An einem zukunftsträchtigen ÖPNV im Landkreis Kelheim gibt es noch viel zu tun

Von Manfred Forster · 12. Dezember 2025 um 11:00

165000 Euro spart der Landkreis Kelheim pro Jahr, weil er zum Jahreswechsel den RVV verlässt. Das macht den ÖPNV nicht attraktiver. Die Auswirkungen spüren verschiedene Personengruppen. Doch das eigentliche Problem ist ein anderes.

Der Ausstieg des Landkreises Kelheim aus dem RVV-Tarif ist ein Rückschritt bei der Verkehrswende. Das betont RVV-Geschäftsführer Kai Müller-Ebenstein. Das Thema ist nicht neu. Der Kelheimer Kreistag hat sich schon im Frühjahr 2025 so entschieden. Er und der Regensburger Grünen-Abgeordneter Jürgen Mistol sagen auch, dass durch solche Tarifbrüche der Übergang zwischen Bahn und Busverkehr komplizierter, der Nahverkehr unattraktiver werde.

Gerade die nach Regensburg hin orientierten Menschen, Berufspendler, Schüler, Ausflügler und Studierende bleiben auf der Strecke.

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Jeder Pendler, der zwischen Kelheim und Regensburg – egal mit welchem Ticket – unterwegs ist, weiß, was den Nahverkehr unattraktiv macht: Wenn der Umstieg vom wenige Minuten verspäteten Zug auf den Bus in Saal an der Donau nicht klappt, weil einem der Bus bei der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof vor der Nase wegfährt.

Pilotprojekte, wie der autonom fahrende Kleinst-Bus, wurden im Landkreis Kelheim erprobt. - Foto: Beate Weigert/Archiv

Wenn das zwei Mal in der Woche passiert, dann ist das in gewisser Weise auch eine Art von Zuverlässigkeit und führt unweigerlich zur Erkenntnis: Auf Bus und Bahn kann ich mich nicht verlassen!

So interessant zukunftsweisende Verkehrsprojekte wie „Sue“ sind - ein „hochautomatisierter, zulassungsfähiger und verkehrstauglicher ,Peogle Mover'", wie es ÖPNV-Stabssstellenleiter Stefan Grüttner einmal im Kreismobilitätsausschuss genannt hat, der 2026 testweise zwischen Bad Gögging und Neustadt an der Donau verkehren soll - man darf die Gegenwart nicht vergessen. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf bei der Sensibilisierung von Systemen und dem Fingerspitzengefühl bei Busfahrern. Ein neues Logo, eine neue Website und eine neue App, wie es der Mobilitätsausschuss im Oktober 2025 beschlossen hat, wird am eigentlichen Problem wohl nichts ändern.