Verleitet die neue Verkehrsberuhigung in Regensburg zum Rasen?

Von Heike Haala · 3. Dezember 2025 um 09:00

Mehr Sicherheit und besserer Verkehrsfluss, insbesondere für Busse – das hatte die Stadt Regensburg den Anwohnern in der Wöhrdstraße auf einem Flyer versprochen, bevor sie dort vor einigen Wochen Parkplätze strich und einen Radfahrschutzstreifen markierte. Jetzt sagt Anwohner Raimund Schinhammer: So, wie die Verwaltung sich das vorstellt, funktioniert es nicht.

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Die Maßnahme am Unteren Wöhrd ist eines von drei Teilprojekten, mit denen die Stadt in diesem Herbst den Aufschlag für die Verkehrsberuhigung in der Altstadt machte. Weiterhin wurden in der Thundorferstraße Parkplätze gestrichen und eine Radspur eingerichtet. Zudem gibt es am St.-Petersweg nun einen Radfahrstreifen in Richtung Osten.

Tempo 30 gilt weiter

Über die Maßnahme am Unteren Wöhrd sagt Anwohner Schinhammer nun, dass mit den parkenden Autos ein natürliches Hindernis weggefallen sei. Ja, der Verkehr könne nun wirklich ohne Einschränkungen fließen. Mit Blick auf die weiterhin geltende Geschwindigkeitsbegrenzung moniert er aber auch: „Die fahren zu 99 Prozent schneller als 30 Stundenkilometer.“

Die Folgen bekomme er in Form von Vibrationen zu spüren, die sich bis in seine Wohnung fortsetzten – insbesondere, wenn Busse das Wohnhaus passierten. Dann höre Schinhammer die Gläser in seinem Vitrinenschrank scheppern. Sitze er auf dem Sofa, spüre er die Schwingungen ebenfalls. Hinzu komme, dass sich der Geräuschpegel in der Wohnung erhöht habe. „Das hat sich verstärkt. Das kann man nicht mehr überhören“, sagt der Anwohner. Zudem empfinde Schinhammer es nun als gefährlicher, über die Straße zu gehen. Mehr Sicherheit, wie auf dem Flyer der Stadt angekündigt, aber sehe er für sich nicht. „Das ist widersprüchlich“, erklärt er. Weiterhin funktioniere das mit der Lieferzone nicht, an der die Anwohner für kurze Zeit zum Be- und Entladen ihrer Autos halten können: „Diese drei Plätze sind grundsätzlich belegt“, berichtet Schinhammer.

Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, gibt auf Nachfrage Auskunft, dass die Stadt in dem Bereich bereits eine Messstelle betreibe, die Beanstandungsquote dort bislang aber niedrig gewesen sei. „Aufgrund der neuen Situation hat die Stadt am 13. und 17. November Messungen durchgeführt“, sagt sie. Die Aufnahmen müssten nun aber erst noch ausgewertet werden. „Sollte sich herausstellen, dass die vorgegebene Geschwindigkeit nicht eingehalten wird, wird der Kontrolldruck erhöht“, kündigt die Pressesprecherin an.

Weitere Maßnahmen geplant

Auch die nächste Maßnahme im Zuge der Verkehrsberuhigung der Altstadt steht schon fest. Laut Katrin Butz von der städtischen Pressestelle ist vorgesehen, die Packstationen auf dem Oberen und Unteren Wöhrd sowie in Stadtamhof auszubauen. Dies soll den Lieferverkehr in der Altstadt reduzieren.

Die weiteren Teilprojekte benötigen ihrer Auskunft zufolge einen größeren Planungs-, Organisations- und Finanzierungsvorlauf – auch der reibungslosen Umsetzung wegen. „Die entsprechenden Abstimmungen und Planungen laufen aktuell verwaltungsintern“, sagt Butz.