Döpfer Gruppe aus Schwandorf gründet Fortbildungsakademie in China

Von Mittelbayerische Zeitung · 7. Dezember 2025 um 11:00

Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland sind ausländische Fachkräfte ein wichtiger Teil für die zukünftige Versorgung im Therapie- und Pflegebereich. Gemeinsam mit ihrem Partner vor Ort hat die Döpfer Gruppe deshalb nun eine Niederlassung ihrer Fort- und Weiterbildungsakademie im chinesischen Chengdu gegründet. Das geht aus einer Mitteilung des Bildungsunternehmens hervor.

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„Internationalisierung, also die Gewinnung ausländischer Fachkräfte, spielt auch im Gesundheits- und Sozialbereich eine wichtige Rolle“, wird Hubert Döpfer in der Mitteilung zitiert, der Gründer und Träger der gleichnamigen Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Schwandorf.

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sei die Gesamtbeschäftigung in Pflegeberufen seit 2013 um 26 Prozent gestiegen. Seit 2022 werde das Wachstum aber komplett von ausländischen Personen getragen. Mit der alternden Gesellschaft steige die Nachfrage nach Pflege- und Therapiekräften.

Die Döpfer Gruppe, die bereits im Bereich ihrer Berufsfachschulen mit internationalen Partnern zusammenarbeitet, um Schüler vor allem für die Pflegeausbildung anzuwerben, hat Anfang November auch eine Niederlassung ihrer Fort- und Weiterbildungsakademie in Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan eröffnet.

Den Einstieg erleichtern

Mit mehreren staatlichen und privaten chinesischen Bildungsgruppen schloss das Schwandorfer Unternehmen ein Projekt-Kooperationsabkommen, das es chinesischen Schülern ermöglicht, international anerkannte Ausbildungsmöglichkeiten zu erhalten, um ihnen den Einstieg als künftige Fachkräfte ins deutsche Gesundheits- und Sozialsystem zu ermöglichen.

Aber Döpfer engagiert sich der Mitteilung zufolge auch auf dem chinesischen Markt: Mit sogenannten „Train-the-Trainer“-Programmen an chinesischen Colleges und Universitäten vermittelt die Döpfer Akademie angehenden Lehrkräften das Know-how rund um die Altenpflege in Deutschland und die Expertise der Gruppe im Bereich der Therapieberufe. Auch dieser Sektor soll durch den Döpfer-Stützpunkt in Chengdu nun effektiv und zielgerichtet ausgebaut werden.

An der Fortbildungsakademie in der Provinz Sichuan sollen auch angehende Lehrkräfte vom deutschen Fachwissen profitieren. - Foto: Döpfer Gruppe

Neben der Anwerbung und der Unterstützung bei Qualifikationsprüfungen oder Regelungen zur Aufenthaltsgenehmigung von Auszubildenden aus China, aber auch aus Marokko, der Türkei, Ägypten, Vietnam, dem Iran oder Indien, kümmert sich Döpfer zudem um die Anerkennung bereits ausgebildeter internationaler Fachkräfte in Deutschland.

„Wir sorgen via Anpassungslehrgang oder Kenntnisprüfung für eine nachhaltige Anerkennung und Berufserlaubnis in Deutschland“, sagt Michael Karp, Leiter des International Office (IO) der Döpfer Gruppe. „Hier arbeiten wir eng mit deutschen Arbeitgebern im Pflege- und Therapiebereich zusammen.“

Ein weiteres großes Kooperationsfeld ist die Zusammenarbeit der ebenfalls zur Gruppe gehörenden HSD Hochschule Döpfer mit internationalen – aktuell vor allem chinesischen – Hochschulen. Hier stünden konkrete Verhandlungen an, um einen internationalen Doppelabschluss des chinesischen Bachelorstudiengangs Rehabilitationstherapie und des deutschen B.Sc. Therapiewissenschaften an der HSD zu ermöglichen, so Karp.

Und weiter: „Auf diesem Weg kann sich die HSD spürbar internationalisieren und ausländische Studierende in nennenswerter Zahl akquirieren. Zeitgleich arbeitet der IO-Zweig der HSD an einer eigenen Hochschulzugangsprüfung, die die Immatrikulation ausländischer Studierender deutlich erleichtern wird.“

Neben der Berufsaus- sowie Weiterbildung und Anerkennung sind vor allem Sprachkenntnisse für ausländische Fachkräfte wichtig. Auch hier setzt die Döpfer Gruppe in ihren deutsch-chinesischen Kooperationen an, indem sie chinesische Schüler bei der Erlernung der deutschen Sprache unterstützt. Darüber hinaus soll eine eigene Sprachenschule gegründet werden, um alle Zielgruppen aus dem Ausland weiter zu qualifizieren.

Sprache ist die Grundlage

„Egal ob Ausbildung oder Studium – deutsche Sprachkompetenz ist die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einstieg als Fachkraft in unseren Gesundheits- und Sozialbereich“, sagt Michael Karp und wirft einen Blick in die Zukunft: „Unser neuer Standort in Chengdu ist ein erster großer Schritt auf dem internationalen Parkett und dient als Blaupause für andere Partner, zum Beispiel in Vietnam und in Indien, die Zusammenarbeit in dieser Form auszuweiten.“