Endlich ist der Schandfleck weg - Bahnhof erhält eine neue Fassade

Es tut sich was beim Neustädter Bahnhof. Nachdem die Stadt das Anwesen vor elf Monaten ersteigert hat, beginnt jetzt die Sanierung.
Bestes Zeichen: Das Gebäude ist komplett eingerüstet. Das Vordach an Bahnsteig 1 ist abgebrochen, die große Uhr am Bahnsteig abgebaut worden. Die Fassade des Anwesens zeigt sich nicht mehr in einem abgegriffenen Ockergelb, sondern in einem freundlichen Blaugrau, wie man es oft im Freistaat findet. Die Leibungen der Fenster und Türen sind mit frischer weißer Farbe abgesetzt. Bröckelnder Putz ist ausgebessert worden. Flecken in der Fassade, die von verschiedensten Reparaturmaßnahmen zeugten, sind nicht mehr sichtbar.
Die Arbeiten an der Fassade sind noch nicht beendet, es sind noch kleinere Arbeiten erforderlich. Und die Fensterscheiben sind zum Schutz vor Schmutz und Farbklecksen noch mit Folie beklebt. Doch schon jetzt ist der Fortschritt am Bahnhofsgebäude deutlich sichtbar.
Und die bereits jetzt sichtbare Veränderung wertet das Anwesen auf. Neustadt a.d. Donau bekommt ein neues Entree, was gerade auch in Hinblick auf die vielen Touristen und Kurgäste wichtig ist, die mit der Eisenbahn zur Erholung nach Bad Gögging anreisen.
Bürgermeister Thomas Memmel freut sich. „Wir wollten einen Schandfleck beseitigen“, sagt er. Und das sei gelungen. Vermutlich schon in den nächsten Tagen dürfte die Fassade fertiggestellt werden – sofern es denn draußen wieder trocken ist. Die Arbeiten am Bahnhofsgebäude sind damit jedoch nicht beendet. Im Frühjahr sollen Fenster an der West- und Ostseite des Erdgeschosses erneuert werden.
Teil eines größeren Konzepts
Die Sanierung der Fassade ist dennoch nur ein Schritt, um das Bahnhofsareal aufzuwerten. Ziel der Planungen und der gesamten Maßnahmen ist es, „das Bahnhofsquartier aus seiner heute peripheren Lage zu befreien und zu einem lebendigen, attraktiven Ort und einer guten Adresse zu machen“, stellte Bürgermeister Thomas Memmel im Sommer 2023 bei einer Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger fest.
Eine vergleichsweise kleine Maßnahme ist es, dass es inzwischen einen Verkaufspavillon gibt, an dem sich Reisende wie Pendler mit Snacks, Getränken und Süßigkeiten eindecken können. Und das 24/7. Die Automaten im Pavillon sind auch nachts und sonntags zugänglich. Außerdem laufen die Planungen für das gesamte Bahnhofsareal. Dazu gehört auch, dass das Fassadenprogramm nicht mehr nur in der Altstadt gilt. Auch Hausbesitzer im Bereich des Bahnhofsplatz und der Bahnhofstraße werden jetzt bei Fassadenerneuerungen gefördert.
Die Sanierung von Bahnhofstraße und Bahnhofsareal sind eine „Herkules-Aufgabe“, aber sie liegen nicht in unendlicher Ferne. Die Sanierung der Altstadt neigt sich dem Ende zu und mit den Planungen für einen Kreisverkehr an der Kreuzung von Reußstraße, Herrnstraße, Bahnhofstraße und Herzog-Ludwig-Straße wurde ein erster Schritt in Richtung Bahnhof getan. Der neue Kreisverkehr ist damit fast schon zum Greifen nah. Er soll im Sommer gebaut werden. Die Bauzeit soll vor allem in den Sommerferien sein, dann wird in der Stadt mit weniger Verkehr gerechnet.
Noch steht das Gerüst am Bahnhofsgebäude und es ist noch nicht klar, wie es genau mit dem Anwesen weitergeht. So ist ungewiss, ob es wieder ein Vordach an Bahnsteig 1 geben wird. Darüber spricht die Stadt derzeit mit der Deutschen Bahn. Unklar ist auch das künftige Konzept für das Gebäude, wobei es insoweit auch um die Frage nach einer öffentlichen oder privaten Nutzung geht.
In jedem Fall ist ein Schandfleck im Neustädter Stadtbild verschwunden. Möglich wurde dies, nachdem die Kommune den Bahnhof kurz vor Weihnachten vorigen Jahres ersteigert hatte.
Termin am Amtsgericht
Bei einem Versteigerungstermin am Amtsgericht Regensburg konnte sich die Stadt, vertreten durch die Bürgermeister Thomas Memmel und Günter Schweiger gegenüber anderen Bietern durchsetzen. Der Zuschlag erfolgte bei einem Gebot von 350 000 Euro. Kaum gekauft, erklärte Bürgermeister Memmel auch, dass die Instandsetzung mit der Renovierung der Fassade beginnen sollte.
Dafür wurde denn auch im Haushalt 2025, dessen Beratungen unmittelbar bevorstanden, flugs noch ein entsprechender Betrag eingestellt. Der Bahnhof befand sich zuvor im Besitz eines Abensberger Unternehmers. Er hatte das Anwesen zeitweise als Flüchtlingsunterkunft vermietet.

