Sterne, Nikoläuse, Loks: So festlich sind die Häuser in Schwandorf und Umgebung beleuchtet

Von Jan Lange, Selina Schaefer · 18. Dezember 2025 um 19:00

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt – oder 10.000 Lämpchen. Wer dieser dunklen Tage mit offenen Augen nach Sonnenuntergang durch und rund um Schwandorf unterwegs ist, sieht viele geschmückte und teils außergewöhnlich beleuchtete Häuser, Gärten oder Balkone. Die MZ stellt einige vor und lädt dazu ein, selbst auf Erkundungstour zu gehen.

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Schon von Weitem fällt das eigentlich weiße Haus in Klardorf auf: Zwischen 17 und 21 Uhr dreht, rattert und tutet der Garten von Familie Kirchberger, blinken Lichtergirlanden, fahren Teddybären Karussell und mit einer Lok über den Rasen. Nicht wenige neugierige Passanten bleiben stehen und betrachten das weihnachtliche Spektakel.

Bei Haus und Garten von Familie Kirchberger in Klardorf kommen Passanten aus dem Staunen nicht heraus. - Foto: Selina Schaefer

„Viele kommen extra“, erzählt Bernhard Kirchberger, der mit seiner Frau bei den Schaulustigen am Gartenzaun steht. Seit vielen Jahren schmücken sie ihr Haus, und „es wächst“. „Es hat angefangen mit einem aufblasbaren Nikolaus“, erinnert sich Karen Kirchberger. Mittlerweile dauere das Schmücken von Haus und Garage bis zu sechs Wochen – und ein Ende ist noch nicht in Sicht: „Unser Sohn hat gesagt, nächstes Jahr kommt noch eine Bushaltestelle mit einem Schild: SEV.“

Für ein Lächeln im Gesicht

Wie der Aufbau sei auch der Abbau nicht einfach, die Plüschtiere müssten lange getrocknet werden. Die Nachbarn würden sich nicht an dem Spektakel stören, im Gegenteil: Manch ein Klardorfer habe sich anstecken lassen, selbst sein Haus zu schmücken. Dennoch sei gerade im Internet schon der ein oder andere Kommentar wegen Energieverschwendung gefallen. Karen Kirchbergers sieht das Positive an ihrem Weihnachtsschmuck: „Solange es etwas Winterzauber und ein Lächeln ins Gesicht zaubert...“

Auch einige Straßen weiter ist der weihnachtliche Gartenschmuck eine Familienaufgabe. „Ein Vormittag geht schon drauf“, sagt Adriana Ernst. Sie hätten einst an der Haustüre angefangen „und dann ist es immer mehr geworden“. Diese Saison seien zu aufblasbaren Figuren, der Lichterkette an der Mauer und Wandprojektionen ein sich drehender Schneemann und zwei große, beleuchtete Sterne dazugekommen. Ein Trend, den sie wie viele andere „aus Tiktok“ hat. Wie sich das alles auf die Stromrechnung auswirkt? „Das macht gar nicht so viel aus“, winkt Ernst ab. Und: „Die Kinder vom Kindergarten freuen sich in der Früh.“ Zumindest bis zum 6. Januar, denn dann werde wieder abgebaut.

Der weihnachtlich geschmückte Garten von Familie Ernst in Klardorf ist ein Gemeinschaftsprojekt. - Foto: Selina Schaefer

Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann schon von weitem sehen, wie sich in Wackerdorf die Silhouette des Hauses der Familie Scherl von der dunklen Landschaft abhebt. Der Hof in Imstetten in in intensiven Gold-Gelb-Tönen. „5000 Lampen mehr“, verkündet Fabian Scherl und zeigt auf die Lichterketten am Dachgiebel sowie die selbst gebaute Holz-Lok im Vorgarten. Insgesamt schätzt er ihren Fundus auf 10 000 Lampen. Und er verrät: „Es ist schon schwierig zu schauen, dass mit der Zeitschaltuhr alle gleichzeitig angehen.“

Die Dachkante wollten sie schon im Vorjahr beleuchten, als erstmals so groß dekoriert wurde, erinnert sich Fabian Scherl. Heuer setzten sie ihre Idee in die Tat um und mieteten dafür eine Hebebühne, um in die luftige Höhe von zwölf Metern zu gelangen. Auch der Zaun bekam seine Lichterketten, nachdem im Vorjahr Spaziergänger gescherzt hatten, ob es dafür wohl nicht mehr gereicht habe. Zwei Tage waren sie mit der Beleuchtung beschäftigt, abgebaut wird wohl im März.

Er schmückt außen, sie innen

Dass dieses Lichterspektakel sich nur geringfügig auf der Stromrechnung bemerkbar machte, darüber war seine Frau Susanne erleichtert: „Ich war schon überrascht,weil ich mir dachte: Oh Himmel!“ Für den kommenden Winter verraten die Scherls: „Wir haben für nächstes Jahr schon noch etwas geplant.“

Jedes Jahr ist bei Peter Mayer vor dem Haus mehr Dekoration dazugekommen. - Foto: Jan Lange

In der Weihnachtszeit ist auch das Wohnhaus von Peter Mayer im Schwandorfer Kreuzbergviertel ein Hingucker. Seit Peter Mayer und Daniela Hoedt-Ubrig vor acht Jahren in das Haus unweit der Berufsschule eingezogen sind, wurde die Weihnachtsbeleuchtung immer umfangreicher. Heuer sind ein Weihnachtsmann und eine Weihnachtsfrau, die sich mit Glühwein zuprosten, dazugekommen. Auch der 1,60 Meter große Nikolaus mit Wunschzettel und Geschenken sitzt erstmals auf dem Vordach.

Mayer ist ein Fan der bunt geschmückten Weihnachtshäuser in Amerika. Und so schaut auch sein eigenes Zuhause so aus wie die in Übersee. Während er sich um die Beleuchtung vor dem Haus und im Garten kümmert, sorgt Daniela Hoedt-Ubrig innen für weihnachtliche Atmosphäre. Im Internet hat Peter Mayer bereits einen sechs Meter hohen Weihnachtsmann entdeckt, der nächstes Jahr auf seinem Grundstück stehen soll.

Vor diesem Haus in Neunburg stehen jede Menge Weihnachts- und Schneemänner. - Foto: Jan Lange
Im Wackersdorfer Ortsteil Heselbach ist dieses Haus wunderschön geschmückt. - Foto: Jan Lange
Lichterketten in verschiedenen Farben vertreiben das winterliche Dunkel bei diesem Haus im Schwandorfer Lindenviertel. - Foto: Selina Schaefer
Bei Peter Mayer sitzt heuer auch ein Nikolaus auf dem Vordach - Foto: Jan Lange
Schön angeleuchtet wird auch dieses Schwandorfer Haus. - Foto: Selina Schaefer
Auch auf wenig Platz ist viel Weihnachtszauber möglich, wie dieser Balkon in Schwandorf zeigt. - Foto: Selina Schaefer
Familie Scherl in Imstetten hat heuer auch eine Lok gestaltet und mit zahlreichen Lichtern behangen. - Foto: Selina Schaefer