Neustadt will Waso-Leitungsnetz übernehmen

Von Wolfgang Abeltshauser · 16. Dezember 2025 um 19:00

Eine nachhaltige Wärmeversorgung für die Bürgerinnen und Bürger zu organisieren ist für Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) ein Teil der Daseinsvorsorge. Dazu fasste am Montagabend der Neustädter Stadtrat mit großer Mehrheit einen wichtigen Beschluss.

Das Gremium votierte dafür, dass die Stadtwerke sämtliche Anteile der Waso GmbH übernehmen - und damit das Leitungsnetz des Neustädter Unternehmens, wobei die Zustimmung der kommunalen Rechtsaufsicht noch aussteht. Übernommen werden sollen darüber hinaus die Kundenverträge. Die Heizanlagen, die laut Memmel zu einem anderen Teil der Firmengruppe gehören, bleiben beim bisherigen Betreiber, der anfangs die Energie liefern werde. Allein Konrad Sigl und Elke Wolf (beide CWMG) stimmten dagegen.

Memmel beschrieb die Leitungsstrecken: Einmal handelt es sich um Bereiche in Bad Gögging rund um die Kuranlagen, unter anderem die Wald- und die Heiligenstädter Straße. Im Übernahme-Paket enthalten ist ferner der Bereich bei Schulen, Rathaus und Kirche in Neustadt bis zum Schwaigfeld und der Regensburger Straße. Und jüngst wurden wie berichtet Leitungen in der Bahnhofstraße und der Julius-Sax-Straße Richtung Innenstadt verlegt.

Der Preis wird nicht genannt

Außerdem erinnerte der Bürgermeister daran, dass im Rahmen der Innenstadtsanierung Leitungen in den Boden kamen, die ebenso zum Leitungsnetz gehören, das übernommen werden soll.

Über einen Übernahmepreis wurde in der öffentlichen Ratssitzung nicht gesprochen. Im Gespräch mit dieser Zeitung wollte sich Memmel dazu auch nicht äußern – sagte jedoch, dass der Preis in Raten beglichen werde. Angekündigt hat er, dass man das Netz weiterentwickeln, also vergrößern wolle. Erst einmal gehe es aber darum, in den Bereichen, an denen ein Leitungsstrang vorbeiführt, weitere Hausanschlüsse zu realisieren.

Das Hallenbad wird seit vielen Jahren mit Wärme der Neustädter Firma versorgt. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Memmel betonte: „Das ist auch Teil der Daseinsvorsorge.“ Der Bürgermeister stellte dabei fest: „Wir sind dabei kein Pionier, es gibt mittlerweile in vielen Städten Netze, die Stadtwerke betreiben.“ Die meisten Wortmeldungen in der Sitzung waren positiv, unter anderem äußerten sich stellvertretender Bürgermeister Günter Schweiger (WGS), Anton Stadler (CSU) und Roland Artinger (SPD) so. Kritik kam jedoch von Sigl. Er monierte, man habe jetzt ein Netz, von dem man nicht wisse, wie leistungsfähig es wirklich ist. Dagegen stellten Stadler, Karl Zettl junior (CSU) und der Bürgermeister fest, dass das System immerhin 15 Jahre Wärme liefere.

Lesen Sie doch auch: Ein rätselhaftes Kreuz in Neustadt a. d. Donau

Dieser sagte im Nachgang im Gespräch mit dieser Zeitung, dass es ehrlicherweise erst jetzt eine Prüfung mittels vorhandener Pläne und Messungen des Leitungssystems gebe. Im Übernahmevertrag sei demnach festgehalten, dass die Kommune fünf Jahre lang einen Teil des Kaufpreises zurückhalten werde, um im Falle von notwendigen Reparaturen oder anderweitiger Arbeiten Geld dafür zur Verfügung zu haben, sollte der Vertragspartner diese Maßnahmen nicht leisten können.

2026 bleibt alles beim Alten

Memmel betonte in der Sitzung, dass für die Kunden im Jahr 2026 noch alles wie bisher laufen werde. Da werde es noch Abrechnungen vom jetzigen Betreiber für die Kunden geben. Ab 2027 sollen dann die Stadtwerke für die Kunden neue Preis und Vertragsmodelle entwickeln. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir aber noch keine Anschluss- und Wärmekosten nennen“, stellt er im Gespräch fest.

Abwärme aus der Raffinerie soll ein weiterer Baustein des Wärmeplans sein - Foto: Heidemann-Schöberl/Bayernoil

Grundsätzlich gehe es darum, so der Bürgermeister in der Ratssitzung, eine zukunftsfähige Wärmeversorgung für die Bürgerinnen und Bürger zu generieren, die der Anforderung, klimaneutral zu sein, nachkomme. Immerhin fordere der Gesetzgeber dies bis 2045. Nach wie vor sei das Hauptziel, langfristig Abwärme der Raffinerie in Neustadt a. d. Donau zu nutzen.