Das Bulmare und sein Energiebedarf: Kosten liegen bei über einer halben Million im Jahr

Mit der vorübergehenden Schließung des Außenbeckens, das gewöhnlich auf 32 Grad aufgeheizt war, haben die Verantwortlichen der Bulmare GmbH vor wenigen Wochen ein klares Zeichen gesetzt: Wo es sinnvoll erscheint, möchten sie Energie und damit auch Geld sparen. Die MZ nahm die Entscheidung zum Anlass, Teilbereiche der Betriebskosten der beliebten Freizeiteinrichtung in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Das Wohlfühlbad Bulmare, das heuer sein 20-jähriges Bestehen feierte, hat bekanntlich verschiedene Becken. Zusammen bieten sie rund 1000 Quadratmeter Wasserfläche. Der Außenpool, der Mitte November gesperrt wurde, ist 133 Quadratmeter groß, zählt also zu den kleineren.
Wenn dieses Becken nun bis März 2026 nicht mehr auf Badewannen-Temperatur erwärmt wird, so dürfte das jeden Klimaschützer erfreuen. Wie viel Energie dadurch gespart wird, lässt sich aber nicht genau sagen, erklärt Stadtwerke-Vorstand Johannes Ortner, der sich mit Reiner Beck die Geschäftsführung des Bulmare teilt.
Außenpool wurde eh nur noch selten genutzt
Zwar war das Becken zum Höhepunkt der Energiekrise schon einmal außer Betrieb genommen worden. Doch eine isolierte Zahl über die Kostenreduzierung damals gibt es laut Ortner nicht. Damals habe man ja ein ganzes Bündel an Maßnahmen beschlossen gehabt, eine einzelne Zuordnung sei unmöglich.
Außerdem gibt Ortner zu bedenken, dass der tatsächliche Energiebedarf des Außenbeckens ja auch von den Witterungsbedingungen abhängig sei. Diese könnten in dieser Saison deutlich von damals abweichen. Ein Vergleich würde also so oder so hinken. Unterm Strich sei aber klar: Schon aufgrund der vergleichsweise geringen Nutzung stehe der unüberdachte Pool in einem erkennbaren Missverhältnis von Kosten und Nutzen.
Verbrauch wie rund 800 kleinere Haushalte
Der Wärmebedarf des Bulmare mit all seinen verschiedenen Einrichtungen liegt laut Ortner bei ungefähr 8,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Das entspricht dem Verbrauch von rund 800 Haushalten mit einer Durchschnittsgröße von 80 Quadratmetern. Hinzu kommt ein Stromverbrauch von etwas weniger als einer Million kWh, der im Übrigen durch die eigene Photovoltaikanlage am Dach seit 2024 abgefedert wird.
Auch das könnte Sie interessieren: Neuer Kita-Standort: Stadt Burglengenfeld und Ausschuss weisen Bedenken ab
Insbesondere die gestiegenen Kosten für Biomethan und Gas haben die Bulmare GmbH in den zurückliegenden Jahren hart getroffen, berichtet Ortner. 2023 waren knapp 380 000 Euro an Energiekosten aufzubringen, das Jahr darauf rund 550 000 Euro. Heuer sei mit einem ähnlichen Betrag zu rechnen, mindestens.
Umso wichtiger erscheint die Frage, wie der Verbrauch des Bades beispielsweise durch Sanierungsmaßnahmen gesenkt werden könnte – und ob die Möglichkeit bestehe, die Einrichtung irgendwann an ein Wärmenetz des Zementwerks anzuschließen.
Wird PV-Anlage durch Module am Parkplatz ergänzt?
Tatsächlich gibt es solche Gedanken, bestätigt Ortner. Man befinde sich aber bezüglich des Netzbaus noch in einem sehr frühen Stadium, nämlich vor der Planung. Ohne eine solche sei es aber unmöglich, konkrete Angaben beispielsweise zur Länge der Leitungen zu machen. Fest stehe nur, dass die Stadtwerke als Akteur Gewehr bei Fuß stünden. Wenn die Realisierung anstehe, wollten sie alle ihre Finanzierungsmöglichkeiten ausschöpfen. Außerdem hoffe man auf Fördermittel.
Was die Gebäudehülle betrifft, so verweist Ortner auch hier auf die erst 2024 installierte PV-Anlage am Dach, die schon eine Verbesserung darstelle. Eventuell werde die Anlage auf Teilflächen des Parkplatzes ergänzt. Insgesamt habe das Bulmare gegenüber vielen anderen Bädern den Vorteil, dass beim Bau auf ein zu öffnendes Kuppeldach verzichtet worden sei. Ein solches würde heute als Schwachpunkt bewertet.
Die Kämmerin mahnte – doch die Folgen sind überschaubar
Die Gesamtbetriebskosten des Bulmare (mit Personal) beliefen sich laut Ortner 2024 auf rund 4,75 Millionen Euro. Auch deshalb hatte Kämmerin Elke Frieser im Haushaltsvorbericht erneut mahnende Worte an die Stadtväter, aber auch an die Bulmare-Geschäftsführung und den Aufsichtsrat gerichtet. Die Verantwortlichen sollten Pläne entwickeln, wie das Bad wirtschaftlicher geführt werden könnte, hieß es sinngemäß. Und: Sie sollten sich nicht jedes Jahr darauf verlassen, dass das benötigte Geld zugeschossen werde.
Seit vielen Jahren wird das Bulmare so wirtschaftlich wie nur möglich geführt – mit großer Sachkenntnis und Verantwortungsbewusstsein.Bürgermeister Thomas Gesche
Johannes Ortner versichert, der Appell sei ernst genommen worden und habe auch heuer zu Gesprächen mit dem Aufsichtsrat geführt. Bürgermeister Thomas Gesche (CSU), Vorsitzender eben dieses Gremiums, stärkt Ortner den Rücken. Das Bad werde „seit vielen Jahren so wirtschaftlich wie nur möglich“ geführt. Die Geschäftsführung zeichne sich dabei durch große Sachkenntnis und Verantwortungsbewusstsein aus. Vom Vorschlag, die Öffnungszeiten zu reduzieren, wie er ein paar Mal von Gesches erstem Stellvertreter, Josef Gruber (CSU), geäußert wurde, hält der noch amtierende Rathauschef nichts: Daraus ergäbe sich kein wirtschaftlicher Vorteil.