Auf der „Rennstrecke“ bei Kelheim wird jetzt rangeklotzt - Arbeiten dauern ein Jahr

Von Martin Rutrecht · 27. Juni 2025 um 19:00

Eines der größten Straßenprojekte im Landkreis Kelheim in 2025 geht in die Vollen. Am Dienstag läuft die Sanierung der sogenannten „Rennstrecke“ im Bereich vom Ortsende Kelheim bis zur Abzweigung Alling/Sinzing an. Verkehrsteilnehmer müssen mit erheblichen Einschränkungen. Eine mögliche Ausweichroute über Ihrlerstein bleibt für Lkw dicht.

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Wie notwendig der Ausbau der Staatsstraße 2233 und damit eine Entschärfung der gefährlichen Strecke ist, zeigte erst Ende Mai ein Unfall mit zwei schwer- und zwei leichtverletzten Pkw-Insassen. Ein 62-Jähriger war kurz hinter dem Ortsausgang Kelheim in einer der engen Kurven mit einem entgegen kommenden Auto kollidiert. „Die unübersichtliche und unstetige Straßenführung wird verbessert“, lautet daher auch die Maßgabe des Staatlichen Bauamts Landshut für das Projekt.

Im Frühjahr wurden mit Rodungsarbeiten und dem Abbruch des „Ottig-Gütls“ Vorbereitungen getroffen. „Die Arbeiten werden nun fortgesetzt“, erklärt die Behörde. Am Dienstag, 1. Juli 2025, startet die eigentliche Sanierung auf den rund 1,6 Kilometern zwischen der Abzweigung der Kreisstraße KEH 25 Richtung Sinzing und dem Ortsanfang Kelheim (St. Lukas-Krankenhaus). „Die Fahrbahn wird bis zu 6,50 Meter breit – und damit bis zu einem Meter breiter als bisher.“ Auf der Westseite wird ein Geh- und Radweg angelegt.

Neuer Kreisel kommt zum Schluss

Laut Staatlichem Bauamt sind die Bauarbeiten auf ein Jahr anberaumt. Als Abschluss wird ab Februar 2026 das fehlende Teilstück im Einmündungsbereich der KEH 25 in die Staatsstraße 2233 errichtet. Dabei erfolgt der Umbau des Knotenpunkts zu einem Kreisverkehr, einschließlich der Anpassung der Kreisstraße auf den ersten 70 Metern. „Der Kreisverkehr wird rund zwei Meter höher liegen als die bisherige Abzweigung. Wir müssen uns der Topographie des Geländes anpassen“, skizzierte die Behörde bereits die Kreisel-Gestaltung.

Eine Straßenerneuerung steht auch nahe Kelheim an. „Im Zusammenhang mit dem Ausbau ist eine Fahrbahninstandsetzung auf einer Länge von rund 500 Metern ab der Einmündung Rebenweg vorgesehen“, teilt das Staatliche Straßenbauamt mit. „Um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, finden die Vorarbeiten dafür unter halbseitiger Sperrung mit Ampelregelung statt“, heißt es in der Mitteilung des Bauamts.

Ansonsten gilt ab Dienstag eine Vollsperre. Die Rettungszufahrt zum Krankenhaus St. Lukas ist aus Richtung Süden bzw. vom „Krankenhaus-Kreisel“ aus gewährleistet. Die Strecke von Ihrlerstein – die im Vojahr saniert wurde – nach Sinzing über die Kreisstraße KEH 25 bleibt vorerst befahrbar.

Die Straßenbauer empfehlen allen Auto- und Lkw-Fahrern folgende Umleitungsroute: Sie verläuft ab Kelheim über die Staatsstraße 2230 in Richtung Essing/Altessing und von dort über die Kreisstraße KEH 5 beziehungsweise „Panzerstraße“ in nördlicher Richtung zurück auf die ST2233. Die Streckenführung gilt ebenso in die Gegenrichtung.

Ausweichen über Umleitung

Bei einer Vollsperrung über zwei Wochen während der Vorarbeiten Anfang des Jahres wichen etliche Verkehrsteilnehmer über teils schmale Straßen durch Ihrlerstein aus, darunter auch Lkw. Am abschüssigen „Herzberg“ rutschten damals knapp zehn Tonnen Fleisch von einem Lastwagen auf die Straße. Der Fahrer hatte die Beschränkung auf 3,5 Tonnen ignoriert. Anwohner ärgerte auch der zunehmende Verkehr.

Jetzt verlautet das Staatliche Bauamt in Landshut unmissverständlich: „Die Straße ,Am Herzberg‘ ist für Lastwagen gesperrt.“ Die Polizei habe schon Kontrollen angekündigt, wird dazu ergänzt. Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt in 2025/26 belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro. Die Maßnahme wird aus dem Staatshaushalt finanziert.