Millionen-Gewinn vorgegaukelt: Betrüger aus Kreis Kelheim prellt Mann um fast 150.000 Euro

Von Martin Rutrecht · 17. Dezember 2025 um 19:00

Millionen-Gewinne über ein Krypto-Investment einstreichen: Das schien einem jungen Mann eine lukrative Aussicht. Allerdings saß er einem Betrüger aus dem Landkreis Kelheim auf, der ihm Geld aus der Tasche zog – fast 150.000 Euro. Jetzt stand der Anlageschwindler vor Gericht.

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Im Januar 2024 unterbreitete der Angeklagte dem Geschädigten aus dem Landkreis Pfaffenhofen ein verheißungsvolles Angebot. Er könne „reich werden“, lockte er den Mann laut Anklageschrift, und setzte hinzu, er selbst habe schon mehrere Millionen Euro Gewinn erzielt. Durch eine Anlage bei der Trading Black Rock Hungary sei das zu erzielen. Die Firma investiere erfolgreich in Krypto-Währungen.

Für einen Einstieg seien 150.000 Euro erforderlich. Über diese Summe erhalte er einen Arbeitsvertrag bei der Firma, müsse aber nicht arbeiten. Vielmehr lege Black Rock Hungary das Geld an – er müsse nur abkassieren. Das tat in der Folge aber der 27-jährige Angeklagte. Im Lauf eines Jahres erhielt er vom Geschädigten, ebenfalls 27 Jahre alt, einzelne Zahlungen, die sich in der Summe auf 147.300 Euro addierten.

80.000 Euro in bar übergeben

Die ersten 80.000 Euro übergab er in Kelheim in bar. Nach dieser Übergabe erhielt der Geschädigte seinen „Arbeitsvertrag“. Der Betrüger fälschte auf dem Dokument, das er selbst angefertigt hatte, die Unterschrift einer Black-Rock-Hungary-Vertreterin, die gar nicht existiert. Dem Opfer schien alles rechtens. Er unterschrieb den Anlagevertrag und freute sich auf das in Aussicht gestellte „passive Einkommen“.

Das noch ausstehende Geld überwies er auf litauische, ungarische und belgische Konten. Über Kredite, eigenes Vermögen und das seines Vaters brachte er die Mittel auf. Der Anlageschwindler strich alles ein, der Geschädigte sah keinen einzigen Cent Gewinn.

Der Tatvorwurf des Betrugs durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen stand im Verfahren vor dem Amtsgericht Regensburg im Raum. Auch Urkundenfälschung wurde dem Angeklagten angelastet. Wobei die Investmentgesellschaft BlackRock mit Sitz in New York tatsächlich existiert, mit einem laut Fachpresse weltweit verwalteten Vermögen von 12,53 Billionen US-Dollar. Der Betrüger hatte mit ihr aber nie etwas zu tun.

Verurteilter muss das Geld zurückzahlen

Vor Gericht brach das Lügengebäude zusammen. Der 27-jährige Angeklagte gestand seinen Betrug und die Urkundenfälschung. Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zur Auflage wurde ihm gemacht, Schadenswiedergutmachung in Höhe von 70.000 Euro binnen zwei Wochen auf das Konto des Geschädigten zu leisten. Darüber hinaus muss er weitere laufende monatliche Zahlungen während der Bewährungszeit abstottern.