Rodings Bundeswehr organisiert Typisierungsaktion: Kampf gegen Blutkrebs

Von Mittelbayerische Zeitung · 12. Dezember 2025 um 05:00

In Deutschland erhält alle zwölf Minuten ein Mensch die erschütternde Diagnose Blutkrebs. Weltweit passiert dies sogar alle 27 Sekunden. Blutkrebs stellt noch immer die häufigste Form von Krebs bei Kindern dar. Viele Betroffene können ohne eine lebensrettende Stammzellspende nicht überleben. Mit der Suche nach geeigneten Spendern beginnt stets ein Wettlauf mit der Zeit. Je schneller ein „Match“ gefunden wird, desto größer sind die Überlebenschancen.

Der Kontakt zu einer an Leukämie erkrankten ehemaligen Kameradin war die Motivation von Hauptfeldwebel Huber T. vom Versorgungsbataillon 4, eine Typisierungsaktion am Standort Roding auf die Beine zu stellen.

Zusammen mit Stabsunteroffizier d. R. Daniel Krämer-Barbott sowie der Zustimmung der Bataillonsführung habe man sich an die Arbeit gemacht und mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS alles Notwendige koordiniert, erläutert Huber. Er dankte Kathrin Schegerer, Pächterin der Rodinger Stadthalle, die Räumlichkeiten in der Stadthalle dafür nutzen zu dürfen.

„Unsere Bundeswehr ist fester Bestandteil der Gesellschaft – und genau das zeigt sich heute in besonderer Weise. Die DKMS-Registrierungsaktion hier in der Stadthalle Roding ist mehr als eine Veranstaltung meines Bataillons“, betonte Standortältester und Kommandeur OTL Florian Beerenkämper. „Sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass meine Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Beschäftigten auch Verantwortung übernehmen, die über unseren militärischen Auftrag hinausgeht und fester Bestandteil Rodings sind.“

Indem man sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren lasse, leiste man einen unmittelbaren Beitrag für Menschen, die Hilfe dringend brauchen. Beerenkämper dankte dem Orga-Team und allen, die sich registrieren ließen und damit die Aktion unterstützt haben.

Von den gut zwei Dutzend Registrierungen stellte den Großteil die Bundeswehr. Zudem ließen einige zivile Personen ihre Registrierungen aktualisieren. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit so vielen Blutkrebspatienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu geben.

Gegründet wurde die DKMS 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf und dem Arzt Gerhard Ehninger. Sie sorgt seitdem dafür, dass immer mehr Patienten eine lebensrettende Stammzellspende erhalten. 13 Millionen potenzielle Spender sind bei der DKMS registriert. Bis dato wurden 130 000 Stammzellenspenden vermittelt.

Die Organisation ist außer in Deutschland in den USA, Polen, UK, Chile, Indien und Südafrika aktiv. In ihrem Hochleistungslabor, dem DKMS Life Science Lab, setzt die Organisation weltweit Maßstäbe für die Typisierung potenzieller Stammzellspender, um so das perfekte „Match“ für eine lebensrettende Transplantation zu finden.