Halbe Million investiert: Burglengenfelder Pfarrzentrum hat nun sparsamere Heizung

Von Friedrich Gluth · 8. Dezember 2025 um 11:00

Das 1976 errichtete Pfarrzentrum St. Josef in Burglengenfeld ist mittlerweile in die Jahre gekommen und bedarf entsprechender Unterhaltsmaßnahmen. Eine solche Maßnahme, die dazu beiträgt, den Bestand des Pfarrzentrums langfristig zu sichern, und auch dazu dient, dass sich die Nutzer der Einrichtung wohlfühlen können, war die Erneuerung der Heizungsanlage für eine halbe Million Euro.

Durch entsprechende Anträge hatte der damalige Pfarrer Helmut Brügel das Projekt angestoßen. Mit den Arbeiten wurde im November 2024 begonnen, abgeschlossen wurden sie im Mai 2025.

Heizkosten-Einsparungen von 15.000 Euro

Bei einer Begehung zeigten Pfarrer Michael Hirmer von der Stadtkirche Burglengenfeld, Architektin Kerstin Steiner vom gleichnamigen Burglengenfelder Architekturbüro, das mit der Planung, Bauleitung und Bauüberwachung beauftragt war, Kirchenpfleger Hubert Fleischmann und Martin Steiner von der Kirchenverwaltung St. Josef auf, welche Arbeiten an der Heizungsanlage durchgeführt wurden.

Für die Wärmeversorgung des Pfarrzentrums St. Josef, so die Architektin, wurde die alte Ölheizung durch neue Wärmeerzeuger auf regenerativer Basis (Holzpellets) ersetzt. Der jährliche Heizölverbrauch lag bei circa 30.000 Litern, das entspricht einer CO2-Emission von etwa 80 Tonnen.

Diese Umweltbelastung wird durch die neue Heizung vermieden. Bei gleicher Nutzungsintensität des Pfarrzentrums verbraucht die neue Heizungsanlage 40 Tonnen Pellets pro Jahr. Dies ergibt eine jährliche Heizkostenersparnis von 15.000 Euro.

Laut Steiner wurden die alte Ölheizung demontiert, die zwei vorhandenen Erd-Heizöltanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 25 Kubikmetern gereinigt und stillgelegt.

Container wurden verkleidet

An Stelle eines Nebengebäudes seien zwei nebeneinander liegende Containermodule aufgestellt worden. In einem befinde sich das Pelletlager mit einem Fassungsvermögen von circa 23 Tonnen, im anderen die beiden Heizkessel mit einer Leistung von 110 und 170 Kilowatt. Diese seien jeweils mit einem Partikelfilter ausgestattet, um auch etwaige später auftretende immissionsschutzrechtliche Auflagen erfüllen zu können.

Um eine optische Einheit mit dem Gebäudebestand zu erreichen, erhielten die Container eine Fassadenverkleidung aus Lärchenholz mit identischer Profilausbildung.

Für das Projekt wurden laut Kirchenpfleger Hubert Fleischmann Gesamtkosten von 500.000 Euro veranschlagt. Dieser Kostenrahmen sei eingehalten worden, ebenso wie der vereinbarte Terminplan. Der Einbau der neuen Heizung werde mit rund 50 Prozent durch die Diözese gefördert, mit 174.600 Euro beteilige sich das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Pfarrei hoffe noch auf einen Zuschuss von der Stadt Burglengenfeld sowie aus dem Klimafonds des Bistums. Als Eigenanteil habe die Pfarrei rund 75.000 Euro zu tragen, die von der Kirchenstiftung der Pfarrei St. Josef zu zahlen seien.

900 Menschen kommen jede Woche ins Pfarrzentrum

Das Pfarrzentrum St. Josef ist ein wichtiger Faktor im kirchlichen Leben der Pfarrei, betonte Hirmer. Deutlich wird dies durch Besucherzahlen. So kommen wöchentlich 900 Menschen ins Haus. Es handelt sich dabei um Chöre und Musikergruppen, um Eltern-Kind-Gruppen, Ministranten, Pfadfinderinnen, Teilnehmer des Senioren-Cafes und des Bibelkreises, den Katholischen Frauenbund und die Kolpingsfamilie. Außerdem nutzen die Gremien dreier Pfarrgemeinden die Räume für Sitzungen. 400 Personen besuchen im Verlauf einer Woche den Gottesdienst.

Steiner und Fleischmann betonten, dass es auf der Baustelle immer reibungslos gelaufen sei, da die aus der Region kommenden Firmen sehr gute und zuverlässige Mitarbeiter eingesetzt hätten.

Pfarrer Hirmer dankte dem Kirchenpfleger, der oft mehrfach am Tag auf der Baustelle anzutreffen gewesen sei und bei Fragen der Handwerker gleich helfen konnte.