Paten sponsern in Neustadt neue Krippenfiguren

Von Wolfgang Abeltshauser · 17. Dezember 2025 um 15:00

Sind in der Region erst einmal wieder die Weihnachtskrippen in den Kirchen aufgebaut, sorgen sie sicherlich wieder für viele strahlende Augen – bei Jung und Alt. Nicht anders wird es in der Neustädter Stadtpfarrkirche sein. Heuer wird dort das Ergebnis einer speziellen Gemeinschaftsproduktion zu bewundern sein.

Noch liegen sie gut verpackt in mehreren Kisten im Wohnzimmer von Pfarrer Thomas Stummer: Es sind exakt 21 neue Figuren, die laut dem Geistlichen die Krippe schmücken sollen, die ab Heiligabend bis etwa Mitte Januar in der Stadtpfarrkirche zu sehen sein wird. Die bisherigen Figuren sind mittlerweile im Pfarrhaus eingelagert.

Die haben laut Stummer an die 40 Jahre auf dem Buckel. „So genau weiß das niemand in der Pfarrei.“ Ein bekannter Künstler oder Krippenbauer stehe da als Schöpfer nicht dahinter. „Wir gehen davon aus, dass sie hier in Neustadt von einem hiesigen Handwerker aus Wachs gefertigt worden sind.“

Lange Suche mit einem guten Ende

Das Wachs sei aber mittlerweile verwaschen, wie es Stummer im Gespräch mit dieser Zeitung formuliert, so dass die Figuren leider nicht mehr sehr ansehnlich sind. „Vor allem die Gesichter sind kaum noch zu erkennen.“ Deshalb fasste man vor Monaten schon den Entschluss, für Ersatz zu sorgen.

Krippenbeauftrager Andreas Pollinger und Gemeindereferentin Maria Ganslmeier machten sich also an die Arbeit, sichteten Angebote, besuchten Fachwerkstätten und -händler. Denn die Figuren sollten schon in die vorhandene Kulisse passen, die hochwertig sei und die man weiterhin verwenden wolle. Geschaffen hat sie laut Stummer Franz Bernhard Weißhaar, ehemaliger Professor an der Akademie für Bildende Künste in München, der an der Sanierung der Neustädter Pfarrkirche beteiligt war.

Aus dem Pfaffenwinkel

Fündig wurde man schließlich bei einer Firma aus dem Pfaffenwinkel. Die Figuren sind aus Holz und Stoff gefertigt und kosten zusammen fast 5000 Euro. Eine stattliche Summe – wobei es noch deutlich teuerer hätte kommen können, hätten sich die Neustädter etwa bewegliche Figuren gewünscht. Mit Blick auf diese Summe kam man auf die Idee, Sponsoren für die einzelnen Figuren zu suchen.

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Nicht nur Stummer hoffte: „Für Konkretes geben die Menschen eher etwas als zum Beispiel für allgemeine Dinge wie Soziales.“ Der Plan ging auf. „Gerade in den vergangenen Tagen haben sich viele gemeldet“, freu sich der Geistliche. Unter diesen Sponsoren, die offiziell Paten heißen, sind Vereine wie der Frauenbund und die Kolpingsfamilie – vor allem aber einzelne Privatpersonen. „Sogar ein Ehepaar aus Vohburg, das bei uns öfter Gottesdienste besucht, hat eine Patenschaft übernommen.“ Jeder zahlte dabei den Einkaufspreis der jeweiligen Figur. Eine Woche vor Weihnachten sind dadurch für fast alle Figuren Paten gefunden.

„Eine Anschaffung bei der Kirche wird ja eigentlich immer für mindestens hundert Jahre gerechnet“, lacht Stummer. Ob die Figuren so lange herhalten, vermag er nicht zu sagen. „Für zwei oder drei Generationen sind sie aber schon gedacht“, betont der Geistliche.

Nicht in den Ausschuss

Wie gesagt landen die alten Figuren, deren Restaurierung jedoch nicht angedacht ist, nicht etwa im Ausschuss. Stummer kann sich vorstellen, sie etwa hin und wieder in den Räumen der Pfarrei aufzustellen.

Der Geistliche ist ehrlich: Seine eigene Weihnachtsfreude würde nicht davon abhängen, ob denn nun eine Krippe in der Kirche aufgestellt ist oder nicht. Aber er verstehe, dass Krippen für etliche Gläubige wichtig sind. „Unser Bischof beschreibt Krippen als Evangelium in leichter Sprache“, stellt der Pfarrer fest. Sie brächten auch Menschen mit wenig Vorwissen die Menschwerdung von Jesus näher.