
Zwar wurde die eingangs erwähnte EU-Richtlinie zwischenzeitlich angepasst, sodass kaputte Textilien doch wieder in den Restmüll geworfen werden dürfen. Herumgesprochen hat sich das aber offenbar noch nicht. Die Lage an vielen Container-Standorten ist jedenfalls weiter desolat.
Um das zu ändern, sucht Brunner das Gespräch mit den Kommunen. So will der Familienbetrieb, der in über 200 bayerischen Kommunen präsent ist, erreichen, dass Sammelplätze möglichst günstig liegen, gepflegt aussehen und eventuell auch beleuchtet werden.
Gespräche verliefen konstruktiv
Dadurch wachse die Scheu, Dinge abzuladen, die entweder in die graue Tonne gehörten oder in den Sperrmüll, ist Brunner überzeugt. Momentan sei das Gegenteil der Fall: Verwahrloste Orte würden geradezu als Einladung verstanden, Unrat abzulegen. Niemand fürchte, zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Auch mit Stadtbaumeister Franz Haneder hat Brunner mittlerweile Gespräche geführt. Sie seien konstruktiv gewesen und hätten konkrete Ergebnisse gebracht. Demnach sollen die bestehenden Container-Plätze im Rahmen der Möglichkeiten aufgewertet werden. Ordnung und Sauberkeit wolle man unbedingt gewährleisten. Dabei sei vertraglich mit Jahresbeginn klar geregelt, welche Hinterlassenschaften von Brunner und welche vom kommunalen Bauhof zu beseitigen seien.
Stärker vertreten denn je
Als weiteren Erfolg nennt Brunner einen neuen Container-Standort im Naabtalpark. So sei Brunner-Recycling in Burglengenfeld insgesamt noch stärker präsent – in Summe mit zehn Behältern. Zusätzliches Licht und Überwachungskameras wird es allerdings vorläufig nirgends geben, räumt Brunner ein. Erst wolle man sehen, wie sich die Vereinbarungen auswirkten. Notfalls werde aber weiter nachgebessert.
Auch den Zweckverband im Städtedreieck hat das Thema Altkleider-Recycling 2025 stark beschäftigt. Wie Geschäftsführer Sebastian Hauser bestätigt, wurde die Zahl der Sammelcontainer am interkommunalen Wertstoffhof von vier auf acht verdoppelt. Das Landratsamt Schwandorf habe eine Firma aus Bremen damit beauftragt. Auch Maxhütte-Haidhof, das zusätzlich einen Wertstoffhof betreibt, habe aufgestockt.
Man werde nun sehr genau verfolgen, wie sich die Dinge entwickeln, versichert Hauser. Sollte es weiterhin Probleme mit Vermüllung geben, werde er Kontakt zur Kreisbehörde und zur Entsorgungsfirma suchen und sich um eine „andere Lösung“ bemühen.
Bei der Kleiderkammer läuft es
Neben privaten Unternehmen, die Altkleider sammeln, gibt es im Städtedreieck auch Organisationen wie das Bayerische Rote Kreuz oder die Kolpingsfamilie, die auf diesem Gebiet tätig sind. Doch auch für sie wurde das Engagement zuletzt immer unattraktiver. Es lassen sich kaum noch Einnahmen erzielen.
In der Kleiderkammer in Burglengenfeld läuft der Betrieb nach wie vor gut, bestätigt der Geschäftsleiter des Zweckverbands Städtedreieck, Sebastian Hauser. Die Spendenbereitschaft habe in den zurückliegenden Jahren „enorm zugenommen“, und die Qualität sei noch immer erfreulich. Manchmal komme es vor, dass sogar neu gekaufte Ware abgegeben werde, berichtet Hauser. Die Menschen, die sich an die Kleiderkammer wenden, achteten meist sehr darauf, dass ihre Artikel akzeptabel seien. Hauptabnehmer seien das Frauenhaus, die Ukrainehilfe, Kindergärten und die Obdachlosenhilfe Regensburg.