Die Stadt Furth im Wald nimmt den Gartenschau-Schwung mit und saniert weiter

Die Stadt Furth im Wald hat auch 2026 wieder Projekte für die Städtebauförderung angemeldet. Dazu gehört der Sanierungsbeginn für das Landestormuseum am Schlossplatz als herausragende Maßnahme. Dafür sind bereits 3,3 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt, so Kämmerin Anja Heinrichmeyer. Bei einer Regelförderung bleiben der Stadt 1,3 Millionen Euro Eigenanteil. Man gedenke, den Schwung der Gartenschau in die Zukunft mitzunehmen, so Bürgermeister Sandro Bauer.
Dafür fand er Zuspruch im Gremium. So stellte Stadtrat Anton Schmidt fest: „Es ist für uns sehr wichtig, nach der Gartenschau nicht in ein Loch zu fallen, sondern die Stadtsanierung kontinuierlich fortzuführen.“ So war es folgerichtig, dass der Stadtrat einstimmig eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg oder zu Ende bringen will. Dazu gehören die Lorenz-Zierl-Straße mit Himmelreich, der Anschluss der Kramergasse an den Kirchplatz, die Erneuerung der Gässchen Rosenstraße und Grabenstraße, die Sanierung der Kellnergasse sowie die Errichtung eines Parkplatzes auf dem ehemaligen Sigikid-Gelände.
Private sanieren auch
Aber auch viele private Hausbesitzer haben inzwischen mit Sanierungen zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen und Geld von der Städtebauförderung bekommen. Dazu gehören die Gebäude Bayplatz 2, Bahnhofstraße 17, die Herrenstraße 3, Lorenz-Zierl-Straße 23, Lorenz-Zierl-Straße 26, Rosenstraße 17, Tradtstraße 15, Von-Müller-Straße 4. Der Stadtrat nahm Kenntnis von den Abschlussbewertungen und bestätigt deren Übereinstimmung mit den beschlossenen Gestaltungszielen.
Eine kontroverse Debatte entwickelte sich über einige Bauvoranfragen, für die die Bauverwaltung eigentlich Ablehnung vorgesehen hatte. Der Stadtrat sprach aber durchgehend sein Einvernehmen aus. Unter anderem für die Errichtung von Parkplätzen und einer Lagerhalle mit Geländeauffüllung in der Chamer Straße; Einvernehmen gab es auch für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage als Ersatzbau für ein bestehendes Nebengebäude mit gleichzeitiger Umnutzung zu Lagerzwecken in Schafberg. Mehrheitlich Einvernehmen gab es für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Blätterberg. Die Verwaltung befürchtet die Verfestigung einer Splittersiedlung im Außenbereich. Auch Belange des Naturschutzes seien beeinträchtigt. Stadtrat Franz Former war der Ansicht, dass man froh sein müsste, wenn jemand Ersatzbauten für derart baufällige Gebäude erstellt. Bürgermeister Bauer entgegnete: „Wir bekommen derzeit massive Probleme in den Außenbereichen mit Abwasserbeseitigung.“ Stadtrat Oskar Mühlbauer fragte nach, bis zu welchem Ruinengrad man denn ein Einvernehmen erteile. Stadtrat Andreas Roder fand es nachhaltiger, wenn Häuser an einem Ort gebaut werden, an dem bereits eines steht und das Gelände ohnehin versiegelt sei. Zudem sei in diesem Fall die Erschließung gesichert.
Nur politische Meinung
Stadtrat Anton Schmidt wies darauf hin, dass der Bauwerber das Haus nur kaufen werde, wenn er eine Baugenehmigung bekommt. Er sei aber im Außenbereich nicht privilegiert. Deswegen sei der Verwaltungsvorschlag zur Verweigerung des Einvernehmens richtig. Bürgermeister Sandro Bauer hatte dazu eine Grundsatzerklärung: „Das ist unsere politische Meinung. Genehmigen können wir sowieso nicht. Wenn wir das Einvernehmen erteilen, und das Landratsamt findet es nicht genehmigungsfähig, dann passiert sowieso nichts“, erklärte Bauer.
