Knaller kurz vor Weihnachten: Nachmieter für ehemalige Pizzeria Orlandini in Cham gefunden

Drei Jahre nach dem Ende der traditionsreichen Pizzeria Orlandini in Cham-Brunnendorf sind die historischen Räume wieder vermietet. Statt Pizza und Pasta wird es hier künftig Sushi und asiatische Gerichte geben.
Das beliebte Restaurant Miss Hoian expandiert von Roding nach Cham und wird im Landkreis künftig zweimal vertreten sein. Neben Cham und Roding betreiben Mustafa Senyerli und seine Lebensgefährtin Nguyen Quynh auch in Amberg ein Miss Hoian-Restaurant. Zur Asia-Kette gehören außerdem Lokale gleichen Namens in Mühldorf am Inn und in Landau, die von Verwandten geführt werden. Allen Restaurants gemein ist die umfangreiche Karte mit asiatischer Fusionsküche, deutlich geprägt von den verschiedensten Sushi-Gerichten.
Dass sich nun endlich ein neuer Mieter für ihre markante, rotgetünchte Immobilie in Brunnendorf gefunden hat, freut Viktoria Dankerl, Geschäftsführerin bei Dankerl-Bau, die das ganze Areal rund um das denkmalgeschützte Gebäude 2021 von einer Erbengemeinschaft gekauft hatte. „Nun wird es zwar kein bayerisches Wirtshaus, wie ich immer gehofft hatte“, sagt Dankerl. Doch sei sie mit ihren neuen Partnern mehr als zufrieden. „Die führen seit Jahren ein unglaublich erfolgreiches Restaurant im Landkreis, ich weiß, die kochen gut, und sie wollen langfristig bleiben.“ Entsprechend ist der Mietvertrag auch für zehn Jahre unterschrieben – mit Option auf Verlängerung.

Die Betreiber der Miss Hoian in Roding waren bereits seit einer Weile auf der Suche nach einer passenden Immobilie für ein weiteres Restaurant. In Roding ist das Lokal am Oberen Markt häufig ausgebucht, immer wieder mussten Gäste ohne Reservierung wegen Platzmangels weggeschickt werden.„In Roding ist es inzwischen zu eng für uns“, sagt Quynh. „Die Leute kommen bis aus Regensburg und von Waldmünchen nach Roding, das sagt doch schon einiges über die Qualität aus“, weiß auch Dankerl.

Renovierung steht an
Bis sie im Kellergewölbe Maki und Nigiri essen können, müssen sich die Chamer allerdings noch etwas gedulden. Zunächst stehen noch umfangreiche Renovierungsmaßnahmen an. „Die Mieter wollen einiges investieren“, verrät Dankerl. Nicht nur neue Möbel und neues Inventar wird es in den Gasträumen geben, auch die Küche wird generalüberholt.
Dass die Gastronomen dafür selbst viel Geld in die Hand nehmen, lässt Dankerl zuversichtlich auf eine lange Partnerschaft blicken. „Wir hoffen, dass wir Ende April öffnen können“, sagt Senyerli. Möglicherweise werde es aber auch Ende Mai bis zur Eröffnung.
Rund 180.000 Euro investiert Senyeli in Brunnendorf, verrät er. Das Geld fließt größtenteils in eine komplett neue asiatisch geprägte Küche. Bis zur Eröffnung soll auch das zusätzliche Personal – Köche aus Vietnam – in Roding eingearbeitet werden.

Was Dankerl besonders freut: dass auch der malerische Innenhof wieder mit Leben erfüllt wird. „Allein deswegen hatten wir in den letzten Monaten auch die Überlegung, die Immobilie als Eventlocation zu vermieten, aber die Lösung jetzt ist natürlich viel besser“, sagt Dankerl. Den Sommer über war ein Pop-Up-Biergarten im Innenhof aufgeschlagen. Weitere Interessenten für die Gastro-Immobilie habe es zwar gegeben, doch sei ein Vertragsabschluss immer an mangelndem Konzept oder fehlendem Personal gescheitert. „Ich freue mich schon auf das Asia-Restaurant in Cham“, sagt Dankerl.
Die weiteren Pläne
Die weiteren Pläne für das gesamte 4000 Quadratmeter große Areal sind im Übrigen etwas nach hinten verschoben. Wie berichtet, plante Dankerl hier unter anderem Studentenwohnungen und Praxisräume. Da allerdings viele Einzelwohnungen in den Häusern vermietet sind, habe man hier keine Eile, die umfangreichen Sanierungen und Umbaumaßnahmen zu beginnen.