Jeder zweite Zug fällt ab Februar auf der Donautalbahn im Kreis Kelheim aus

Auf Zug-Pendler im Kreis Kelheim kommen ab Februar 2026 erhebliche Einschränkungen zu. Das ist bislang bekannt und geplant.
Erwachsene, Azubis, Schüler und Studenten aus dem Landkreis Kelheim, die mit dem Zug zur Arbeit, zur Uni oder Schule, zum Einkaufen oder zu Ärzten und Behörden, in Richtung Regensburg oder Ingolstadt fahren, müssen sich im ersten Halbjahr 2026 auf Ersatzbusse und längere Fahrzeiten einstellen. Denn die Sanierung der Bahntrasse „Regensburg – Nürnberg“ trifft auch die Nutzer der Donautalbahn massiv. Das kommt auf die Bahnfahrer aus der Region zu.
Ausweich-Trasse: Viele Güterzüge, aber auch sechs ICEs pro Tag, die von Nürnberg nach Wien fahren, werden zwischen 6. Februar und 13. Juni täglich über die Donautalbahn umgeleitet. Drei ICEs pro Fahrtrichtung werden über Ingolstadt fahren. Laut Bahn als doppelte Züge. Zudem werden sie eine Stunde länger als regulär unterwegs sein. Damit dies alles „reinpasst“ wird der Fahrplan im Nahverkehr „ausgedünnt“. Sprich hier werden zahlreiche Verbindungen gestrichen.
Konkrete Infos vor Ort sind aktuell noch Mangelware, so hängt am Saaler Bahnhof nur ein Zettel aus. Der anmerkt, dass die Ersatzbusse nicht den kompletten Schienen-Nahverkehr ersetzen könnten. Zuletzt informierten Bahn und BEG in einer Nachmittagsveranstaltung online über Fragen aller betroffener Trassen. An die 300 Personen nahmen teil.
Bus RE 18: Die Zugfahrer im Kreis Kelheim müssen sich ab 6. Februar darauf einstellen, dass jeder zweite Zug aus Richtung Ingolstadt in Neustadt a.d. Donau endet. Nur alle zwei Stunden kommt man mit dem Zug weiter in Richtung Regensburg. In den „Lücken“ soll der Ersatzbus „RE 18“ fahren. Dies soll ein Gelenkbus sein, der hauptsächlich auf der B16 unterwegs sein wird und in Abensberg, Saal, Lengfeld sowie in Bad Abbach hält, heißt es von BEG und Bahn.
Ringbus-Linie: Für die Orte links der Donau – also für die Einwohner von Poikam, Gundelshausen und Sinzing – die nicht vom Bus RE 18 bedient werden können, fahren in den „Zug-Lücken“ RB 17-Busse über Bad Abbach (Kühberg), Poikam, Gundelshausen, Sinzing nach Regensburg. Weil die Straßen dort kurvig und schmal seinen, kommen laut Bahn und BEG „Solo-Busse“ zum Einsatz. Bei den Zugverbindungen, die bestehen bleiben, achte man laut Bahn-Sprechern darauf, dass zu „Schülerverkehrszeiten“ Züge fahren.

