SPD Schwandorf nominierte die Kandidaten für die Stadtratsliste

Von Dietmar Zwick · 13. Oktober 2025 um 19:00

Auf große Resonanz stieß am Sonntagnachmittag die Nominierungskonferenz der SPD Schwandorf im Tierzuchtzentrum. Insgesamt 30 Kandidaten – 15 Frauen und 15 Männer – sowie zwei Ersatzpersonen treten an, um sich für Schwandorf zu engagieren. Gewählt wurden sie von 49 stimmberechtigten Mitgliedern.

Die Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, Karin Frankerl, begrüßte unter den Gästen unter anderem die Vorsitzende der Bayern SPD Ronja Endres, Altlandrat Hans Schuierer, Alt-OB Helmut Hey, Fraktionsvorsitzenden Franz Schindler, Co-Vorsitzenden Josef Damm sowie zahlreiche Stadtratskollegen. „Heute stellen wir die Weichen für die Zukunft unserer Stadt“, betonte Frankerl in ihrer Begrüßung.

Querschnitt der Gesellschaft

Die Liste spiegle einen Querschnitt der Schwandorfer Stadtgesellschaft wider. „Junge Ideen und neue Vorstellungen verbinden sich mit kommunalpolitischer Erfahrung. Wir stehen ein für eine gerechte, soziale und solidarische Stadtgemeinschaft“, so Frankerl weiter. Ronja Endres sprach in ihrer Rede von einer herausfordernden Zeit: „Überall hören wir von Kriegen, Krisen und Weltuntergangsszenarien. Soziale Medien verstärken diese Stimmung und greifen damit auch das an, was uns so wertvoll ist – unsere Demokratie.“ Man müsse gemeinsam daran arbeiten, die mühsam aufgebaute Demokratie zu verteidigen. „Nicht die Wirtschaft allein darf im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen“, betonte Endres. Viele seien frustriert – zu Recht, wie sie sagte. „Die Kommunen erhalten immer mehr Aufgaben, aber keine ausreichende Finanzierung.“

Sie verwies darauf, dass Städte und Gemeinden rund 70 Prozent der öffentlichen Bauaufträge tragen, jedoch nur ein Drittel des Steueraufkommens erhalten. „Diese Rechnung geht nicht auf“, kritisierte Endres. Statt komplizierter Fördertöpfe müsse das Geld direkt an die Kommunen gehen.

Mit Blick auf Schwandorf erklärte Endres, dass dort, wo die SPD regiere, es den Menschen besser gehe. „Wir sind Bürgerinnen und Bürger wie alle anderen – nah dran an dem, was die Menschen bewegt. Und das ist der Maßstab unserer Kommunalpolitik.“ Sie lobte das Engagement der Schwandorfer SPD und dankte den Mitgliedern dafür, dass sie die Demokratie aktiv pflegen und weitertragen. OB-Kandidat Andreas Weinmann zeigte sich erfreut über die Geschlossenheit und den Zusammenhalt innerhalb der SPD. Besonders stolz sei er, als Spitzenkandidat die Schwandorfer Stadtratsliste anführen zu dürfen.

In seinem kurzen Überblick über das Wahlprogramm nannte Weinmann als zentrale Ziele eine bürgerfreundliche, digitalisierte Verwaltung und die Beseitigung bestehender Führungsdefizite. Der städtische ÖPNV solle um neue Bahnhaltepunkte – etwa an der Berufsschule – erweitert werden, ebenso sei der Ausbau des Radwegenetzes und eine nachhaltige Umweltpolitik unter dem Leitbild „Green City“ geplant.

Ein zentrales Thema war das Bahnhofsareal. Die dortigen Sicherheitsprobleme hätten leider weiter zugenommen, sodass auch die Tagespresse das Thema mehrfach aufgegriffen habe. Die SPD habe diese Missstände frühzeitig erkannt und Lösungsvorschläge entwickelt. Weinmann forderte eine Bahnpolizeistation sowie den Einsatz von Streetworkern, um Konflikte frühzeitig und niederschwellig zu entschärfen. Zudem wolle er den Bahnhofsvorplatz als Eingangstor zur Stadt aufwerten – dunkle Ecken sollen beseitigt, der Bereich heller und belebter werden. Auch der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs sei für ihn ein wichtiges Anliegen.

Leerstände sind ein Thema

Weitere Schwerpunkte des SPD-Programms seien die Themen Wohnen, Familie, Energie, Jugend, Freizeit sowie der Umgang mit Leerständen in der Innenstadt. „In diesem Sinne machen wir heute den nächsten Schritt auf der Leiter ins Rathaus“, sagte Weinmann abschließend. Nach der Vorstellung der Kandidaten erfolgte die Wahl der Stadtratsliste.

Franz Schindler sagte abschließend: „Egal, welches Leitbild man hat – man muss Gesicht zeigen, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Dabei gilt es, sachlich zu bleiben und Kompetenz zu zeigen. Es wird eine anspruchsvolle Auseinandersetzung, aber wir schaffen das.“

Stadtratsliste

• Kandidaten: Andreas Weinmann (54 Jahre), Klardorf, Kriminalhauptkommissar, Stadtrat, OB Kandidat; Karin Frankerl (60), Weinberg, Verwaltungsfachangestellte, Stadträtin; Matthias Kuhn (40), Ettmannsdorf, Heilerziehungspfleger, Stadtrat; Ulrike Roidl (68), Fronberg, Dipl.-Pädagogin (Univ.) Stadträtin; Josef Damm (57), Bubach, Beamter bei der Telekom; Christina Swoboda (52), Ettmannsdorf, Polizeivollzugsbeamtin (Bundespolizei); Manfred Schüller (54), Egelsee, Realschullehrer, Stadtrat; Christa Weigl (61), Bubach, Medizinische Fachangestellte; Alfred Braun (72), Fronberg, BRK-Direktor a. D., Stadtrat; Cornelia Strietzel (45), Klardorf, Ärztin; Dr. Matthias Segerer (43), Weinberg, Leitender Angestellter (CDO); Elisabeth Falkinger (59), Fronberg, Pflegedienstleitung; Tobias Bergmann, Krondorf (26), Fachangestellter für Bäderbetriebe; Ingrid Lell (40), Ettmannsdorf, Berufsbetreuerin; Franz Schindler (69), Krondorf, Rechtsanwalt, Stadtrat; Maria Lell (68), Naabeck, Rentnerin; Rodrigo Abarzua (44), Kronstetten, Architekt; Roswitha Mohler (77), Klardorf, Rentnerin; Alexander Ziegler (55), Dachelhofen, Pförtner Krankenhaus SAD; Regina Ittner (34), Fronberg, Gesundheits- und Sozialfachwirtin; Franz Licha (52), Klardorf, Sachbearbeiter; Barbara Roidl (37), Fronberg, IT-Koordinatorin; Alois Männl (54), Innenstadt, Fahrradmonteur in den Naabwerkstätten; Kristin Liebelt (58), Kreith, Medizinische Fachangestellte; Holger Strietzel (58), Klardorf, Jurist; Angelika Weiler (67), Klardorf, Rentnerin; Markus Hautmann (54), Lindenviertel, Gewerkschaftssekretär i. R. (Gastronom); Hannelore Hanke (73), Büchelkühn, Gewerkschaftssekretärin i. R.; Helmut Hey (75), Kronstetten, Jurist, Altoberbürgermeister; Sandra Gierl (49), Egelsee, Rechtsanwältin

• Ersatzkandidaten: Daniel Breitschaft (32), Kreith, Chemieingenieur; Thomas Dobler (65), Dachelhofen, Journalist, Redakteur i. R.