Baustelle war Alltag: Nach elf Jahren steht Altstadtsanierung in Neustadt vor dem Abschluss

Von Jochen Dannenberg · 29. November 2025 um 19:00

Die Baustellen in der Innenstadt von Neustadt im Landkreis Kelheim gehörten zum Alltag. Doch jetzt, nach elf Jahren Altstadtsanierung, ist das Ende absehbar. Der letzte Pflasterstein wurde gesetzt.

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Es war ein kurzer, aber doch bedeutender Moment. Ihm fehlte jede Feierlichkeit und der Himmel war grau, das Thermometer zeigte eine Temperatur um den Gefrierpunkt an. Doch da war es mit einem Mal auch schon geschehen. Der letzte Stein des neuen Straßenpflasters in der Altstadt gesetzt und das letzte Loch im Straßenbelag geschlossen.

In der Gasse zwischen „Alcatraz“ und „Storchenwirt“ vollendete sich, was elf Jahre vorher ein paar Meter entfernt begonnen hatte. Bauarbeiter der Firma Stanglmeier aus Abensberg hatten im Sommer 2014 den Asphalt neben dem Kriegerdenkmal am St. Anna-Kircherl entfernt, den Untergrund erneuert und anschließend das neue Pflaster verlegt.

Ob damals jemand geahnt hat, wie lange die Altstadtsanierung dauern würde und dass sie irgendwann genau dort enden würden, wo sie begonnen hatte? Oder wie sehr sie die Menschen in Neustadt a.d. Donau beschäftigen würde?

Zwischen „Alcatraz“ (links) und „Storchenwirt“ (rechts) vollendete sich die Altstadtsanierung. Hier wurden die letzten Pflastersteine gesetzt. Elf Jahre vorher hatten die Arbeiten an der St. Anna-Kirche (im Hintergrund) begonnen. - Foto: Jochen Dannenberg

Tatsächlich bot die Altstadtsanierung Anlass für manche Kritik und einigen Spott. Der Grund: Das Pflaster, das am Stadtplatz und am Kirchplatz und zwischen Rathaus und Laurentius-Kirche verlegt wurde, neigt dazu, rutschig zu sein und das nicht nur bei Regen. Immer wieder wurde das Pflaster deshalb aufgeraut und weil der Stein den Belastungen des Kraftverkehrs nicht gewachsen war, zerbröselte er stellenweise. Von einem „Brösel-Alarm“ war deshalb in der Lokalzeitung zu lesen.

Was aber auch seine guten Seiten hatte: Vorübergehend galt für den Kraftverkehr in diesem Bereich der Innenstadt nur noch eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Poser und andere PS-verliebte Autonarren hatten da keine Chance zu zeigen, welche Kräfte unter den Motorhauben ihren Boliden steckte.

Mehr Lebensqualität

Mit dem letzten Pflasterstein, der am Donnerstag kurz nach dem Mittagessen gesetzt wurde, ging unwiderruflich ein spannendes Kapitel der jüngeren Neustädter Geschichte zu Ende. Die Stadt wurde mit erheblichem finanziellen Aufwand aufgehübscht. Die Arbeit hat sich gelohnt. Die Innenstadt ist bunter und grüner geworden. Die Freisitze, die am Stadtplatz und am Kirchplatz entstanden sind, lohnen allemal – vor allem im Sommer – zum Verweilen ein. Kurz: Die Altstadt ist lebenswerter geworden. Längst hat sich das auch in der Einwohnerstruktur niedergeschlagen. Es gibt wieder mehr Familien und Kinder in der City.

Das Eck beim Schuhgeschäft könnte einer der idyllischsten Winkel der Altstadt werden. Dazu tragen auch die neu gepflanzten Bäume bei. - Foto: Jochen Dannenberg

Nicht nur Bürgermeister Thomas Memmel war deshalb bester Laune, als er an diesem grauen Tag den vorletzten Stein des neuen Pflasters setzte. „Es ist super schön geworden“, sagte er beim Blick auf die neuen Steine. Und Wolfgang Melzer, Oberbauleiter der Firma Stanglmeier, die auch diese letzten Arbeiten ausführte, erinnerte: „Wir haben auch das erste Projekt in Neustadt gemacht.“ Stanglmeier-Geschäftsführer Michael Welzhofer bekannte: „Wir sind stolz, dass wir auch dieses Projekt bauen durften.“

Versprechen eingehalten

Die Freude war den Männern anzumerken, es klang auch ein wenig Stolz in ihren Worten mit. Vor allem, wenn es darum ging, dass es eine einheimische Firma ist, die die Arbeiten durchgeführt hat.

Die Dr. Balster-Straße war monatelang eine Baustelle. - Foto: Dannenberg

Dabei ging es auch um alte Tugenden. „Wir haben vor zwei Jahren ausgemacht, dass wir Weihnachten 2025 fertig werden und das haben wir geschafft“, betonte der Bürgermeister. Dieser Plan wurde eingehalten. „Es hat alles reibungslos geklappt.“

Und wie wenn es zuletzt darum gegangen wäre, diese Zusammenarbeit auch bildlich darzustellen, hoben der Oberbauleiter und der Bürgermeister den letzten Stein ins Pflaster gemeinsam ein.

Die Altstadtsanierung in Neustadt a.d. Donau geht damit auf ihr Ende zu. Unwiderruflich. Auch wenn noch einigen Restarbeiten zu erledigen sind: Das Ende der Arbeiten ist gewiss.

An der St. Anna-Kirche hatten die Arbeiten einst begonnen. - Foto: Jochen Dannenberg