Für „geschützten Radstreifen“: Fritz-Fend-Straße in Regensburg verliert eine Spur für Autos

Wegen des Baus des Bürogebäudes „Be orange“ in der Fritz-Fend-Straße in Regensburg war zuletzt monatelang eine Spur abschnittsweise für den Autoverkehr gesperrt. Jetzt ist sie wieder frei, dafür will die Stadt bald die andere Spur für Autos sperren.
Sie will dort 2025 den ersten geschützten Radfahrstreifen in Regensburg einrichten. Bislang war die Fritz-Fend-Straße für Radfahrer, die von der Innenstadt aus Richtung Westen wollen, eine eher unangenehme Route. Auf der Nordseite der Einbahnstraße, die Autofahrer nur Richtung Osten nutzen können, gibt es einen rund 1,30 Meter breiten Radweg – aber keinen Gehweg. Deswegen nutzen auch Fußgänger vielfach den Radweg, was die Stadt für problematisch hält. „Das führt im Radverkehr zu Behinderungen und zu Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern“, hieß es in der Beschlussvorlage für die Stadträte. Autofahrer verleiteten die zwei Spuren zu „überhöhten Geschwindigkeiten und zum verbotswidrigen Halten auf der Fahrbahn“.
Die Lösung der Stadt: „Um der Nachfrage im Radverkehr gerecht zu werden und im Fußverkehr den notwendigen Gehweg auf der Nordseite anbieten zu können, wird der nördliche Fahrstreifen dem Kfz-Verkehr entzogen.“
Auf der Fahrbahn will die Stadt stattdessen einen geschützten, 2,30 Meter breiten Radfahrstreifen entgegen der Einbahnrichtung einrichten und den bisherigen Radweg zu einem Gehweg umwidmen. Ein Sicherheitsstreifen mit Trennelementen soll die neue Radspur vom 3,50 Meter breiten Kfz-Fahrstreifen abgrenzen. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 115.000 Euro, wobei sich die Stadt um Förderung bemüht.
CSU: Bahnhofstraße soll wieder durchgehend befahrbar sein
Während Sperrungen von Fahrspuren sonst häufig für Kritik sorgen, hat der Planungsausschuss den geschützten Radfahrstreifen in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause als eine von mehreren „Kleinmaßnahmen“ einstimmig und ohne Diskussion beschlossen. Lediglich Michael Achmann-Denkler meldete sich dazu zu Wort. Der Grünen-Stadtrat, der sich stark für den Aufbau eines Hauptradroutennetzes für Radler einsetzt, sagte, es handle sich bei dem Plan für die Fritz-Fend-Straße eine „besonders gute und sinnvolle Maßnahme“, auch wenn die Strecke kurz sei. „Hier trauen wir uns, etwas umzusetzen, was es in Regensburg noch nicht gibt: eine Protected Bike Lane.“
CSU-Fraktionschef Michael Lehner sagt dagegen, er halte es zwar für in Ordnung, wenn die Stadt so etwas teste – aber nur, „sofern das rückbaubar ist“. „Wir würden eine Markierung für ausreichend erachten.“ Die CSU will, dass die an die Fritz-Fend-Straße anschließende Bahnhofstraße wieder durchgehend befahrbar ist. Wenn sie das erreiche, müsse auch die Fritz-Fend-Straße „wieder eine leistungsfähige Straße werden“.