MZ-Reporterin entdeckt ausgebüxte Kühe bei Bodenwöhr – Bauer scheitert mit Fangversuch

Von Johannes Hartl, Martin Kellermeier · 7. Dezember 2025 um 15:04

Seine Rinderherde beschert einem Landwirt aus der Region seit Ende November eine schlaflose Nacht nach der anderen. Vier Kühe waren am 26. November von ihrer Weide bei Neuenschwand im Gemeindegebiet von Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf) ausgebüxt. Inzwischen sind zwei Tiere zurück. Die anderen beiden narren ihren Besitzer dagegen weiter.

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Wie berichtet, war die erste „flüchtige“ Kuh bereits nach zwei Nächten freiwillig wieder zu ihrer Herde zurückgekehrt. Wenige Tage später stand dann das nächste abgängige Fleischrind vor dem Weidezaun und wollte zurück zu seinen elf Artgenossinnen. Das bestätigte der betroffene Landwirt auf Anfrage der MZ. Seitdem stehen wieder zwölf Tiere auf der Weide.

Fehlende Rinder standen friedlich vor dem Weidezaun

Fehlen noch zwei Rinder. Sie sind seit dem 26. November weiter abgängig. Doch spurlos verschwunden sind sie seitdem nicht. Am vergangenen Freitag konnte MZ-Reporterin Agnes Feuerer die rund 400 Kilogramm schweren Tiere entdecken – in unmittelbarer Nähe zu ihrer Weide am Kammerholz bei Bodenwöhr.

Links im Bild die Herde auf der Weide und ihr Unterstand, rechts stehen die beiden ausgebüxten Tiere vor dem Zaun. Stunden später flüchteten sie bei einem Fangversuch erneut. - Foto: Agnes Feuerer

„Sie sind ganz ruhig vor dem Zaun gestanden und haben Kontakt zu ihren Artgenossen gesucht“, konnte die MZ–Autorin beobachten. Die Kühe seien mit der Herde auf- und abgewandert. Feuerer erstattete umgehend Bericht. Der betroffene Landwirt und eine Streife der Polizeiinspektion Neunburg rückten an. Sie wurden auch schon von anderen Beobachtern verständigt.

Der Bauer bat nachdrücklich darum, sich den Tieren nicht zu nähern. Zu groß sei die Gefahr. Er versicherte, dass er die Rinder mit erfahrenen Berufskollegen am Samstagmorgen einfangen wolle. Die Tiere verblieben nach Rücksprache mit der Polizei sodann über Nacht ohne Zaun direkt neben der Herde.

Zwei Rinder flüchten erneut in nahegelegenes Waldstück

Am Samstag rückte der Landwirt dann gegen 8 Uhr mit seinen Helfern an. Laut seiner Aussage waren die Rinder noch da, als er mit seinen Kollegen zur Weide kam. Doch die Morgenaktion war nicht von Erfolg gekrönt. „Sie sind uns wieder ausgekommen“, bestätigte der betroffene Landwirt.

Nach etwa 30 Minuten sei der Fangversuch gescheitert, die Tiere hätten Anlauf genommen und ihr Heil wiederholt in der Flucht gesucht. „Auch mit 200 Mann hast du da keine Chance“, stellte der Bauer fest. Erneut seien seine Fleischrinder in das nahegelegene Waldstück gerannt. Eine sofortige Absuche endete ohne Ergebnis.

Für den Landwirt geht damit eine ungewisse Zeit weiter. Er kontrolliere weiter täglich die Wege und die Weide. Bei seiner Suche freue er sich auch über Hinweise aus der Bevölkerung. Wer eines der Fleischrinder entdeckt, solle sich umgehend bei der Polizei melden. Die Beamten würden sich dann mit ihm in Verbindung setzen.

Es wäre ein schönes Christkindl, wenn alle Tiere zurück sind und nichts passiert ist.Der betroffene Landwirt

Wo sich die beiden Tiere derzeit aufhalten, ist völlig offen. Es liegt nahe, dass sie sich erneut in der Nähe ihrer Weide aufhalten. Allerdings kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie weitergerannt sind. Ein erfahrener Jäger aus der Region hatte bereits kurz nach Bekanntwerden des Falls auf Anfrage der MZ mitgeteilt, dass Kühe einige Kilometer pro Tag zurücklegen könnten. „Realistischerweise drei bis fünf Kilometer, es können aber auch zehn bis 15 sein“, sagte der Waidmann. Die Rinder würden im Wald ausreichend Futter finden und könnten dort ohne Probleme überleben.

Kehren die fehlenden Rinder erneut zur Weide zurück?

Der Landwirt hofft, dass seine Herde schon bald wieder vollzählig ist. „Es wäre ein schönes Christkindl, wenn alle Tiere zurück sind und nichts passiert ist“, sagte er. Er rechne damit, dass die beiden fehlenden Rinder erneut von selbst zur Weide zurückkehren.

Die Flucht der Tiere ist nicht ungefährlich. Nicht weit von ihrer Weide bei Neuenschwand entfernt verläuft die vielbefahrene Bundesstraße 85, und die Bahnlinie Schwandorf-Cham ist auch nicht weit weg. Die Polizei entschied sich daher anfangs, über den Verkehrsfunk vor den Rindern zu warnen. Züge mussten den Bereich zeitweise mit verminderter Geschwindigkeit passieren.