Sandro Bauer (CSU) will wieder auf Rathausthron von Furth im Wald

Der amtierende Bürgermeister möchte auch in den kommenden sechs Jahren den Chefposten in der Drachenstadt innehaben. Bei der Nominierungsversammlung am Mittwochabend im Gasthaus Mühlberger warf Sandro Bauer seinen Hut in den Ring und wurde einstimmig zum Kandidaten der Further Konservativen gewählt.
Als Bauer gegen 21.30 Uhr zum Telefon griff, um Michael Multerer anzurufen, war das irgendwie bezeichnend für die Stimmung des Abends. Der Verlauf war so harmonisch und einstimmig, „dass wir jetzt direkt zu früh fertig geworden sind.“
Viel wurde geschaffen
Noch-Bürgermeister Multerer, der auf der Weihnachtsfeier seiner Arnschwanger Heimatgemeinde weilte, wollte zu einem späteren Zeitpunkt zur Versammlung stoßen, um seine Sicht der Landkreisdinge zu erläutern. Schließlich möchte er im kommenden Jahr der neue Landrat des Kreises Cham werden.
Eröffnet wurde der Abend vom CSU-Ortsvorsitzenden Andreas Roder, der die Versammlung als eine richtungsweisende bezeichnete. „Mit einer kurzen Unterbrechung stellt die CSU seit vielen Jahrzehnten den Bürgermeister“, so Roder. Am Stichtag der Kommunalwahl am 8. März habe Bauer das Amt seit 14 Jahre inne. Rückblickend auf die vergangene Amtsperiode stellte er fest, dass viel passiert ist. „Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht das“, sagte Roder und ergänzte: „Es werden aber auch in Zukunft Herausforderungen auf uns zukommen. Wir haben den Blick nach vorne gerichtet.“ Roder formulierte neben dem angestrebten Bürgermeisterposten auch ein zweites Ziel seiner Partei. Man möchte die Fraktionsstärke von derzeit fünf auf sechs Räte erhöhen. „Das wird uns auch gelingen“, gab er sich mit Blick auf die Kandidatenliste siegessicher.
Wahlleiter Toni Lauerer stellte die Kandidatenfrage. Stadträtin und Jugendreferentin Andrea Pohmer ergriff das Wort und sprach sich für Bauer aus. „Die Stadt braucht Menschen, die anpacken und Verantwortung übernehmen.“ Das gelte auch dann, wenn es einmal schwierig wird. Sie verwies auf viele erfolgreichen Maßnahmen in den vergangenen sechs Jahren, nannte dabei unter anderem den Bau des Rettungszentrums, die Sanierung des Amtsgerichtsgebäudes und der Drachenhöhle, Instandsetzung verschiedener Straßen und natürlich die Planung und Durchführung der Landesgartenschau. „Es wurden Entscheidungen getroffen, welche die Lebensqualität für die Zukunft erhöht haben.“ Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, brauche es Erfahrung, Mut und Herzblut. „Sandro hat bewiesen, dass er das kann.“
Der Gelobte blickte bei seiner Bewerbungsrede zunächst auf die Arbeit im Stadtrat. Der Schulterschluss mit den Umlandräten sei ein richtiger Schritt gewesen. Mehr Meinungen in gemeinsamen Diskussionen hätten auch zu differenzierten Entscheidungen geführt. Bauer bezeichnete auch die Zusammenarbeit mit den weiteren Fraktionen als gut. „Parteigrenzen existieren bei uns nicht.“ Man sei nie aus einer Sitzung gegangen, nach der man sich nicht mehr hätte in die Augen schauen können. Auf einer einzigen Folie zeigte Bauer schlaglichtartig seine Erfolge auf. Den von Pohmer bereits erwähnten fügte er weitere hinzu. Die Stadt habe viel investiert und hohe Förderungen erhalten. Es sei etwas geschaffen worden, „aber die Arbeit geht uns nicht aus.“
Zu den Herausforderungen der Zukunft gehört für ihn die Belebung der Innenstadt. „Es werden weitere Geschäfte fallen“, prophezeite er. Es brauche neue Ideen, zum Beispiel mehr Dienstleistungen und die Schaffung von Wohnraum. „Ein riesen Pfund, das wir dabei haben, ist die funktionierende Gastronomie.“ Man müsse die Rahmenbedingungen schaffen, dass die Aufenthaltsqualität in Furth weiter verbessert wird. Mit der Landesgartenschau sei da schon viel passiert, aber man müsse weitermachen. Fest im Blick habe man auch die Kommunalfinanzen. „Da hatten wir in den vergangenen Jahren riesen Glück.“ So ist die Schlüsselzuweisung, deren Höhe an die wirtschaftliche Kraft einer Kommune gekoppelt ist, kontinuierlich gesunken, heißt: Wer sich selbst versorgen kann, braucht weniger Geld vom Staat. Trotz Insolvenzen blicke man auch positiv auf die Gewerbesteuer.

Das Hallenbad im Blick
Bauer gab die Devise aus, in kleinen Schritten kontinuierlich weiter zu wachsen. Das Leuchtturmprojekt der kommenden sechs Jahre wird wohl das Hallenbad werden. „Wir haben ein Konzept, wie ein Neubau aussehen könnte.“ Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist, wartet man auf einen Fördertopf, der die Investition möglich machen könnte, trotzdem blieben wohl vier bis fünf Millionen Euro Eigenanteil an der Stadt hängen.
Ebenso, wie im Anschluss die Kandidatenliste, wurde Bauer einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. Und Multerer? Der kam gerade noch rechtzeitig, bevor die Versammlung aufgelöst wurde.
Stadtratskandidaten
Im Anschluss an die Nominierungsversammlung für Sandro Bauer als Bürgermeisterkandidaten wurden die Listenkandidaten für die Stadtratswahl am 8. März vorgestellt. Sowohl Bauer als auch CSU-Ortsverbandsvorsitzender Andreas Roder sprachen von einer ausgewogenen Liste, bei der sowohl die Jugend als auch erfahrene Kräfte berücksichtigt wurden. Listenführer ist Sandro Bauer. Wird er zum Bürgermeister gewählt, rücken die nachfolgenden Kandidaten um einen Platz nach oben.
Platz 2 bis 20: Andrea Pohmer, Andreas Roder, Christian Rewitzer, Michael Mühlbauer jun., Dr. Melanie Hofmann, Bernhard Fellner, Sebastian Zahner, Andreas Scheuer, Antonia Buschek, Franz Kreuzer, Michael Weber, Heinz Winklmüller, Teresa Schönberger, Andreas Klier, Reinhold Kerner, Marion Cathalan-Graml, Franz Fischer, Christian Scheuer und Ludwig Kreitl. Ersatzkandidatinnen wurden Regina Hickl und Martina Schönberger.