Auf das Hochwasser folgt Hochgenuss: Das indische Restaurant Chaska in Regensburg überzeugt vollauf

Von Rainer Wendl · 12. Dezember 2025 um 15:00

Seit eineinhalb Jahren gibt es am Fuß der Eisernen Brücke in Regensburg das indische Restaurant Chaska. Es verspricht „Street Kitchen“ und kann überzeugen.

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Es stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Demzufolge hat das Gasthaus Zur Silbernen Gans, auf der Donauinsel Unterer Wöhrd direkt am Fuß der Eisernen Brücke gelegen, schon viele Hochwasser erlebt. Das bis dato letzte aber kam zur absoluten Unzeit, nämlich zwei Tage nach der Neueröffnung des indischen Restaurants Chaska. Damals, Anfang Juni 2024, stieg der Pegel über die bedrohliche Marke von sechs Metern – mit der Folge, dass das gut besuchte Lokal noch am Abend geräumt wurde und die Betreiber 50 Liter bereits vorbereitete Soßen für den nächsten Tag verderben lassen mussten.

Masala – als Marinade wie als Soße ein Hit

Eineinhalb Jahre später ist dieser Anfangsschock längst vergessen. Das von alteingesessenen Regensburgern „Ganserl“ genannte Wirtshaus, das nach seiner Zeit als klassische bayerische Gaststube auch schon Feinschmecker-Tempel und japanisches Restaurant war, hat sich als „Inder“ etabliert. Das Chaska selbst hat sich Namenszusatz „Street Kitchen“ verpasst, und das bedeutet: Die Küche ist unprätentiös, aber dennoch raffiniert.

Wir steigen dabei ganz klassisch mit einem fruchtig-frischen Mango-Lassi ein und nehmen dazu zweierlei Vorspeisen: Paneer Pakora ist ein fester Käse, knusprig frittiert in einem Mantel aus Kichererbsenmehl, bei Chicken 65 sind Hähnchenstücke mit einer würzigen Masala-Soße aus Tomaten und Gewürzen wie Koriander und Kümmel mariniert. Das gibt dem Fleisch eine ungewöhnlich hellrote Färbung – und vor allem einen hervorragenden Geschmack. Die drei zusätzlich gereichten Chutneys machen die Vorspeisen noch variantenreicher.

Die Komplimente hängen an der Wand

Beim Hauptgang geht der Genuss ohne Qualitätsverlust weiter. Hinter dem Namen „Buna Gosht“ verbirgt sich zart gebratenes Lammfleisch in kräftiger Soße mit Tomaten und Röstzwieblen, bei „Jal Ki Rani“ wird der stattliche Butterfisch mit Kirschtomaten, Roten Zwiebeln, Grünen Bohnen, Basmati-Reis und wiederum in Masala-Soße serviert und ist einfach nur ein Gedicht.

Weil die Portionen groß sind, reicht eine Nachspeise für zwei. Wir schließen den Kreis mit Vanilleeis in Mangocreme. Dabei fällt uns auf, dass an der Wand ein langes Regal mit zahllosen kleinen Holztäfelchen hängt. Darauf haben die Gäste Komplimente wie „Sehr gutes Essen“, „Nette Leute“ oder „Best Indian Food“ geschrieben. Wir schließen uns vollinhaltlich an!

Ein Gasthaus

Adresse: Werftstraße 3, 93059 Regensburg

Öffnungszeiten: Das Caska ist Sonntag und Montag von 12 bis 21.45 Uhr, Dienstag bis Freitag von 11 bis 14 Uhr und 17 bis 23 Uhr sowie Samstag von 12 bis 23 Uhr geöffnet.

Weitere Infos: Im Sommer steht zusätzlich zu den beiden Gasträumen ein kleiner Biergarten mit Altstadtblick zur Verfügung.

Preise: Alkoholfreie Getränke starten bei 3,90 Euro für den halben Liter, die Halbe Bier kostet 4,80 Euro. Vorspeisen beginnen bei 2,90 Euro, Hauptgerichte bei 10,90 Euro.

„Ein Gasthaus“ – das ist, liebe Leser, eine Momentaufnahme. Die Beschreibung eines Essens, die – meist – genießerische Erinnerung an Geschmack und Atmosphäre. Eine subjektive Sache also.