Mitten in der Nacht vom Balkon gerettet: Seniorin (75) aus Blaibach flüchtet vor Feuer

Von Mittelbayerische Zeitung · 12. Dezember 2025 um 08:50

Geweckt vom Feuer im eigenen Haus hat sich eine 75-Jährige aus Blaibach (Landkreis Cham) nachts um zwei Uhr auf den Balkon gerettet. Eine Nachbarin wurde in der Nacht zum Freitag durch ein klirrendes Fenster geweckt und rief Hilfe. Die angerückten Feuerwehren konnten die Bewohnerin unverletzt in Sicherheit bringen. Das Haus ist nach dem Brand allerdings unbewohnbar.

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Ein ausgedehnter Zimmerbrand in der Ortsmitte von Blaibach hat am frühen Freitagmorgen mehrere Feuerwehren, den Rettungsdienst sowie die Polizei beschäftigt. Der Brand hatte sich ersten Ermittlungen zufolge in einem Zimmer an der Rückseite des Gebäudes entwickelt und sich dann auch auf den Flur davor ausgebreitet. Die Bewohnerin konnte von der Feuerwehr gerettet und in ein benachbartes Gebäude geführt werden.

Eine Nachbarin wurde aufgeweckt als ein Fenster im Haus der 75-Jährigen zersprang und verständigte mittels Notruf die Leitstelle in Regensburg informiert. Diese alarmierte kurz nach zwei Uhr neben dem Rettungsdienst und der Polizei auch die Feuerwehren aus Blaibach, Bärndorf, Lederdorn und Bad Kötzting zusammen mit Kreisbrandinspektor Andreas Bergbauer und Kreisbrandmeister Alexander Beier.

Flammen schlugen aus dem Fenster

Die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr Blaibach starteten auf der Rückseite einen Löschangriff, nachdem dort bereits die Flammen aus dem Fenster schlugen, und schickten einen ersten Atemschutztrupp in das Gebäudeinnere. Die Feuerwehren aus Bad Kötzting und Lederdorn wurden an der Vorderseite des Gebäudes eingesetzt und bauten über die Benefiziatengasse eine weitere Förderleitung auf. Zudem wurde an dieser Seite eine Steckleiter eingesetzt, über die die Einsatzkräfte auf den Balkon des Anwesens gelangten, auf den sich die Bewohnerin geflüchtet hatte. Über diesen konnte die ältere Frau dann auch von den Feuerwehrleuten in ein benachbartes Haus begleitet werden, in dem diese dann von Mitarbeitern des BRK betreut wurde.

Nachdem in der Anfangsphase des Brandes das Löschwasser aus den Löschfahrzeugen entnommen wurde, unterstützten die Aktiven der Feuerwehr Bärndorf beim Bau zweier Förderleitungen. Jede der beiden Leitungen wurde von einem Hydranten ausgehend in Richtung Brandstelle verlegt.

Im Innenbereich des Wohnhauses konnten die zahlreichen eingesetzten Atemschutztruppen die Flammen zügig löschen und erstes Brandgut aus dem Gebäude schaffen. Immer wieder mussten zu diesen Arbeiten aufkommende Flammen abgelöscht werden.

Enge Wege, mehrere Zäune

Zur Verbesserung der Sicht der Aktiven wurde mit dem Löscharbeiten auch mehrere Drucklüfter positioniert, die halfen, den intensiven Brandrauch aus dem Gebäude zu bekommen. Wie aufwändig der Zugang zum Gebäude war, zeigte sich insbesondere darin, dass die Zuwegungen relativ eng waren und gerade auf der Rückseite des Gebäudes die Aktiven gefordert waren, das gesamte Material über teils mehrere Einzäunungen zu transportieren und zu verlegen.

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Gegen 4 Uhr am Freitagmorgen waren die gröbsten Arbeiten erledigt, so dass im Innenbereich Deckenbereiche noch geöffnet wurden, um weitere Glutnester abzulöschen. Weiteres Brandgut wurde aus dem Gebäude geschafft. Kurz nach fünf Uhr konnten die Feuerwehren aus Bad Kötzting, Lederdorn und Bärndorf aus dem Einsatz entlassen werden, während die Feuerwehr Blaibach zur Brandwache vor Ort blieb.

Haus ist jetzt unbewohnbar

Von Seiten des Rettungsdienstes waren neben einem Notarzt noch die Besatzungen von zwei Rettungswägen vor Ort. Auch Blaibach Bürgermeisterin Monika Bergmann kam schon in der Anfangsphase des Einsatzes an die Schadensstelle. Zwei Räume des Hauses brannten komplett aus, der Rest des Gebäudes wurde stark verrußt, sodass das Haus unbewohnbar ist, teilt die Polizei Bad Kötzting mit.

Der Sachschaden wird nach ersten Schätzungen der Polizei auf mindestens 200.000 Euro beziffert. Noch während des Einsatzes begannen Mitarbeiter der Polizei Bad Kötzting mit ersten Ermittlungen zur Brandursache.