Rekordzahlen geben Anlass zur zur Sorge: Hohe Ausgaben lassen dem Kreis Kelheim wenig übrig für Investitionen

Von Martina Hutzler · 17. Dezember 2025 um 05:15

Mit 206,8 Millionen Euro steigt der Kreishaushalt 2026 auf ein Rekordniveau. Warum das wenig Grund zur Freude bietet, und welche weiteren Zahlen prägend sind:

Der Anstieg des Etats um neun Millionen Euro sei vor allem Folge der „extremen Ausgaben- und Kostensteigerungen“, insbesondere im Verwaltungshaushalt (186,5 Mio. Volumen). Der Landkreis hat ein „drastisches ,Ausgabeproblem‘“, folgert Kreiskämmerer Reinhard Schmidbauer in der Erläuterung zum Etat. Exemplarisch genannt sind u.a. die stetig steigende Pflichtaufgaben Jugend- und Sozialhilfe, die kreditfinanzierte Unterstützung für die zwei Kreis-Kliniken, die den Schuldendienst verteuern, und die steigenden Personalausgaben.

Zwar steigen auch die Einnahmen aus der Kreisumlage, die mit künftig 51,55 Prozent über dem Landesschnitt liegt, auf fast 92 Mio. Euro ; ebenfalls neuer Höchstwert. Aber die Kämmerei sieht unverkennbare Anzeichen für wachsende wirtschaftliche Probleme im Kreis Kelheim: Bei der Umlagekraft je Einwohner, die zu einem guten Teil von der Steuerkraft der 24 Städte und Gemeinden abhängt, liegt Kelheim nur noch auf Rang 59 der 71 bayerischen Landkreise.

Zum Haushaltsabgleich für 2026 vorgesehen sind eine Rücklagen-Entnahme von fast 2,1 Mio. und eine Kreditaufnahme von 5,1 Mio. Einspar-Potenzial sieht Kämmerer Schmidbauer im Etat nicht mehr: Alle Möglichkeiten, den Finanzbedarf zu minimieren, „wurden ausgeschöpft“.

Die Gesamtverschuldung werde in den Folgejahren „trotz notwendiger Erhöhung des Kreisumlagesolls dramatisch ansteigen“. Das reiche aber noch nicht: Ohne zusätzliche „konkrete Einsparungen bzw. Standardreduzierungen in allen Haushaltsbereichen“ könne man „die künftigen Haushalte nicht darstellen“, warnt der Kämmerer vor.

Der Vermögenshaushalt (20,2 Mio.) enthält fast keine neuen Investitionen: nur erste Tranchen für die Oberbauverstärkung der Kreisstraße 31 bei Ebrantshausen und für die Erweiterung der Bauschuttdeponie Haunsbach.

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Fortgesetzt werden laufende Planungs- und Bauarbeiten für Sanierung und Erweiterung kreiseigener Schulen (u.a. Realschulen Riedenburg und Abensberg, Berufsschulzentrum und Förderschule Kelheim, Schülerwohnheim Mainburg).