Der Widerstand gegen den Logistikpark bei Stocka geht weiter

Von Wolfgang Abeltshauser · 29. November 2025 um 15:00

Bei der Jahresversammlung der Bürgerinitiative zur Verhinderung eines Logistikparks bei Stocka (BI) im Jungbräu in Abensberg gab es einen grundsätzlichen Rückblick auf deren bisherige Arbeit. Die von Vorsitzenden Roland Weiß und BI-Mitglied Hubert Hietl vorgetragene Bilanz hörte sich sehr positiv an.

Für Hubert Hietl ist allein dies schon ein Erfolg: „Seit 20 Monaten werden die Einwände abgearbeitet. Das dauert so lang, weil sie so hochwertig sind.“ Er sprach dabei von den Stellungnahmen, die im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans für den Logistikpark im Rohrer Rathaus angekommen sind. Dass es derzeit noch offen ist, ob der Logistikpark entstehen wird, sei allein schon ein Erfolg für die BI. „Der Projektbetreiber verschiebt den Fertigstellungstermin immer wieder nach hinten.“ Habe man laut Hietl anfangs noch das Jahr 2025 anvisiert, könne man derzeit auf dessen Internetseite lesen, dass es eventuell im vierten Quartal 2027 soweit sein könnte.

Weiß hatte davor berichtet, dass es allein über 400 private Einwände gegen das Logistikprojekt gebe. Sicherlich habe hier die Arbeit der BI Menschen animiert, Stellungnahmen abzugeben. Und die 200 Presseartikel, die mittlerweile über das Vorhaben erschienen seien, würden zeigen, dass das Thema die ganze Region aufwühle. Weitere Zahlen würden das belegen. So habe der Abensberger Firmeninhaber Fritz Zeilbeck in einer spontanen Aktion 50 Unternehmer dazu gebracht, einen laut Weiß Brandbrief an das Wirtschaftsministerium zu schicken. 80 Prozent der Haushalte der Orte Bachl und Scheyern sandten demnach einen solchen Brief an die Rohrer Bürgermeisterin.

Unterstützung vom Bund Naturschutz

Der langjährige Orts- und Kreisvorsitzende vom Bund Naturschutz Peter Forstner versprach in einem kurzen Statement: „Wir werden Euch weiter unterstützen.“ Das Projekt sei ein Unding, der ganze Landesverband seiner Organisation unterstütze den Kampf dagegen. Weiß kündigte an, weiter daran zu arbeiten, ein Amazon-Logistikzentrum zu verhindern. In den vergangenen Monaten habe es viele Gespräch mit Politikern gegeben, allerdings scheine es so, als dass die Staatsregierung das Projekt einfach durchwinken wolle.

Deutliche Worte in Richtung Politik fand Hietl, der namentlich Landrat Martin Neumeyer, den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, die Landtagsabgeordnete Petra Högl und Rohrs Bürgermeisterin Birgit Steinsdorfer ins Visier nahm. Er kritisierte, dass die Vier im Zusammenhang mit dem Logistikpark von großen Chancen für Rohr sprechen würden, ohne konkrete Fakten zu liefern. Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern sowie des heimischen Mittelstands würden ignoriert - dazu Naturzerstörung und Gesundheitsgefährdung in Kauf genommen.

Hubert Hietl beschäftigte sich bei seinem Rückblick auf die Arbeit der BI auch mit Aussagen von Politikern aus der Region. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Immerhin haben laut Weiß mittlerweile die Stadt-, Markt- und Gemeinderäte aus Abensberg, Saal, Hausen und Langquaid jeweils einstimmig das Projekt abgelehnt. Er kündigte an, dass die Kandidaten für den Landratsposten, die sich 2026 zu Wahl stellen wollen, Ende Januar oder Anfang Februar bei einer Podiumsveranstaltung die Gelegenheit haben sollen, ihre Sicht auf den angedachten Logistikpark darzulegen. Sie werden laut BI-Chef etwa zwei Wochen vor der Veranstaltung schriftlich Fragen zum Thema bekommen, die sie dann vor Publikum beantworten können.

Die Frage nach den Parkplätzen

Danach sollen Bürgerinnen und Bürger auch Fragen stellen dürfen. Dabei könnte es dann auch um das Thema Parkplätze für Lastkraftwagen gehen. Denn ein Versammlungsteilnehmer fragte in einer Wortmeldung beim Tagesordnungspunkt „Fragen & Antworten“ , ob und wo den Parkplätze in der Region geschaffen werden könnten, damit die Lkw-Fahrer, die den Logistikpark ansteuern und ihre gesetzlichen Pausen einlegen müssen, ihr Fahrzeug abstellen können. Weiß antwortete, dass diese Fragestellung noch nirgends aufgetaucht ist und bat den Mann, sie zur angekündigten Veranstaltung mitzubringen.

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Ein anderer Versammlungsteilnehmer befürchtet überschwemmte Wiesen und Wälder als Folge von Starkregen, da auf dem Areal des Logistikparks ja viel Fläche versiegelt werde, so dass dort Wasser nicht versickern könne. Genau das würde laut Weiß bei Stellungnahmen von Wasserzweckverbänden kritisch angemerkt. Die Planer seien von einem sogenannten zehnjährigen Regenereignis ausgegangen, als ob es nie Starkregenereignisse in der Region gebe.

Der stellvertretende Vorsitzende der BI Jürgen Thaus betonte in seiner Ansprache: „Unser Engagement richtet sich nicht gegen den Online-Handel per se, prinzipiell auch nicht gegen Amazon und ganz sicher nicht grundsätzlich gegen Rohr.“ Man kämpfe gegen ein drohendes Riesenmonster, das die Situation in dieser ländlich geprägten Region aus den Angeln heben würde. Er schloss mit den Worten: „Kurz: Die drohende Errichtung eines der größten Amazon-Logistikparks von ganz Deutschland in Stocka ist keine Chance für den Landkreis, sondern ein Super-Gau, der unsere Zukunft irreversibel für Jahrzehnte niederwalzt.“