So viele Kandidaten wie nie: ÖDP Schwandorf stellt Liste für die Stadtratswahl auf

Von Xenia Wilk · 4. Dezember 2025 um 19:00

Die ÖDP Schwandorf hat am Mittwochabend in der Taverne Olympia ihre Bewerber für die Stadtratswahl nominiert. 28 Gäste nahmen an der Versammlung teil, darunter 23 Stimmberechtigte. 30 Kandidaten stehen auf der Stadtratsliste.

Zu Beginn zog Stadtrat Alfred Damm Bilanz über die zu Ende gehende Wahlperiode. Besonders lobte er die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen und verwies auf mehrere eigene Initiativen, die die ÖDP erfolgreich in der Stadtpolitik umsetzen konnte. Dazu zählten die Einrichtung eines Reparatur-Cafés, die Schaffung einer Klimaschutzmanager-Stelle, die Entwicklung eines städtischen Klimaschutzkonzepts sowie ein Vetorecht beim Thema Klärschlamm. „Wir haben gezeigt, dass auch eine kleine Fraktion etwas bewirken kann.“, betonte Damm.

Anschließend präsentierte der Stadtrat das Wahlprogramm der Schwandorfer ÖDP. Die Partei lege besonders großen Wert auf den Erhalt von Natur und Landschaft. Ziele seien unter anderem die Einführung einer Baumschutzverordnung, eine kostenlose Biotonne, mehr Grünflächen in der Innenstadt sowie Blühwiesen und Blühstreifen auf öffentlichen Flächen. Auch ein Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz von Igeln stehe auf der Agenda. Zudem spreche sich die ÖDP gegen eine weitere Müllmengenerhöhung im Müllkraftwerk, gegen eine Ausweitung des Müllzweckverbandsgebiets sowie gegen die Klärschlammverbrennung in Schwandorf aus.

Mehr Radwege gefordert

Für den Klimaschutz fordert die ÖDP den Beitritt Schwandorfs zum Klima-Bündnis der Kommunen, die Installation von Photovoltaikanlagen auf allen geeigneten städtischen Gebäuden und die Erstellung eines Energieeinsparplans für städtische Liegenschaften. Windkraftanlagen im Stadtgebiet sollten nur unter Einbeziehung der Bürger realisiert werden, so die Forderung.

Die ÖDP strebt nach den Worten Damms den Ausbau und die bessere Kennzeichnung des Radwegenetzes, einen verbesserten Lärmschutz an der Autobahn bei Kronstetten und Klardorf sowie die Ausweisung einer Fußgängerzone in der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Marktplatz an. Weitere Ziele sind die Reaktivierung des Bahnhofs Klardorf mit P+R-Parkplätzen, die Verzahnung von Bus- und Bahnfahrplänen, ein sicherer Fahrradabstellplatz am Bahnhof, flächendeckende Tempo-30-Zonen in Wohngebieten sowie die Umrüstung der Ampeln als Blindenampeln.

Die ÖDP wolle Schwandorf familien-, senioren- und jugendfreundlich sowie behindertengerecht gestalten: Geplant seien günstiger Baugrund durch konsequente Umsetzung des Vorverkaufsrechts durch die Stadt, ein Jugendparlament mit eigenem Budget, Sozialpädagogen an Schulen, ein barrierefreier Bahnhof, öffentliche Toiletten in der Innenstadt sowie bedarfsgerechte Betreuungsangebote in Schulen, Kinderkrippen und Horten.

Zur Stärkung der Wirtschaft setzt die ÖDP nach den Worten Damms auf eigene Stadtwerke für Energie, eine FH-Außenstelle in Schwandorf und die Förderung eines Stadthotels. Die Innenstadt soll durch Sanierung bestehender Wohnungen, Revitalisierung des Schmidtbräu-Geländes und Bekämpfung von Leerständen belebt werden. Außerdem wolle die ÖDP Bürger stärker in die Gremienarbeit einbeziehen, Stadtrats- und Ausschusssitzungen im Internet übertragen und den Bürgerhaushalt aufstocken, so der ÖDP-Stadtrat.

Gegen Mittelschulzentrum

Damm zufolge will die ÖDP die Entwicklung der Ortsteile fördern, Nahversorgung sichern und Senioren ein Leben in gewohnter Umgebung ermöglichen. Kulturelle Einrichtungen wie das Oberpfälzer Künstlerhaus sollen unterstützt und die Grund- und Mittelschulen in den Ortsteilen erhalten bleiben. Statt eines Mittelschulzentrums spreche man sich für einen Neubau der Mittelschule Kreuzberg und die Sanierung der Mittelschule Dachelhofen aus.

Nach Vorstellung des Programms wurden die Kandidaten für die Kommunalwahl 2026 gewählt. Die Liste umfasst 30 Kandidaten sowie sieben Ersatzkandidaten – die bisher umfangreichste Liste der ÖDP in Schwandorf. Den Wahlausschuss bildeten Wahlleiter Arnold Kimmerl sowie die Wahlhelfer Egon Gottschalk, Peter Schuierer und Robert Fichtlscherer.

Abschließend betonte Alfred Damm: „Wir gehen mit einer starken Kandidatenliste ins Rennen, und wir halten auch, was wir ankündigen.“

Das sind die Kandidaten:

• Platz 1 bis 10: Alfred Damm, Anneliese Brock, Jochen Surel, Amelie Sailer, Egon Gottschalk, Maja Neufeldt, Felix Sailer, Wolfgang Nowak, Ilona Schnorrer, Wolfgang Meischner

• Platz 11 bis 20: Paul Kastner, Peter Schuierer, Angela Meischner, Franz Pointl, Alice Böhm, Erhard Sailer, Eva Lehner, Rudolf Konhäuser, Simone Gottschalk, Thomas Wein

• Platz 21 bis 30: Monika Nübler, Thomas Pointl, Robert Fichtlscherer, Elisabeth Klatt, Josef Suckert, Maria Walter, Peter Müller, Walter Rothmund, Gudrun Brunner-Deml, Helmut Nübler

• Ersatzkandidaten: Die Ersatzkandidaten heißen Viola Sailer, Herbert Zahn, Karola Fichtlscherer, Karin Rothmund, Klaus Klatt, Eva Goldmann und Helga Kastner.