Für Radroute: Dieses Stück Straße Richtung Margetenau sperrt die Stadt Regensburg

Die Stadt Regensburg macht aus einem Teilstück der Georg-Herbst-Straße an der Dechbettener Brücke einen Rad- und Fußweg. Aus Sicht der CSU schikaniert sie damit Autofahrer.
Seit die Klenzebrücke zwischen Königswiesen und Dörnbergviertel fertig ist, hat die Dechbettener Brücke an Bedeutung verloren für den Autoverkehr. Jetzt zieht die Stadt die Konsequenzen daraus: Sie widmet das Teilstück zwischen Brücke und erstem Haus zum „beschränkt öffentlichen Weg“ um, den dann noch Radfahrer, E-Scooter-Fahrer und Fußgänger nutzen dürfen – für mehr Sicherheit und eine bessere Ost-West-Radverbindung.
Die Weichen dafür stellte der Planungsausschuss des Stadtrats am Dienstag – trotz der circa 120 Meter, um die es hier geht, nach einer Grundsatzdebatte und gegen die Stimmen der CSU. Nun soll die Stelle, die ohnehin so eng ist, dass Autofahrer sie mithilfe einer Ampelschaltung nur einspurig nutzen können, umgebaut werden: Zunächst solle der Zufahrtsbereich an der Dechbettener Brücke provisorisch durch Betonleitelemente eingeengt werden, wobei die Durchfahrt für Feuerwehrfahrzeuge gewährleistet bleibe, heißt es in der Beschlussvorlage. Stelle sich heraus, dass die Zahl der Verstöße unverhältnismäßig hoch sei, müssten Pollerlösungen geprüft werden.
Der gesamte Straßenzug Georg-Herbst-Straße/Scharnhorststraße soll zur Fahrradstraße werden, in der Radler Vorrang haben. So sollen Fahrradfahrer aus Richtung Hauptbahnhof und Dörnbergviertel schnell und sicher Prüfening erreichen können – ohne den immer wieder von Elterntaxis blockierten Radstreifen in der Lessingstraße oder die schmalen Radwege in der Prüfeninger Straße nutzen zu müssen. Die neue Radroute schließt an die Hauptradroute 5 zwischen Sinzing und Stadtosten an, für die die Stadt gerade einen geschützten Radfahrstreifen auf einer ehemaligen Autospur in der Fritz-Fend-Straße anlegt.
Vor diesem Hintergrund sagte im Planungsausschuss CSU-Fraktionschef Michael Lehner: „Ich weiß gar nicht, wo ich mich bedanken muss, dass immer mehr Autofahrer so verärgert werden, dass sie – glaube ich – etwas ändern wollen in dieser Stadt.“ Die Betroffenen müssten „kilometerlang“ außen herum fahren, sagte Lehner, was Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) bestritt. „Es ist zumutbar, mit dem Auto eine Minute länger zu brauchen.“ Die Anwohner würden entlastet. Thomas Thurow (Brücke) erinnerte die CSU daran, dass der Stadtrat einstimmig die Schaffung eines Hauptradroutennetzes beschlossen habe. „Dann muss man auch mit den Konsequenzen umgehen.“