Diskutieren, mitreden, feiern: So will der Carmelita Social Club den Dialog in Abensberg ankurbeln

Von Lucia Pirkl · 10. Dezember 2025 um 11:00

Bürgersprechstunde, Poetry Slam, Open Stage: Thomas Schug und Konstantin Ferstl wollen mit ihrem Pop-Up-Treffpunkt am Karmelitenplatz der Gemeinschaft Raum geben, auch über Parteigrenzen hinweg.

Einst drängten sich hier die Menschen dicht an dicht, es ging laut zu und diskutiert wurde hier sicherlich bisweilen auch. Und dann stand das Lokal am Karmelitenplatz 3, ein legendäres Pilspub, lange Zeit leer. Bis jetzt: Denn der SPD-Ortsverband will den Raum wiederbeleben. Im Carmelita Social Club will man mit den Menschen ins Gespräch kommen, hier dürfen Fragen gestellt, Wünsche ausgesprochen, hier darf diskutiert werden.

Hier soll aber auch Platz sein für ungewöhnliche Formate, für Kultur, auch für Partizipation über Parteigrenzen hinweg. Es soll ein „gemeinschaftlicher Möglichkeitsraum“ werden. Als vor Kurzem als auch die Adventsmärkte in Abensberg eröffneten und viele Menschen zwischen dem Turm und der Innenstadt hin- und herzogen, öffnete auch der Carmelita Social Club zum ersten Mal seine Türen.

Längst nicht nur politischer Diskurs soll hier stattfinden. Dass im März Kommunalwahlen sind, ist für Stadtrat Thomas Schug ganz klar auch ein netter „Beifang“. „Wir hatten die Idee eigentlich schon länger und suchten einfach nach einem passenden Raum“, so Schug, der dieses „Baby“ zusammen mit Konstantin Ferstl „gebar“.

Gesucht, gefunden. Das ehemalige Pilspub wurde dann einmal auf links gedreht, die ehemalige Theke verkürzt, Platz geschaffen. Nach dem Facelift wirkt es wie ein nettes Café, das den Blick frei gibt auf den Karmelitenplatz, auf die Straße, die den Karmeliten- und den Stadtplatz miteinander verbindet.

„Es soll ein Raum sein, der extra viel kann“, erklärt Ferstl die Idee. Während seines Lateinamerika-Aufenthalts, unter anderem in Buenos Aires, war er fasziniert davon, wie dort Räume wahre „Alles-Könner“ waren: Morgens die Buchhandlung, dann das Café und abends die Tanzschule oder die Bühne für Autorenlesungen. „Solche Orte gab es viele und mir hat der besondere Vibe in ihnen gefallen“, so Ferstl. Warum sollte so ein Ort also nicht auch in Abensberg funktionieren können?

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Die Beiden wollen auch Konzepte ausprobieren, die es bisher in Abensberg noch nicht gab. Denkbar wäre zum Beispiel, dass man hier auch Co-Working-Plätze anbietet, dass die Menschen beim Poetry Slam, bei einer Lesung, einem kleinen Konzert zusammen kommen. „Das wird sich sukzessive steigern und wir werden verschiedene Formate ausprobieren“, so Schug.

Kurzum: Ein Raum, in dem man Vieles spontan und auch mal kurzfristig realisieren kann, ohne große Buchung mehrere Monate im Voraus. „Das soll fast wie ein Open-Stage sein, eben wie ein Pop-Up, schnell und leicht zugänglich“, so Ferstls und Schugs Vision. Die Lage gebe schon einmal viel her: Man sei im Herzen der Stadt. Im Frühjahr lasse sich die Fensterfront sogar ganz zur Straße hin öffnen und auch die Freisitze davor nutzen. Damit ist man mittendrin. Dass der Raum so klein ist, sei dabei durchaus von Vorteil, denn so könne man die Menschen viel direkter ansprechen.

Die Stadtgesellschaft lebe ja schließlich von Ideen, auch vom Engagement der Bürger. „Und diesen Ideen wollen wir auch Raum geben“, so die Beiden unisono. Nicht zuletzt hoffen sie auch, durch so einen Treffpunkt wieder zu mehr Direktheit, zu mehr Partizipation zurückzufinden, weg von der Diskussion, die sich rein in den Sozialen Medien abspielt, das ist der Wunsch der zwei.

Wer Interesse hat, kann sich an @spd_abensberg auf Instagram oder per E-Mail an schug-abensberg@gmx.de wenden.