Furth im Walds Bürgermeister Sandro Bauer über seine Jahreshöhepunkte

Egal, wann man Bürgermeister Sandro Bauer im Vorfeld der Landesgartenschau gefragt hat – er stand immer unerschütterlich zu seiner Aussage: „Alles wird rechtzeitig fertig.“ Stimmt ja auch. In seinem persönlichen Jahresrückblick verrät er jetzt, dass es da doch einmal ein kleines Zucken gegeben hat. Außerdem, sagt er, habe vorher nicht einmal seine Frau gewusst, dass er heuer zum letzten Mal als Chamerauer auf der Bühne gestanden hat.
Wenn er sich erinnert, dann hat es mit Blick auf die Landesgartenschau Furth im Wald (LGS) viele Höhepunkte und Meilensteine gegeben. „Einer war sicher die Parkarena, als das letzte Element eingehoben wurde“, sagt der Further Rathauschef.
Ein historischer Moment
Natürlich gehören der Eröffnungstag dazu oder die zahllosen Veranstaltungen, die immer herausragend gut besucht waren. „Die Stimmung war fantastisch“, schwärmt er bis heute. Für denjenigen, der nicht über so viele Jahre tief in der Materie gesteckt hat, ist es kaum nachvollziehbar, wenn Bauer bei einem anderen Ereignis von einem historischen Moment spricht. Für ihn war das der Tag, als das Postgartengassl eingeweiht wurde. Der Lauf der Pastritz, wie er jetzt angelegt ist, wird dort seiner Überzeugung nach die nächsten einhundert Jahre so fortbestehen.
Ein weiterer Höhepunkt, der über die Zeit bestehen bleiben möge, ist die positive Grundhaltung, die im Jahr 2025 ganz Furth im Wald ergriffen hat. Schon häufig hat Bauer das Engagement der Ehrenamtlichen als die größte Bürgerbewegung in der Drachenstadt bezeichnet. „Gerade mit unserem Ehrenamtskoordinator Uwe Neumann hat das eine unglaubliche Dynamik bekommen.“ Aus allen Interessensgruppen sind die Bürger für die eine große Sache LGS zusammengekommen, wollten dabei sein und Furth im Wald repräsentieren. „Das ist ein unglaublicher Schatz für unsere Stadt. Den gilt es zu bewahren.“ Das zu tun, daran wird im Moment schon gefeilt. Es soll dabei die höchste Wertschätzung für alle Beteiligten zum Vorschein kommen (wir berichteten mehrfach).
Wenn man über den Stadtrand hinaus blickt, dann habe die LGS auch den Zusammenhalt der Kommunen im Landkreis gestärkt. Waren am Anfang einige Nachbarbürgermeister noch nicht sonderlich am Veranstaltungsreigen interessiert, so habe sich das schnell geändert, als die Kunde ging, wie toll der Landkreispavillon hinter der Schützenhalle frequentiert war. Schlussendlich war es ein Projekt mit zahllosen Veranstaltungen aus allen Gemeinden.
Gab es denn auch diesen einen negativen Höhepunkt im Landesgartenschaujahr? Das zwar nicht, aber zumindest einen mulmigen Moment, als im Februar, also zwei rund Monate vor Beginn des 137-tägigen Sommerfestes, die Geländer für den Brückenring noch nicht gesetzt waren. Da war kurzzeitig infrage gestellt, ob es noch rechtzeitig fertig wird. Hintergrund: Zu diesem Zeitpunkt mussten langsam die schweren Maschinen aus dem Gelände weichen, weil ja mit der Begrünung und Bepflanzung begonnen wurde. Doch wieder einmal hat sich gezeigt, was während der gesamten Bauphase zu sehen war. Alle Beteiligten haben Lösungen gefunden. So haben die Stahlbauer nur noch kleine Bagger benutzt, mit denen man auf den Wegen fahren konnte. „Nicht einer hat gesagt, das geht jetzt nicht mehr. Jeder hat mitgemacht und gefragt, wo er anpacken kann.“ Man habe ausschließlich Top-Firmen gehabt und mit Josef Beer, Ulrich Dölker und Stefan Göde ein Bauleiterteam, das mit schnellen und richtigen Entscheidungen maßgeblich Weichen gestellt hat.
Ein weiteres einscheidendes Erlebnis war der Schlussakkord in Bezug auf seine Rolle als Chamerauer. Schon seit drei Jahren hatte er sich mit dem Gedanken getragen aufzuhören. Erstmals, als seine Tochter Rebecca die Rolle der Ritterin übernommen hat. „Auch wenn das persönlich gar kein Problem war, ich habe das rein aus der Rolle heraus gesehen.“

40 Jahre sind genug
Jetzt im Jahr 2025 sind 40 Jahre Drachenstichbühne komplett. Ein guter Zeitpunkt aufzuhören, hat er gedacht. Gesagt hat er das niemandem, nicht einmal seiner Frau Tanja. Die hat es am Abend nach der Veranstaltung erfahren. Nach dem letzten Auftritt hat er das Mikro abgegeben und dann zu ihr gesagt: „So, das war es jetzt.“ Die Rolle habe ihm unglaublich viel Spaß gemacht, aber es sei der richtige Zeitpunkt aufzuhören, wenn die anderen es noch bedauern. Ein privater Höhepunkt war für ihn und seine Tanja ein Kurzbesuch in Rom. „Es ist schon ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man durch die Heilige Pforte im Petersdom geht.“
Im Jahr 2026 steht die Kommunalwahl an. Bauer möchte noch einmal ins Bürgermeisterbüro einziehen. Es gibt in seinen Augen noch viel zu tun. „Die Zeit bleibt nicht stehen.“ Angefangene Projekte müssen abgeschlossen, neue begonnen werden. Ganz persönlich hat er sich mit dann 57 Jahren vorgenommen, achtsamer mit sich umzugehen. So ein Amt lasse nicht viel Zeit für Freizeit und Sport. „Das ist ein Punkt, auf den man sich besinnen muss.“