Traurige Nachrichten: Der Dorfladen in Hienheim schließt – Das ist der Grund

Von Wolfgang Abeltshauser · 20. Dezember 2025 um 15:00

Vor rund zwei Jahren herrschte große Freude im Neustädter Ortsteil Hienheim (Landkreis Kelheim). Der Dorfladen an der Kelheimer Straße eröffnete, womit man eine Versorgungslücke im Ort schloss. Seit langem gibt es dort weder Bäcker noch Metzger. Jetzt gibt es aber traurige Nachrichten.

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Gerüchte waberten schon einige Tage durch den Ort. Jetzt gibt es Gewissheit: „Der Dorfladen Hienheim schließt zum 31. Dezember dauerhaft“, steht auf der Internetseite des Ladens geschrieben – und auf einem Zettel an der Eingangstüre des Ladens. Das Sortiment, das bekannterweise vor allem aus Waren von regionalen Erzeugern und Händlern besteht, werde abverkauft.

Geschäftsführerin Melanie Gräser will auf Nachfrage dieser Zeitung keine weiteren Angaben machen, sie verweist auf Ausführungen auf der Internetseite des Ladens. Dort betont das Team des Dorfladens die soziale Haltung, die man einnehme. Die Gründung des Ladens sei aus ideellen Gründen geschehen und nicht aus wirtschaftlichen Interessen.

Start war so verheißungsvoll in Hienheim

Allerdings habe man Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Lieferantinnen und Lieferanten. Und deshalb sei man durch zu verzeichnende Umsatzrückgänge zum Handeln gezwungen.

Dabei hatte das Projekt im Sommer 2023 so hoffnungsvoll begonnen. Wenige Wochen nach der Eröffnung wies wenig auf so ein Ende hin. „Das Sommerloch haben wir nicht gespürt“, lachte die damalige Geschäftsführerin Elena Forster im September vor zwei Jahren im Gespräch mit dieser Zeitung. „Zwischen sieben und neun ist immer am meisten los“, berichtete sie damals.

Positiv überrascht

„Wir sind richtig überrascht, dass die Sachen hier so gut weggehen“, stellte seinerzeit eine Lieferantin für Backwaren fest. Man bekomme hier alles, was man benötige, betonten Kunden, die an diesem Tag im Dorfladen einkauften. Das sei angenehm, müsse man sonst doch nach Neustadt oder Kelheim zum Einkaufen fahren.

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Forster brachte damals Zahlen und Fakten, die deutlich den Zuspruch zeigten. So gab es Stunden, innerhalb derer nicht weniger als 20 Kunden einkauften. Eine Kundenschlange, die bis vor die Ladentüre reichte, war in den ersten Wochen keine Seltenheit. Nicht nur bei der Eröffnung am 14. Juli 2023 war das so. Die ersten acht Wochen wurden demnach rund 5000 Kunden gezählt. Außerdem schien sich der Laden zu einem Anziehungspunkt für Radtouristen, die entlang der Donau unterwegs waren, zu entwickeln.

Der Dorfladen befindet sich in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Ein Jahr später hatte das Interesse der Bürger an ihrem kleinen Laden nach Angaben der Organisatoren nicht nachgelassen. Von einer ersten Umsatzdelle, hervorgerufen durch die Brückenbaustelle, die Hienheim vom Hauptort abschnitt, hatte sich der Laden wie berichtet noch erholt.

Maßnahmen halfen nichts

Jetzt scheint es anders zu sein, obwohl man durchaus Gegenmaßnahmen ergriffen habe. Die Rede ist davon, eine breite Palette von Waren des täglichen Bedarfs angeboten zu haben. Mittels Flugblättern und viel Werbung habe man das auch kundgetan.

Auf die soziale Komponente, die Versorgung vor Ort gestärkt zu haben, sei dabei immer wieder hingewiesen worden. Genau so auf die Tatsache, dass die kurzen Wege für die Hienheimer ein großer Vorteil seien. Und für all das hätten Ehrenamtliche „unendlich viele Arbeitsstunden“ geleistet. Hinter den zentralen Gedanken, die hinter dem Dorfladen-Projekt standen, hätten sich schlichtweg nicht genügend Hienheimer versammelt. Sicherlich helfe der Laden, schnell etwas zu besorgen, wenn man merke, im Haushalt fehle etwas. Das war beispielsweise eine der Aussagen, die Kunden gegenüber dieser Zeitung in der Vergangenheit getätigt haben. So erzeugter Umsatz hat allem Anschein nach auf lange Sicht nicht ausgereicht: „Durch regelmäßige Einkäufe für den regelmäßigen Bedarf wäre das Überleben des Dorfladens problemlos gesichert gewesen – doch genau das blieb aus“, heißt das in fetten Lettern gedrucktes Resümee der Ladenbetreiber.