Erster Großkunde für Wärmeauskoppelung der Bayernoil-Raffinerie Neustadt

Von Jochen Dannenberg · 7. Dezember 2025 um 15:00

Die Wärmeauskoppelung bei der Bayernoil-Raffinerie ist eines der großen Zukunftsprojekte der Stadt. Wesentlich für den Betrieb und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens ist, dass die Kommune in ausreichendem Maße Kunden für die Wärmeenergie findet. Ein erster potenzieller Großabnehmer hat jetzt zugesagt.

Es ist die Limes-Therme. In der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Bad Gögging wurde beschlossen, dass die Therme an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Neustadt a. d. Donau angeschlossen werden soll. Damit soll ein erheblicher Teil der Energieversorgung in der Gesundheitseinrichtung sichergestellt werden. Der Zweckverband reagiert damit auf die in den letzten Jahren erheblich gestiegenen Energiekosten.

Eine zukünftige Wärmeversorgung mittels Fernwärme, heißt es dazu im Schreiben an die Zweckverbandsmitglieder, ergänzt durch die aktuell installierten Wärmepumpen zur Wärmerückgewinnung aus dem abgebadetem Thermalwasser, sei sehr wirtschaftlich. Zur Absicherung der Energieversorgung, lautet die Empfehlung in dem Schreiben, solle künftig der Strombezug nicht nur durch Festpreisverträge oder Einkauf am Spotmarkt, sondern auch durch eine Photovoltaik-Anlage und die Kooperation mit den Stadtwerken Neustadt a. d. Donau erfolgen. Die Limes-Therme strebt damit der Energieneutralität zu.

Durchbruch für das Projekt

Für das Neustädter Wärmeauskoppelungsprojekt bedeutet dieser Beschluss des Zweckverbands unter seinem Vorsitzenden, dem Bezirkstagspräsidenten Olaf Heinrich, einen Durchbruch. „Die Limes-Therme ist unser erster großer Wärmekunde“, freute sich Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel nach der Versammlung. „Es ist genau das, was wir uns über viele Jahre gewünscht haben. Jetzt fehlen uns nur noch die anderen Abnehmer. Dann lohnt es sich, dass man die Investitionen tätigt.“

Die Investitionen, um die es bei der Wärmeauskoppelung geht, sind allerdings beträchtlich. Es geht um eine zweistelliger Millionensumme.

Die Limes-Therme bleibt trotz aller Maßnahmen zur Modernisierung ein Energiefresser. Sie hat derzeit einen jährlichen Gesamtstrombedarf in Höhe von 3.300 MWh, wobei circa 2.300 MWh von vorhandenen Stromerzeugungsanlagen abgedeckt werden. Hierzu steuern die beiden Erdgas-betriebenen Blockheizkraftwerke (BHKW) rund 97 Prozent zur Eigenstromerzeugung bei und die vorhandene Dach-Photovoltaik rund 3 Prozent.

Photovoltaik geplant

Mit dem Fernwärme-Anschluss und der daraus folgenden Stilllegung der beiden vorhandenen Blockheizkraftwerke entfällt jedoch eine bislang selbst erzeugte Strommenge in Höhe von rund 2200 MWh, die dann extern bezogen werden muss. Um den dadurch entstehenden wirtschaftlichen Nachteil auszugleichen, bietet sich aus Sicht des Zweckverbandes die Herstellung und der Betrieb einer eigenen Freiflächen-Photovoltaik- Anlage mit Batteriespeicher in räumlicher Nähe zur Limes-Therme an.

Grundsätzlich kommen dazu nach Auffassung des Zweckverbands zwei Standorte in Frage, bei denen jedoch jeweils noch baurechtliche und naturschutzrechtliche Fragen zu klären sind. Bei einer dieser Flächen handelt es sich um ein Teilgrundstück, auf dem Moor für Anwendungen in der Limes-Therme zwischengelagert ist. Der zweite Standort befindet sich südlich der Limes-Therme, wo ein Grundstück des Zweckverbands sowie zwei weitere Grundstücke benötigt würden. Eines der beiden ist im Besitz der Stadt Neustadt an der Donau. Zur direkten Anbindung der Freiflächenanlage an die Limes-Therme ist ein 1,3 Kilometer langer Leitungsweg notwendig. Auch hier muss noch Baurecht geschaffen werden.

Unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und baurechtlichen Fragestellungen wurde von der Verwaltung ein Prüfauftrag erteilt, unter welchen Größenvoraussetzungen, mit welchen Anlagenbestandteilen und mit welchen finanziellen Konditionen sich der der Betrieb einer Photovoltaik- Freiflächenanlage wirtschaftlich gestaltet.