Bad Kötztinger Christmette wird am Heiligen Abend live im BR übertragen

Von Stefan Weber · 10. Dezember 2025 um 19:00

Es hat gute Tradition, dass der Bayerische Rundfunk am Heiligen Abend immer eine Messe aus einem der 20 Bistümer und sieben Erzbistümer des Freistaates live im Radio überträgt. Dieses Jahr ist wieder einmal das Bistum Regensburg an der Reihe. Die Messe, die übertragen wird, kommt aus Mariä Himmelfahrt in Bad Kötzting.

Anfang des Jahres habe ihn die Anfrage erreicht, sagt Stadtpfarrer Thomas Winderl im Gespräch mit unserem Medienhaus. Eine Frage, die er nicht sofort mit „Ja“ beantwortet habe, wie er sagt: „Ich wollte erst das ganze Team auch fragen“, sagt er – aber von allen, die an der Organisation der Christmette wie auch an den vielen weiteren Gottesdiensten das ganze Jahr über beteiligt seien, habe es nur Zustimmung gegeben.

Messen seit 1924 „on Air“

Dabei sei es auch im Jahr 2025 gar nicht so einfach, eine Messe live „on Air“ zu bekommen, auch wenn das schon eine sehr lange Tradition hat. Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurde das Jubiläum „100 Jahre Kirche im Radio“ mit einem ökumenischen Radio-Gottesdienst in Leipzig gefeiert. 1924 habe die Mitteldeutsche Rundfunk AG als Vorläufer des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) als erste Rundfunkanstalt in Deutschland einen Gottesdienst übertragen, wie die Evangelische Zeitung berichtete. An den Start war das Radioprogramm in Deutschland überhaupt erst im Jahr 1923 gegangen.

Aufgeregt sei er deswegen nicht, sagt der Stadtpfarrer. Allerdings gehörten doch einige Vorbereitungen dazu, damit die Messe ab 22 Uhr auch in das Programm des Bayerischen Rundfunks passt. Denn anders als bei einer „normalen“ Christmette, bei der es nicht entscheidend sei, wie lange sie dauert, habe das Radioprogramm einen festen Rahmen.

Die zweifache Christmette

Die letzten Töne von „Stille Nacht“ sollten in diesem Jahr nämlich erst um 23.30 Uhr verklingen, und so lange dauert die Christmette üblicherweise nicht. Als er den Ablauf mit allen Beteiligten durchgesprochen hatte und auch die Länge seiner Predigt überprüft habe, sei ihm aufgefallen, dass wohl rund 15 Minuten fehlen würden.

Die Christmette musste also etwas länger werden. Und wie könnte ein Pfarrer das erreichen? Nicht durch eine längere Predigt, wie Thomas Winderl gleich sagt. „Zwei, drei Minuten länger habe ich zwar schon gemacht als normalerweise.“ Die Gottesdienstbesucher sollten aber eben nicht mit einer doppelt so langen Predigt ihres Pfarrers in den Kirchenbänken gehalten werden. „Wir haben das musikalisch organisiert“, sagt der Pfarrer.

Wichtig sei ihm auch gewesen, dass der Gottesdienst selbst in dieser Nacht durch die Aufnahme nicht gestört werde. Darum wird er die Messe dieses Jahr zweimal halten: Einmal am Heiligen Abend und einmal am Abend davor. Am 23. Dezember werde es um 18.30 Uhr einen Durchlauf ohne Gottesdienstbesucher geben, damit am Heiligen Abend im Radio auch sicher eine Übertragung zu hören sein wird. Die gibt es übrigens auf BR Heimat sowohl im Internet als auch über DAB-Geräte.