Autospur weg, geschützter Radweg hin: Baustart für Verkehrsexperiment in Regensburg

Lange war unklar, wann es losgeht und nun geht's plötzlich schnell: Eine der beiden Autospuren der Fritz-Fend-Straße zwischen Hauptbahnhof Regensburg und Dörnbergviertel wird zum besseren Schutz für Radler und Fußgänger zur „Protected Bike Lane“. Dafür werden nun Gummi-Absperrungen in den Asphalt geschraubt. Alles zum endgültigen Plan und den Kosten.
Startschuss für den ersten geschützten Radweg – neumodern „Protected Bike Lane“ – in der Regensburger Verkehrsgeschichte. Rund ein Jahr ist es her, dass der Planungsausschuss das Experiment, in Städten wie München, Hamburg und Berlin erprobt, einstimmig beschloss. Nachdem lange nichts passierte, wird es nun innerhalb weniger Tage in die Tat umgesetzt.
Immer wieder Gefahr für Radfahrer und Fußgänger
Am Dienstag trugen Bauarbeiter die ersten Farbmarkierungen auf der Fritz-Fend-Straße auf, am Mittwoch folgten die dicken Linien. Wie Stadt-Sprecherin Verena Bengler am Mittwoch auf Nachfrage erklärt, werden alle Arbeiten „je nach Witterung in den nächsten Tagen erledigt werden“. Noch vor einer Woche hieß es im Planungsausschuss auf Nachfrage, Lieferschwierigkeiten hielten das Projekt zurück.

Das Projekt in Kürze: Aktuell ist die Fritz-Fend-Straße eine zweispurige Einbahnstraße. In Fahrtrichtung Hauptbahnhof verlaufen ein Rad- und ein Gehweg. In der Gegenrichtung gibt es aber nur einen Radweg, der auf den ersten Blick wie ein Gehweg wirkt. Dadurch gibt es immer wieder gefährliche Aufeinandertreffen von Radlern und Fußgängern. Nun also wird eine der beiden Autospuren zu einer Radspur umgewidmet – eine bauliche Trennung soll Fahrradfahrer vor den entgegenkommenden Autos schützen.
Getestet in München, jetzt in Regensburg
Diese Trennelemente bestehen aus reflektierenden Gummi-Leitborden, die circa acht Zentimeter hoch und 2,50 Meter lang sind und mit Dübeln im Asphalt verankert werden, so Sprecherin Bengler. „Bei einem großangelegten und wissenschaftlich begleiteten Verkehrsversuch in München belegte dieses Modell von fünf getesteten den ersten Platz.“ Zusätzlich werden pro Gummielement zwei Poller aufgestellt, die auch bei hohem Schnee sichtbar bleiben, jedoch überfahrbar sein sollen – von Autos wie auch Rad- und Motorradfahrern, erklärt Bengler. „Zwar sind die Trennelemente, wie oben beschreiben, überfahrbar, dennoch sollen die Anordnung der Elemente, die Markierung und die Beschilderung Menschen davon abhalten, mit dem Kfz auf dem Radfahrstreifen zu halten oder gar zu parken.“
Kosten wird der Umbau laut aktueller Prognosen 122.000 Euro, so die Sprecherin. Gemäß Förderbescheid rechnet die Stadt mit einem Zuschuss des Bundes in Höhe von rund 79.000 Euro.