Probleme vorprogrammiert? Manch Pendler aus der Region sorgt sich, wie das laufen soll. „Alle zwei Stunden sollen die Züge im Nahverkehr rollen – theoretisch. Und wenn ein ICE verspätet ist und das passiert häufig, dann sitzen wir im Zug und fahren trotzdem nicht, weil der ICE auf der eingleisigen Strecke Vorrang hat“, fürchtet ein Kelheimer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Von der BEG hieß es bei der Online-Veranstaltung: Man beobachte alle Ersatzrouten genau. Wenn dauerhaft Probleme bestünden, könne man bei den Bussen nachjustieren.
Raum Ingolstadt: Zudem müssen laut BEG alle Verstärkerzüge in den Hauptverkehrszeiten sowie alle Fahrten der RB17 zwischen Ingolstadt Hauptbahnhof und Ingolstadt Nord entfallen.
Alte und neue „Fahrpläne“: Auf unsere Nachfrage, ob es eine Übersicht über entfallende Verbindungen gebe aus der sich ablesen lasse, wie ab Februar Abfahrtszeiten womöglich abweichen und Fahrzeiten sich verlängern, heißt es von der BEG: „Die einzelnen genauen Abfahrtszeiten sowie die Fahrtdauer sind der Verbindungsauskunft (www.bahn.de) oder (www.bahn.de/buchung/abfahrten-ankuenfte) zu entnehmen. „Für einen Vergleich suchen Sie nach Fahrten vor und nach dem 7. Februar 2026. Die Busfahrzeiten sind dort hinterlegt wie deren Haltestellen-Standorte (per Klick auf „Reise anzeigen“ bzw. das Kartensymbol unter Details).
Fahrrad und Co.: Fahrräder können „im Rahmen der Platzverfügbarkeiten“ nur in Zügen mitgenommen werden, teilt die BEG auf Nachfrage mit. In den (Ersatz-)Bussen könnten lediglich Klapp- und Falträder im geschlossenen Zustand als Gepäckstücke mitgenommen werden. So sollen Konflikte mit anderen Fahrgästen vermieden werden. Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen hätten Vorrang.
Live-Infos: Alle Infos zum Ersatzverkehr, etwa zu Verspätungen, sollen online in Echtzeit abrufbar sein, versprechen Verantwortliche von Bahn und BEG. So seien alle Busse mit GPS und WLAN ausgerüstet. Unter bahn.de/ersatzverkehr-nürnberg-regensburg ließen sich auch Haltepunkte entlang der Donautalbahn abrufen.
Agilis kämpft: Bereits jetzt, komme es immer wieder zu massiven und vor allem spontanen Beeinträchtigungen, beklagte kürzlich der Betreiber der Donautalbahn, die Agilis. Seit Monaten werde die in der Region nur eingleisige „Ausweich-Trasse“ ertüchtigt. Immerhin stehen seit dem Fahrplanwechsel in Abensberg wieder zwei Bahnsteige zur Verfügung. Doch auch zuletzt noch anstehende Weichenerneuerungen wirkten sich auf den Betrieb aus. Die Bahn wolle mit den Arbeiten ausschließen, dass es ab 2026 auf der Donautalbahn zu Problemen kommt.
Leidtragende seien über viele Monate bereits in 2025 die Agilis und ihre Kunden gewesen, so Geschäftsführer Axel Henninghausen bei einer Inforunde für Kommunalpolitiker. „Allein die immense Anzahl der Baustellen und deren unkoordinierte Planung bringen uns planerisch an den Rand des Machbaren. Dazu kommt, dass viele Maßnahmen viel zu kurzfristig angekündigt werden, was unser Personal in der Betriebsplanung und den Zügen teils bis an die Grenzen belastet“. Hinzu kämen immer wieder Störungen an Signalen, Weichen oder Bahnübergängen wie der Ausfall ganzer Stellwerke, was Zugausfälle und Verspätungen zur Folge habe. Die Agilis empfiehlt Reisenden, den Abweichungsnewsletter für ihre Linie zu abonnieren, der via SMS oder E-Mail auch kurzfristig über Änderungen informiere: www.agilis.de/abweichungen.
Infos: Donautalbahn während Generalsanierung der Strecke Regensburg - Nürnberg

• Totalsperre: Statt vieler einzelner Reparaturen und Sperrungen will die Deutsche Bahn mit der Generalsanierung der Trasse „Regensburg – Nürnberg“ viele Probleme auf einmal loswerden. Dafür ist eine komplette Sperre nötig – von 6. Februar bis 13. Juni 2026.
• Baustelle: Zwischen Regensburg und Nürnberg wird auf 88 Kilometern das Gleis erneuert, 20 Bahnhöfe werden saniert, 90 Kilometer Oberleitung verbaut, 65 Kilometer Kabeltiefbau und 54 Gleisquerungen stehen an. Bei Deining wird ein Damm erneuert, in Burgthann die Eisenbahnüberführung.
• Information: Betroffene können sich online über die Generalsanierung informieren: bahn.de/generalsanierung-nürnberg-regensburg; mittlerweile ist dort auch die Präsentation einer Online-Info-Veranstaltung zu finden. Für spezielle Fragen ist eine Mailadresse eingerichtet: generalsanierung-bayern@deutschebahn.com
• Ersatzverkehr: Einen Netzplan mit Bushaltestellen und betroffenen Linien gibt es online bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG): beg.bahnland-bayern.de/de/aufgaben/planen/ersatzverkehr-generalsanierung
• Fahrpläne: Ab Januar 2026 will die Deutsche Bahn online unter generalsanierung.db-ersatzverkehr.de/ersatzverkehr/Generalsanierungen/Nuernberg-Regensburg alle Fahrpläne zur Verfügung stellen, heißt es.