15 Monate Bauzeit: Segen für neues Beratungscenter der Sparkasse in Burglengenfeld

Von Thomas Rieke · 3. Dezember 2025 um 19:00

Den bisherigen und den neuen Standort trennen nur rund 100 Meter, und trotzdem stellt der Wechsel einen Quantensprung dar: Die Sparkasse im Landkreis Schwandorf hat sich in Burglengenfeld ein Beratungscenter mit Vorzeigecharakter geschaffen.

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Der Umzug der Geschäftsstelle vom Marktplatz 12 zum Marktplatz 7 fand bereits Mitte November statt, am Dienstag wurden die Räume nun gesegnet.

„Form und Funktion sollten eins sein – verbunden in einem spirituellen Bund“, zitierte Vorstandsvorsitzender Werner Heß den berühmten amerikanischen Architekten Franz Lloyd Wright. Daran habe man sich beim Projekt in Burglengenfeld orientiert. „Wir wollten das bestehende Haus nicht nur zweckmäßig umbauen, sondern einen Ort schaffen, der unsere Werte widerspiegelt.“ Diese seien: Nähe, Vertrauen und Zukunftsorientierung.

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Laut Heß nahmen die Arbeiten rund 15 Monate in Anspruch. Das sei eine anstrengende Zeit gewesen, doch der Aufwand habe sich gelohnt, alle Ziele seien erreicht. Die Geschäftsstelle sei barrierefrei zugänglich, erfülle moderne technische Standards und mache Regionalität spürbar. Damit spielte der Direktor auf die großflächigen Bilder mit Burglengenfeld-Motiven an, die in jedem Beratungszimmer zu finden sind. Sie seien ein Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt, „denn unsere Sparkasse ist nicht nur eine Bank – sie ist Teil der Region“.

Ein Zeichen für die Burglengenfelder Bürger

Mit der neuen Geschäftsstelle verfüge die Sparkasse nun über die Voraussetzungen, die nötig seien, um auch in Zukunft ihren Ansprüchen auf höchstem Niveau gerecht werden zu können. Technische Innovation und individuelle Beratung gingen dabei Hand in Hand. Es gelte die Überzeugung: „Digital, wo es sinnvoll ist, persönlich, wo es zählt.“

Gebietsdirektor Tobias Eckl berichtete, über den Standort für das Beratungscenter habe man sich viele Gedanken gemacht. Ihn persönlich freue es sehr, dass die Sparkasse im Zentrum der Stadt geblieben sei. Das sei ein wichtiges Zeichen an die Bevölkerung.

Besonders hob Eckl ferner hervor, dass die Mitarbeiter bei der Gestaltung der Räume ein wichtiges Wort mitzureden hatten. Sie seien „mehr als aktiv eingebunden worden“. Das zahle sich aus, weil sich jeder ausgesprochen wohl fühlen könne.

In den Beratungsräumen hängen eindrucksvolle Burglengenfeld-Motive. Im Bild hat Peter Wein (2. v. l., SPD) gerade ein interessantes Detail ausgemacht. - Foto: Thomas Rieke

Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller, betonte, dass es sich bei der getätigten Investition um alles andere als eine Selbstverständlichkeit handle. Während sich andere Geldinstitute mehr und mehr zurückziehen würden, wolle die Sparkasse auch in Zukunft Präsenz zeigen. Den Kunden werde weiterhin eine feste Anlaufstelle geboten, wo sie sich fundiert beraten lassen könnten. Andererseits würden viele Vorgänge, bei denen es sinnvoll sei, selbstverständlich digital abgewickelt.

Fabian Biersack, Geschäftsführer des Büros Preihsl und Schwan, das für die Planung verantwortlich zeichnet, räumte ein, bei dem Projekt im Laufe der Zeit „einiges erlebt“ zu haben. Viele Details seien zu beachten gewesen. Den Verantwortlichen der Bank sei nun zu wünschen, „dass der Rubel rollt“.

„Wiederkehr“ heißt das Kunstwerk, das Fabian Biersack (Zweiter v. r., Büro Preihsl und Schwan) mitgebracht hatte. Rechts Sparkassendirektor Werner Heß, links Gebietsleiter Tobias Eckl. - Foto: Thomas Rieke

Auch Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) lobte die Entscheidung des Sparkassenvorstands zugunsten der Burglengenfelder Altstadt. Die Bank sei wichtiger Partner für die Kommune, aber auch für tausende Kunden in der Region. Trotz seiner Sehbehinderung habe er einen sehr positiven Eindruck von den Räumen gewinnen können, sagte Gesche. Sie seien freundlich und hell. Und über die Tatsache, dass im Eingangsbereich noch eine Tür fehle, solle man sich nicht groß ärgern – umso mehr verdiene die Geschäftsstelle das Prädikat „barrierefrei“.

Bürgermeister Thomas Gesche (l.) wartete im Namen der Stadt mit einem Geschenk auf. Gebietsdirektor Tobias Eckl nahm es entgegen. - Foto: Thomas Rieke

Ein Gebäude mit Bankentradition

Den wichtigsten Part, die Segnung, übernahmen Pfarrer Gottfried Tröbs von der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrvikar Sujan Kumar von der katholischen Stadtkirche. Kumar zitierte dabei aus dem Matthäus-Evangelium das Gleichnis von den Talenten. Die Botschaft daraus: Jeder sollte aus seinen Möglichkeiten, die Gott ihm schenkt, das Beste machen. Man dürfe sich aber nicht ständig mit anderen messen. Denn wer das tue, laufe Gefahr, entweder eifersüchtig und neidisch oder hochmütig und stolz zu werden.

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Das Gebäude am Marktplatz 7, das nun unter anderem die Sparkasse beherbergt, hat eine lange Bankentradition: Bis 2004 war hier die SchmidtBank ansässig und bis 2021 die Commerzbank. Welche Kosten der jüngste Umbau verursacht hat, wollte freilich niemand gerne preisgeben. Der Grund: Der eine oder andere könnte die Investition ja auch kritisch sehen.

Wer sich vom Ergebnis der Arbeiten überzeugen möchte, hat dazu beim „Tag der offenen Tür“ am 7. Dezember zwischen 13 und 17 Uhr Gelegenheit.

Auch einen Blick in den Tresorraum durften die Gäste werfen. Hier sind mehrere Hundert Kundenschließfächer untergebracht, die die Commerzbank hinterlassen hat.Thomas Rieke - Foto: Thomas Rieke