Langquaid setzt auf Einfamilienhäuser statt auf Wohnungen

Der Markt schafft Platz für weitere Einfamilienhäuser. Bei der Sitzung des Marktrats am Dienstagabend, 16. Dezember, stimmten die Anwesenden dafür, den Bebauungsplan des Areals „Huberbräukeller“ zu ändern. Auch im Gewerbegebiet „Handwerkerhof“ tut sich etwas.
Wie Bürgermeister Herbert Blascheck sagte, soll das Gewerbegebiet erweitert und der der Firma Albach die Möglichkeit zur Erweiterung gegeben werden. Dafür soll die direkt an das Werksgelände angrenzende 32.000 Quadratmeter große Fläche in den „Handwerkerhof“ aufgenommen werden. Albach ist laut Blascheck Marktführer für selbstfahrende Holzhackmaschinen. Das Unternehmen produziert seit 2015 in Langquaid und beschäftigt hier mehr als 120 Mitarbeiter.
Für das Vorhaben wird die Erweiterungsfläche um bis zu vier Meter abgegraben, sodass beide Grundstücke auf einer Ebene liegen. Der zwischen den beiden Grundstücken verlaufende Weg soll künftig um das Gelände herumgeführt werden.
Wirtschaft und Ökologie
Der Bebauungsplan für die Erweiterungsfläche soll durch Aspekte aus dem Bebauungsplan des Öko-Plus-Gewerbegebiets am Ziegelberg ergänzt werden. So setze man man wieder auf eine enge Verknüpfung einer innovativen wirtschaftlichen Entwicklung mit nachhaltigen ökologischen Ansprüchen und einem markanten Profil als grüner, zukunftsorientierter und nachhaltiger Standort, sagte Blascheck. Die Markträte billigten den Vorentwurf des Bebauungsplans ohne Gegenstimme.
Neben Gewerbe stand auch das Thema Wohnen auf der Tagesordnung. Im Baugebiet „Huberbräukeller“ sollten ursprünglich drei Mehrfamilienhäuser mit rund 60 Eigentumswohnungen entlang der Staatsstraße entstehen. Diese Flächen sollen nun in 17 Einzelhausparzellen und in einen Bereich für Reihenhäuser umgewandelt werden.
Wie Blascheck sagte, gebe es in Langquaid eine hohe Nachfrage nach Bauplätzen. Da im aktuellen Baugebiet „Huberbräukeller“ schon lange alle Einzelhausparzellen verkauft sind, könne man aktuell Bauwilligen keine Grundstücke anbieten. „Mit der Änderung des Bebauungsplans wollen wir dieser Nachfrage, besonders von Langquaider Familien, Rechnung tragen.“ Die Parzellen werden dann über einen Investor verkauft.
Netto plant Filiale
Für die neue Bebauung gelten alle Festsetzungen und Standards, die im Bebauungsplan „Huberbräukeller“ bereits wirksam sind. Ursprünglich sollten die Mehrfamilienhäuser auch als Schallschutz dienen. Blascheck betonte, dass es hier keine Verschlechterung geben dürfe. Im Rahmen des Änderungsverfahrens werde es auch ein Schallschutzgutachten geben.
Um das städtebauliche Quartier „Huberbräukeller“ zu komplettieren, ist an der Kelheimer Straße ein Bereich für großflächigen Einzelhandel vorgesehen. Wie Blascheck informierte, plant dort Netto einen neuen Standort, die Filiale in der Leierndorfer Straße soll geschlossen werden. Der neue Markt soll rund 1500 Quadratmeter umfassen. Im Obergeschoss des Einkaufsmarkts sollen Wohnungen entstehen. Die Zufahrt wird über die Abzweigung von der Kelheimer Straße erfolgen und nicht über das Baugebiet, wurde in der Sitzung betont.
Strombedarf reduziert
Auch in den nächsten beiden Jahren bezieht Langquaid qualifizierten Ökostrom von den Stadtwerken Kelheim. Die Räte vergaben den Auftrag zum Preis von 21,95 Cent je kWh für das Jahr 2026 und 21,64 Cent je kWh für 2027. Durch Energiesparmaßnahmen und der PV-Ausbauoffensive liegt der Bedarf für einen Strombezug bei rund 660.000 kWh jährlich. Bei der Stromausschreibung im Jahr 2022 betrug der Gesamtstrombezug jährlich noch rund eine Million kWh.
Am Ende der Sitzung informierte der Bürgermeister noch über die neue Benutzerordnung für die Sport- und Mehrzweckhalle. Zudem gibt es ein Hallenbuch, in das Schäden oder besondere Vorkommnisse eingetragen werden sollen. Dies soll engmaschig kontrolliert werden. Zudem würden künftig die Schlüssel im Rathaus verwaltet und nicht mehr im Sekretariat der Schule. Blascheck kündigte an, als nächsten Schritt alle elektronischen Schlüssel zu sperren und neu aufzusetzen.
Weitere Langquaider Themen in Kürze
• Zuschüsse: Der Markt bezuschusst die kulturellen Aktivitäten des Ensembles MarCanto, des Kinder- und Jugendchors Langquaid und der Kolping-Bläser mit jeweils 500 Euro. Für den Unterhalt des Obstgartens und für Aktionsveranstaltungen, die dort stattfinden, erhält der Obst- und Gartenbauverein 800 Euro.
• Gewässerpflege: Der Markt tritt zum 31. Dezember 2026 aus dem Gewässerunterhaltungszweckverband Landshut-Dingolfing-Landau aus. Langquaid mache seit mehr als 20 Jahren keinen Gebrauch von der Mitgliedschaft. Der Bauhof erledige die Arbeiten schneller und zu einer größeren Zufriedenheit, hieß es bei der Sitzung.
• Verkaufsoffen: Laut Ladenschlussgesetz sind vier verkaufsoffene Sonntage möglich. Langquaid hat fünf Märkte. Also bleiben am Lichtmessmarkt 2026 die Geschäfte zu. An den anderen Märkten öffnen sie von 12 bis 17 Uhr.