Maxhütter fordert Böller-Verbotszonen für Heime – Rathauschef will erst vorfühlen

Wenn es um das Silvesterfeuerwerk geht, so haben dessen Anhänger im Städtedreieck im Landkreis Schwandorf weiter weitgehend freie Hand. Die 1. Bürgermeister aus Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Teublitz haben sich jüngst gegen besondere Einschränkungen ausgesprochen. Zu Verbotszonen gebe es schlicht keine Notwendigkeit, so die Botschaft. Doch am Dienstag stieß diese liberale Haltung auch auf Kritik.
Mit Peter Eberhardt meldete sich der Vorsitzende des Tierschutzvereins im Städtedreieck zu Wort, um speziell Aussagen von Maxhüttes Bürgermeister Rudolf Seidl infrage zu stellen.
Der UWM-Politiker hatte erklärt, in seiner Stadt gebe es keinen Anlass, Verbotszonen einzurichten. Größere Menschenansammlungen fänden nicht statt, und besonders gefährdete Denkmäler gebe es auch keine. Ein Verbot, „nur weil man gegen Knallerei ist“, würde eine unzulässige Einschränkung der Handlungsfreiheit der Bürger bedeuten, argumentierte Seidl.
Damit liegt der Rathauschef laut Eberhardt aber nicht ganz richtig. Der Tierschützer verweist auf eine tatsächlich seit langem existierende, bundesweit geltende Grundregel, nach der Feuerwerk in „unmittelbarer Nähe“ von Kirchen, Krankenhäusern und Seniorenheimen untersagt ist. Dadurch sollen besonders sensible Personen vor Krach, Feinstaub und Brandgefahr geschützt werden. Zwar ist nicht genau definiert, was mit „unmittelbarer Nähe“ gemeint ist, doch gestatte es das Gesetz Kommunen ausdrücklich, bestimmte Verbotszonen festzulegen, hat Eberhardt in Erfahrung gebracht.
Wie stark leiden Heimbewohner unter Krach und Staub?
Er selbst wohnt im Herzen von Maxhütte-Haidhof, unweit der Sozialen Dienstleistungen Dr. Loew und des Seniorenheims Korian. Beide liegen nur rund Hundert Meter voneinander entfernt und leiden laut Eberhardt jedes Jahr unter massiver Böllerei. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Stadt dem nicht schon längst einen Riegel vorgeschoben habe.
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Damit konfrontiert, erklärte Bürgermeister Seidl, ihm seien aus den genannten Einrichtungen keine Klagen über Silvesterfeuerwerk und -knallerei bekannt. Und solange sich niemand beschwere, wäre eine Verbotszone unangebracht. Seidl sagte aber zu, die Situation heuer genauer zu beobachten und im neuen Jahr Kontakt mit den Einrichtungsleitern aufzunehmen. Je nachdem sei er bereit, das Thema Verbotszonen im Stadtrat zur Diskussion zu stellen und zu erörtern, für welche Straßen diese konkret gelten könnten. Er alleine werde darüber gewiss nicht entscheiden.
Eberhardt nahm’s erfreut zur Kenntnis. Für den Tierschützer, der neben einem Hund auch mehrere Katzen und Hasen sein Eigen nennt, bedeutet Silvester stets eine Herausforderung. „Ich muss die Tiere schwer bewachen und ihnen immer wieder gut zureden.“ Beruhigungstropfen setzt er nicht ein, stattdessen wird „alles so gut es geht abgedichtet“.