Mit 170 Grad Hitze auf die Rennstrecke bei Kelheim: Neue Trasse wird asphaltiert

Ein schwarzes Band schlängelt sich von Kelheim fast bis zur Abzweigung Alling. Die neue Trasse der Rennstrecke hat ihre erste Asphaltschicht bekommen. Bis zu 7,35 Meter breit ist die Fahrbahn. Auch wenn die Arbeiten für heuer bald abgeschlossen sind – die ST 2233 bleibt gesperrt.
Die Temperaturen pendeln um den Gefrierpunkt, der heiße Asphalt ergießt sich mit 170 Grad Celsius auf die neue Trasse. „Bei dem Wetter tut das heiße Material gut“, schmunzeln zwei Arbeiter. Für sie ist es fast ein Kälteschock. Im Sommer sind sie andere Temperaturen gewohnt. „Da hat es bis zu 60 Grad hinter dem Fertiger.“ Der „Fertiger“ ist jenes breite Baufahrzeug, aus dem der Asphalt auf den Boden fließt.
Auf einer Länge von 1440 Metern erstreckt sich die neue Fahrbahn. „Bei Kelheim bleibt ein Stück der bisherigen Staatsstraße bestehen. Sie wird nur abgefräst“, erklärt Bauaufseher Peter Wolf vom Staatlichen Bauamt in Landshut. Einige hundert Meter nach dem St.-Lukas-Krankenhaus wird aber alles neu. Ganz unten im Fahrbahnaufbau liegt der Frostschutz (Kies) mit 40 Zentimetern Höhe, darüber die Schottertragschicht mit 15 cm.

In dieser Woche folgte der erste Asphalt, die sogenannte Tragschicht mit zehn Zentimetern Dicke. In eineinhalb Tagen klotzte die Kolonne aus acht Arbeitern, 22 Lkw, Beschicker und Fertiger sowie vier Straßenwalzen die Teerdecke hin. Rund 2550 Tonnen Asphalt wurden aufgetragen. „Ab Montag wird die Bindeschicht aufgebracht“, so Wolf. Mit einer Stärke von sechs Zentimetern federt sie vor allem die Schub- und Beschleunigungskräfte ab.
Dann gehen die Arbeiten, die heuer im Juli begannen, in die Winterpause. Der Bauaufseher macht deutlich: „Auch wenn die Straße jetzt asphaltiert ist, bleibt der Abschnitt komplett gesperrt.“ Die Fahrverbotsschilder blieben stehen, täglich werde man kontrollieren, kündigt Wolf an. „Es gibt noch keine Schutzeinrichtungen auf der Strecke. In diesem Zustand ist das ein Gefahrenpunkt.“

Der Blick auf den Verlauf der neue Trasse zeigt, wie die bislang unfallträchtige Straße entschärft wird. Großzügige Kurvenradien wurden angelegt. „An diesen Stellen ist die Fahrbahn bis zu 7,35 Meter breit, ansonsten 6,50.“
Bulldogs dürfen auf den Radweg
Neben der Trasse ist auch der Radweg bereits gut zu erkennen, er wird erst asphaltiert. Mit 3,60 Metern Breite bietet auch er viel Platz. „In einem Teilstück misst er sogar noch einen Meter mehr“, sagt der Bauaufseher. Dort sollen Landwirte mit ihren Bulldogs von ihren Waldstücken ein- und ausfahren können, ohne direkt auf die Straße zu müssen.
Die finale Krönung der neuen Straße soll im Februar erfolgen. „Dann kommt die abschließende Asphaltdecke mit vier Zentimetern drauf“, erklärt der Bauaufseher. Wann genau das gemacht wird, hänge von der Witterung ab. Insgesamt werden in Summe 5200 Tonnen Asphalt aufgebracht.

Vorerst bleiben wird eine 115 Meter lange Lücke nach der neuen Teerdecke bis zur Abzweigung Alling/Sinzing (KEH 25). An der Kreuzung wird wie berichtet ein Kreisel angelegt. Erst wenn er fertiggestellt wird, schließt sich auch die Lücke zur neuen Fahrbahn.
Mit dem Arbeitsbeginn im neuen Jahr wartet auf die Verkehrsteilnehmer eine weitere Sperre. Auch der Abschnitt von Ihrlerstein bis zur Abzweigung Alling/Sinzing, der im Vorjahr saniert wurde, wird nicht mehr nutzbar sein. Mindestens bis in den Juni 2026 hinein wird diese Sperre dauern. Danach sollte die sanierte Rennstrecke auf insgesamt 2,9 Kilometern mit Kosten von 13,6 Millionen Euro fertig sein – und sicherer.