Pizzeria Orlandini endgültig passé: Wirt für Chams schönsten Innenhof gesucht

Von Tanja Fenzl · 18. Mai 2024 um 19:00

Eigentlich hatte Viktoria Dankerl als neue Immobilienbesitzerin nach dem Aus der Pizzeria Orlandini in Cham einen nahtlosen Übergang zu einer neuen Gastronomie in dem historischen Gebäude angestrebt. Nach vielen Verzögerungen sucht sie jetzt, ein gutes Jahr, nachdem das alteingesessene italienische Restaurant geschlossen hat, einen Nachpächter.

Wie berichtet, hatte es zwischen Dankerl und der Gastronomenfamilie Streit gegeben, der am Ende vor Gericht endete. Nun ist der Weg für eine Nachfolgelösung frei. „Es wäre doch schade, wenn der schöne Innenhof nicht weiter genutzt wird“, sagt Dankerl.

Gastronomie erhalten und erweitern

Ohnehin hatte die Geschäftsführerin von Dankerl Bau in Zifling-Bierl von Anfang an vor, das gastronomische Angebot an Ort und Stelle zu erhalten – und eventuell sogar zu erweitern. Italienische Küche vertrage sich gut mit einem bayerischen Lokal, hatte sie kurz nach Bekanntwerden der Investition ihre Ideen präsentiert. Durch das Ende der Pizzeria Orlandini haben sich nun diese Überlegungen geändert. Bei der Suche nach einem Pächter zeigt sich Dankerl äußerst flexibel.

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Dadurch, dass Dankerl den Pächtern Mobiliar und Inventar, samt Theke und Sommerausschank sowie Biergartenmöbel abgelöst hat, stünde einer schnellen Eröffnung eines Lokals nichts im Wege. „Die Räume wären ab sofort verfügbar.“ Und weil sich die Umbaupläne des Areal s ohnehin verzögert haben, würde ein neuer Pächter mindestens einen Fünf-Jahres-Vertrag abschließen können. Genug, um eine gewisse Planungssicherheit zu haben.

Gutes Essen wichtig

Das bayerische Wirtshaus neben einem italienischen Restaurant im historischen Gewölbe und nebeneinander im malerischen Innenhof? „Das ist Wunschdenken, natürlich muss man schauen, was man überhaupt angeboten bekommt. Wichtig ist mir eigentlich vor allem, dass der Betreiber gutes Essen anbietet und auf Dauer bleibt.“ Wegen der bereits gestarteten Sommersaison könne sie sich sogar vorstellen, dass jemand am Anfang erst einmal nur den Biergarten bewirtschaftet, „ich bin da für viele Optionen offen.“

In fünf Jahren frühestens will sie mit der Umsetzung des geplanten Projekts in Brunnendorf starten. Auch dafür gibt es noch verschiedene Varianten, die Planungen befinden sich noch in der Anfangsphase. Dankerls Überlegungen reichen von Studentenappartements – die Nähe zum Campus in der Badstraße bietet dafür gute Bedingungen – bis hin zu Praxisräumen und barrierefreien Wohnungen.

Wie berichtet, hatte Viktoria Dankerl das 4000 Quadratmeter große Areal in Brunnendorf im Herbst 22 von einer Erbengemeinschaft gekauft. Den Gebäudekomplex auf vier Grundstücken rund um das markante rote Haus, will sie modernisieren, ohne den Charme und die historische Bausubstanz zu zerstören, so das erklärte Ziel der Unternehmerstochter und Investorin. Zentrumsnah und erschwinglich Wohnraum, aber auch Geschäftsräume schaffen – das ist ihre Zukunftsvision.

Kleinere Sanierungsmaßnahmen

Bis die Arbeiten an diese r Vision beginnen, soll allerdings in dem roten markanten Gebäude mit dem großen Rundbogenportal wieder ein Lokal für mehr Leben in Brunnendorf sorgen. Und auch für danach plant Dankerl mit einer Gastronomie vor Ort. Wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen mit den früheren Pächtern beschränkte sich Dankerl bisher auf kleinere Renovierungsarbeiten. Das Holzportal wurde ausgebessert, die Innenräume gestrichen, und es wurden neue Lampen aufgehängt. Fehlt eigentlich nur noch der neue Pächter...

Das markante Gewölbe steht unter Denkmalschutz. Hier könnten schon bald wieder Gäste bedient werden. Foto: Pizzeria Orlandini
Die Schilder der früheren Pizzeria Orlandini sind längst abmontiert. Wird hier bald wieder ein Lokal eröffnen? Foto: tf