Ebenfalls Einvernehmen gab es zum Antrag auf Vorbescheid auf Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage als Betriebsleiterwohnhaus in Brunnhof und für den Antrag auf Vorbescheid auf Abbruch sämtlicher Gebäude und Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Blätterberg. Das Vorhaben liege im Außenbereich widerspreche dem Flächennutzungsplan, auch hier werde eine Splittersiedlung verfestigt und widerspreche Belangen des Naturschutzes. Anschlüsse an die öffentliche Wasser- und Abwasserversorgung sind laut Verwaltung nicht gesichert. Es gebe derzeit eine Brunnennutzung und eine Kleinkläranlage.
Wirklich genehmigungsfähig?
„Ob das im Bestand genehmigungsfähig ist, müssen Wasserwirtschaftsamt, Gesundheitsamt und Landratsamt entscheiden“, so der Bürgermeister. Der Stadtrat erteilte das Einvernehmen mehrheitlich.
Befürwortend an das Landratsamt weitergeleitet wurden der Bauantrag auf Umbau eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes mit Einfamilienhaus am Grabitzer Berg und der Antrag auf Umbau des bestehenden Pultdaches zum Satteldach auf dem bestehenden Gebäude mit Holzschuppen in Blätterberg.
Die Anfragen im Stadtrat
Unter „Anfragen“ haben die Stadträte eine ganze Reihe von Anliegen formuliert.
Oskar Mühlbauer fragte an, ob man die Bushaltestellen nicht in die Kötztinger Straße verlegen könne, um die Verkehrsproblematik in der Innenstadt an den Schulen zu entzerren. Bürgermeister Sandro Bauer stellte dazu fest, dass man bei der Gartenschau zugepachtet habe. Nun müsse man einen Wendehammer bauen: „Wir sind dabei“, sicherte er zu.
Eine Katzenschwemme im Fundbüro?
Stefan Zeller wies darauf hin, dass in dem Bauantrag auf Abriss in Blätterberg eine Katzenpflege enthalten sei. „Wenn da der Fall X eintritt, dann haben wir 28 Katzen im Fundamt“, befürchtete er. Der Bürgermeister stellte fest, dass die Betreuung der Katzen noch für zwei Jahre gesichert sei. So lange gelte der Mietvertrag.
Stadträtin Silke Schell verwies auf die schwierige Situation mit Ärzten in Furth nach dem Wegzug der ehemaligen Praxis Groeneveld. Bürgermeister Bauer stellte fest, dass er gerade erfahren habe, dass ein neuer Arzt kommen werde. Der Facharztsitz sei jedoch verloren und für dessen adäquaten Ersatz habe die Stadt keinerlei Hebel.
Die Stadt biete gute Räume und eine sehr gute Infrastruktur. Der frühere Besitzer habe wirklich versucht, den Sitz in Furth zu halten. Doch nach sieben Monaten sei nach rein finanziellen Erwägungen die Entscheidung plötzlich anders gefallen und der Sitz wechsle nun nach Cham. „Das ärgert mich“, sagte der Bürgermeister.
Bahn, FFW und Fußweg
Stadtrat Franz Former fürchtete die Verschiebung des Bahnüberganges in der Dr. Georg-Schäfer-Straße in die weite Zukunft. Bürgermeister Bauer stellte fest, dass die Bahn versichert habe, dass es eine wirklich dringende Maßnahme sei und durchgeführt werde.
Stadtrat Günther Stelzer fragte nach dem Sachstand für den Umbau des Feuerwehrhauses Grabitz. Aus wasser- und baurechtlicher Sicht sei das derzeit schwierig und liege momentan beim Landratsamt. Die Genehmigung stehe noch aus und sei nicht absehbar.
Stadtrat Former wünscht sich eine Gehverbindung vom Haus Theresia zur Kapelle. „Die Leute gehen da nachts auf der Straße, auch mit Kinderwägen.“ Bürgermeister Bauer fand den Vorschlag gut und will eine entsprechende Prüfung und Planung unterstützen.