Neues Logo, neue Website, neue App: VLK im Landkreis Kelheim wird zeitgemäßer

Busabfahrten in Echtzeit abrufen, Tickets per Handy kaufen und eine moderne Optik: Im Mobilitätsausschuss wurden Neuerungen im Verkehrsverbund im Landkreis Kelheim beschlossen. Einzelne Kreisräte fragten sich mit Blick aufs Geld aber: Braucht es das alles wirklich – oder können wir uns etwas sparen?
Im Mobilitätsausschuss des Landkreises spielten auch die potenziellen Einnahmen und Ausgaben im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in 2026 eine Rolle sowie die Umsetzung eines digitalen Vertriebskonzepts im Verkehrsverbund Landkreis Kelheim, kurz VLK. Der soll ab kommendem Jahr generell moderner daherkommen.
2026 soll der VLK nicht nur ein neues Logo, das sich optisch am „Wabensystem“ der Linien orientiert, bekommen. Bis Anfang 2026 soll auch die neue Website stehen, informierte ÖPNV-Stabsstellenleiter Stefan Grüttner. Zudem soll es bis Mitte 2026 eine neue App geben, über die die ÖPNV-Nutzer im Landkreis Deutschlandtickets (D-Tickets) wie auch VLK-Einzelfahrscheine kaufen können. In ihr sollen auch die Abfahrtszeiten der Busse in Echtzeit zu sehen sein.
Sparpotenzial vorhanden?
Für die Website seien im Haushalt 2025 30.000 Euro eingestellt, so Grüttner. Andreas Fischer (SLU) befand, dass einige Ausgaben in Sachen VLK in dem Umfang „nicht zwingend nötig wären“. Vor allem die zuvor in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellten Kosten für die Erstellung der neuen App erschienen Fischer „nicht ganz unproblematisch“. Im Detail könne er wegen der nicht öffentlichen Thematik nicht mehr dazu sagen. Landrat Martin Neumeyer (CSU) konnte Fischers Sicht nicht verstehen. „Rückwirkend lehnst du das ab?“, fragte er den Abensberger. Auch Richard Zieglmeier (Grüne) äußerte sich in Fischers Richtung bezüglich der Höhe der „einmaligen Zuschuss-Kosten“ für die Firma, die die App erstellt.
Grüttner entgegnete, dass nur eine Website zu teuer sei. Zudem brauche es heutzutage eine App für mobile Geräte. Zudem ließen sich künftig damit die Abwicklungskosten deutlich senken. Benedikt Grünewald (CSU) konnte Fischers und Zieglmeiers Sicht nicht nachvollziehen. Für 2025 seien Gelder eingestellt worden. Wenn man nun „eine günstigere Lösung wähle“, sei das doch in Ordnung. Für Annette Setzensack (ÖDP) war alles Präsentierte „schlüssig und auch zeitgemäß für die Nutzer“. Mit 9:4 stimmte der Ausschuss für die vorgestellte Umsetzung und den Kooperationsvertrag mit den Verkehrsunternehmen. Der Vertrag garantiert dem Landkreis ein Mitspracherecht bei den Verkehrsleistungen, zudem regelt er den neuen Marktauftritt inklusive Website, zentralem Anfrage- und Beschwerdemanagement und digitalem Ticket-Verkauf.
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Aktuell gibt der Landkreis Kelheim laut Sitzungsunterlage etwa 3330 D-Tickets pro Monat an die Schüler mit Beförderungsanspruch aus. Bislang wurden diese über die RBO in Regensburg erworben. Durch den eigenständigen Vertrieb habe der Landkreis künftig einen Anspruch auf den allen Verkäufern gewährten Vertriebsanreiz. Der liege bei 2,91 Euro brutto pro Ticket. Dies könne zur Kostendeckung beitragen.
2,41 Millionen Defizit im ÖPNV
Auch der Haushaltsentwurf für den Kreis-ÖPNV 2026 war Thema in der Sitzung. Genauer gesagt drei Teil-Pläne. Im Hauptteil sind Einnahmen in Höhe von 4,87 Millionen Euro vorgesehen und Ausgaben in Höhe von 7,28 Millionen Euro. Ein Defizit von 2,41 Millionen Euro muss der Landkreis ausgleichen.
Im Teil „D-Ticket“ stehen laut der Planung 4,05 Millionen auf der Einnahme-Seite 4,08 Millionen Euro auf der Ausgaben-Seite gegenüber.
Der dritte Teil enthält rein die Sponsoring-Einnahmen der Kreissparkasse Kelheim von jährlich 5500 Euro (bis 2028) für die Videowall an der eigens für die autonomen Kexis gebauten Garage beim Landratsamt.
Im Hauptteil des ÖPNV-Haushaltsplans ging Grüttner insbesondere auf die großen Ausgabe-Posten ein. Allerdings waren in den Unterlagen der Kreisräte nur kumulierte Millionen-Beträge angegeben.
Dies kritisierte Fischer. Es sei schwierig, im „Schnell-Durchlauf“ zu sagen, wo Sparpotenziale lägen. Grüttner sicherte zu, die detaillierten Zahlen für die Sitzung im März aufzubereiten. Sie sollen zeigen, ob man womöglich bei „Geisterbussen“ Abstriche machen könne. Allerdings hängen die meisten Linien laut Grüttner ohnehin am Schüler-Verkehr. Wenn man wirklich Linien streichen wolle, sei dies letztlich „eine politische“ Entscheidung.
Werner Maier (FW) wollte zudem die Personalsituation im Sachgebiet erklärt bekommen. „Da gebe es Dinge, die man mal erklären muss“, befand der Mainburger. Landrat Neumeyer antwortete, die Infos würden detailliert im Personalausschuss vor der März-Sitzung dargestellt.
Konkretes Einspar-Potenzial sah denn Stephan Schweiger (SPD) bei den Dienstreisen. „Auch bei kleinen Posten können wir sparen“, merkte er an. Statt der angepeilten 8000 Euro könne man 2016 auch auf 5000 Euro gehen, sagte Grüttner. Damit waren alle einverstanden.
Am Ende stimmte allein Fischer gegen die ÖPNV-Haushaltsentwürfe. Versehen mit der Anmerkung: „Das heißt nicht, dass das so bleibt.“
Ausnahme und neuer Namenszusatz
• Übergangsregelung: Für die Buslinie 6001 (von Riedenburg nach Winden im Kreis Eichstätt), die zu „99 Prozent“ Schüler zur den Riedenburger Realschulen und wieder nach Hause bringt, war eine Übergangsregelung fällig. Bis 2029 muss sie noch einmal extra ausgeschrieben werden. Danach wird sie laut Stefan Grüttner im VLK aufgehen. Der Beschluss dafür fiel einstimmig.
• Umbenennung: In Abgrenzung zur Haltestelle Busbahnhof soll der Halt Mainburg/Griesplatz um den Zusatz Stadthalle erweitert werden.