Donikkls Fliegerlied-Knatsch mit Helene Fischer: „Für sie zählt der schnelle finanzielle Erfolg“

„Heute is’ so a schöner Tag!“ An diesen Refrain im Fliegerlied dachte Donikkl weniger, als er von der Neuauflage seines Hits durch Helene Fischer erfuhr. Der Schlagerstar coverte den Song, erwähnte den Ihrlersteiner Schöpfer des Liedes aber nur am Rand. Bis heute hat die millionenschwere Sängerin darüber kein Wort verloren.
Video aus dem Jahr 2018
Helene Fischer, mittlerweile Mutter von zwei Töchtern, hat die Musik für den Nachwuchs für sich entdeckt. Passend zur Jahreszeit veröffentlichte sie jüngst mit „Die schönsten Kinderlieder – Winter- und Weihnachtszeit“ mittlerweile das dritte Album mit Songs für die Kleinen. Vor einem Jahr ging sie mit der Reihe an den Start. Auf dieser ersten CD auch zu finden: das Fliegerlied, komponiert vor über 20 Jahren vom Ihrlersteiner Andreas Donauer alias Donikkl.
Die Veröffentlichung hatte aus Sicht des 49-Jährigen einen Schönheitsfehler. „Sie nennt mich als Schöpfer des Liedes nur ganz klein mit meinem bürgerlichen Namen“, bedauert Donikkl und beklagte sich im Sommer darüber in unserer Zeitung öffentlich. „Da fehlt jede Wertschätzung.“ Er wandte sich an die Sängerin. „Keine Reaktion, keine Flasche Wein“, sagt Donikkl lakonisch. Auch das „Netzwerk Kindermusik“ schrieb vergeblich an sie und ihr Management. Und ebenso wenig reagierte Fischer auf Anfragen unserer Zeitung.
Sängerin schweigt beharrlich
Bis heute hat sich der Schlagerstar, dessen Vermögen Finanzportale auf 35 bis 40 Millionen Euro schätzen, nicht beim Ihrlersteiner gerührt. „Ich finde immer noch schade, dass sie keine Wertschätzung gegenüber mir als etabliertem Kindermusik-Künstler zeigt“, sagt Donikkl. Es wäre aus seiner Sicht doch nichts dabei gewesen, „wenn Helene Fischer zu ihren Fliegerlied-Videos auf Sozialen Kanälen dazu geschrieben hätte: Danke an den Kindermusikmacher Donikkl, der das Lied erfunden hat und von dem ich mir das Lied ausgeliehen habe.“
Rechtlich ist der 41-Jährigen nichts vorzuwerfen. Gecovert wurde „So a schöner Tag“, das Donauer 2001 komponierte, immer wieder. Tim Toupet und „Die Jungen Zillertaler“ nahmen dafür jeweils Platin-Schallplatten mit. „Bleiben Text und Melodie unverändert, bedarf es keiner Zustimmung des Songwriters“, erläutert Donikkl. Er selbst erfuhr vor zehn Jahren eine Auszeichnung für zehn Millionen Aufrufe in Streams, im Verkauf und auf der Bühne. „Fischer konnte auf einen bekannten, bewährten Hit setzen.“

Ums Geld geht es Donikkl nicht. Pro Stream von Fischers Version erhält Donauer 0,06 Cent. „10.000 Streams bringen mir also sechs Euro“, rechnet er vor. Das sind die Gebühren über die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte). „Mir fehlt der Respekt, dass sie mein geistiges Eigentum verwendet.“
Dass Fischer nur auf kommerzielles Kalkül abzielt, offenbart sich für Donikkl auch aus einem anderen Umstand. „Sie behauptet, ihr liege Kindermusik so sehr am Herzen, aber gleichzeitig antwortet sie nicht auf das Schreiben vom deutschlandweiten Netzwerk Kindermusik.“
Kein Austausch mit Musikern
Darin wurde die Einladung ausgesprochen, „sich auszutauschen und sich gemeinsam für den Stellenwert des Kinderliedes einzusetzen“. Ihr gehe es anscheinend „wieder einmal um einen schnell mitgenommenen finanziellen Erfolg, nicht um die Sache“.
Als unsere Zeitung erstmals darüber berichtete, war die Aufregung in Sozialen Netzwerken groß. „Sowas geht gar nicht!“, schrieb eine Userin. „Meint Madame, das ist selbstverständlich?!“, eine andere. „Die Fischer ist mittlerweile leider total abgehoben“, setzte ein Nutzer hinzu. Und eine Frau tat kund: „Frechheit siegt, aber nicht immer.“ Selbst auf Fischers Instagram-Account hieß es von einem User: „Dann könnte man auch den Künstler erwähnen. Ich würde Anzeige gegen sie erstatten.“
Für Donauer alias Donikkl hat sich die Angelegenheit „erledigt“. Ärger bleibe nicht zurück. „Ich finde es toll, dass sie auf mein Lied setzt. Ich schätze sie als Künstlerin. Aber ihre Songs höre ich mir nicht an.“ Mit einem Augenzwinkern schlägt ihr der Ihrlersteiner vor: „Sie könnte doch selbst ein paar Kinderlieder schreiben.“
Und dann kam Anna
Talent: Mit der achtjährigen Anna Blank aus Ihrlerstein brachte Donikkl in 2025 zwei Produktionen raus. Auf das junge Mädchen stieß er über seine Tochter Mia, bei der Anna einen Hip-Hop-Kurs besuchte. Mit Gesangsproben überzeugte sie dann den Kinderliedermacher.
Hits: Das einminütige Video zur ersten Nummer „Bester Tag“ wurde auf TikTok binnen Stunden 1,3 Millionen mal geklickt. Der zweite Song hieß „Eis“. Auch der kam gut an. „Wir haben dazu lustige Musikvideos mit einem verrückten Eismacher aus München gemacht“, erzählt Donikkl.