„Hungrig bleiben“: Krones-Chef verrät, wie der Branchen-Primus in die Zukunft blickt

Krones ist nicht nur der Branchen-Primus, wenn es um Ingenieurtechnik in der Getränkebranche geht. Das Unternehmen aus dem Landkreis Regensburg wird derzeit angesichts der eher schleppenden Wirtschaftsdynamik in Deutschland ungläubig bestaunt: Die Auftragszahlen sind ebenso hervorragend wie die Entwicklung von Umsatz und Rendite. Kein Wunder also, dass viele wissen wollen, was Krones richtig macht.
Die Mediengruppe Bayern hat den Vorstandsvorsitzenden der Krones AG, Christoph Klenk, gebeten, zum Ende des Jahres eine Bilanz über das Jahr zu ziehen – und einen Ausblick auf das kommende Jahr für sein Unternehmen zu wagen.
Der CEO sieht in den aktuellen geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten eine Herausforderung für sein Unternehmen. „Globale Spannungen – etwa der anhaltende Krieg in der Ukraine und die äußerst angespannte Situation im Nahen Osten, wirtschaftliche Unsicherheiten wie etwa die eingeführten Zölle der USA und technologische Umbrüche haben gezeigt, wie wichtig es ist, flexibel zu bleiben und sich situativ auf neue Rahmenbedingungen einzustellen“, so Klenk.
Krones profitiert von bestimmten globalen Entwicklungen
Trotz dieser Herausforderungen betont Klenk, dass Krones von bestimmten globalen Entwicklungen profitiert. Das Unternehmen sei auf langfristig wachsenden Märkten tätig, die grundsätzlich weniger von konjunkturellen Schwankungen betroffen sind. Der Krones-Chef sieht in der steigenden Weltbevölkerung, der zunehmenden Mittelschicht und der Urbanisierung eine kontinuierlich wachsende Nachfrage nach abgepackten Getränken. „Bis 2028 wird der globale Getränkekonsum pro Jahr um durchschnittlich rund drei Prozent wachsen“, so Klenk.
Und weiter: „Mit der zunehmenden Nachfrage nach abgepackten Getränken steigt auch der Bedarf an innovativer Abfüll- und Verpackungstechnik sowie an Prozesstechnologie- und Intralogistiklösungen. Davon profitiert Krones.“
Herausforderungen für das eigene Unternehmen
Allerdings sieht er auch Herausforderungen für das eigene Unternehmen. Neue Anbieter, insbesondere aus China, erhöhen den Druck im Markt. „Neue Anbieter in Europa, Nordamerika und insbesondere China treten auf und verschärfen den Druck im Markt. Wir müssen hier innovativ bleiben und Kostendisziplin wahren, um unsere Position auch in Zukunft zu behaupten“, so Klenk.
Rückblickend auf das Jahr 2025 zieht er eine gemischte Bilanz. Das Jahr sei von Wandel und unterschiedlichen Herausforderungen geprägt gewesen. Trotzdem hebt der Manager die Präsenz von Krones auf der Leitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industry, der Drinktec in München, als positives Highlight hervor. „Dort haben wir eindrucksvoll gezeigt, wie stark unsere Innovationskraft ist – und wie sehr unser Teamgeist, insbesondere dargestellt am Beispiel der neuen voll automatisierten und vernetzten Linie der Zukunft namens ,Ingeniq‘ wirkt.“
Dennoch positiver Blick in die Zukunft
Dem Jahr 2026 sieht er dennoch positiv entgegen: „Das Geschäftsumfeld bleibt weiterhin herausfordernd. Ich bleibe aber realistisch optimistisch. Die Basis dafür wurde ja zum Teil im laufenden Geschäftsjahr gelegt“, so Klenk.
Das Geschäftsumfeld bleibt weiterhin herausfordernd. Ich bleibe aber realistisch optimistisch.Christoph Klenk, Vorstandsvorsitzender Krones AG
Abschließend äußert der Krones-Chef seinen Wunsch für das kommende Jahr: „Ich denke, wir müssen weiterhin hungrig bleiben. Wir stehen derzeit vor einigen Herausforderungen, bei denen es darum geht, Szenarien zu definieren, die uns die nötige Flexibilität geben, eine tragfähige Zukunft zu gestalten.“
Er fordert Politik, Medien und Wirtschaft auf, entschlossen, leistungsfähig, motiviert und effizient ihre Ambitionen und Ziele voranzutreiben. „,Hungrig bleiben‘ ist in diesem Kontext als Redewendung zu verstehen und bedeutet für uns alle in Politik, Medien und in der Wirtschaft: Entschlossen, leistungsfähig, motiviert und effizient unsere Ambitionen und Ziele voranzutreiben“, so Klenk.