Umkämpfte Eiche im Regensburger Westen wohl jünger als angegeben

In der seit Monaten anhaltenden Debatte um die mögliche Fällung einer Eiche im Regensburger Westen ist der Bund Naturschutz von einer früheren Angabe zum Alter des Baumes nun auch öffentlich abgerückt.
Wie die Mittelbayerische Zeitung mehrfach berichtete, ist die Zukunft der Eiche ungewiss. Sie steht auf zwei Grundstücken. Der Eigentümer der einen Seite will sie fällen lassen, die Eigentümergemeinschaft der anderen Seite will sie erhalten. Auch der Bund Naturschutz kämpft vehement für den Erhalt des Baumes. In einer öffentlichen Mitteilung hatte er im Sommer den Baum als „vitale 100-jährige Stieleiche“ beschrieben.
Die Stadt Regensburg, bei der einer der Grundstückseigentümer eine Fällgenehmigung beantragte, hatte sich – aus Gründen des Datenschutzes, wie sie sagt – bislang noch nie konkret zu dem Fall geäußert, Umweltamtschefin Tina Voigt machte zuletzt im Stadtrat aus einer Information der Verwaltung aber kein Geheimnis mehr. Der Baum sei keinesfalls 100 Jahre alt, sagte sie: „Wir haben Aufzeichnungen und Luftbilder wo man sieht, dass der Baum circa 50 bis 60 Jahre alt ist. Aber natürlich klingen 100 Jahre besser, das ist mir schon klar.“
Raimund Schoberer, der Regensburger Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, teilte nun mit, dass die Eiche bereits im Bebauungsplan der Siedlung von 1991 „als geschützt und zu erhalten eingezeichnet ist“. Eine solche besondere Ehre würden Bäume nicht umsonst erhalten: „Sie ist vital und heute noch schützenswerter als damals.“ Offenbar räumt der Bund Naturschutz aber ein, dass die Eiche doch etwas jünger als zunächst angegeben ist. Dies sollte aber nicht entscheidend sein, sagt Schoberer: „Egal ob 100 oder ein paar Jahre mehr oder weniger alt. Wir erkennen nicht, warum dieser Schutzstatus heute nicht mehr gegeben sein sollte.“