118 Meter hohe Kräne prägen nun Schwandorfs Stadtbild– Modernisierung im Müllkraftwerk

118 Meter ist er hoch und damit weithin sichtbar: Seit dem Wochenende steht auf dem Gelände des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS) einer der Kräne, die das Stadtbild der Großen Kreisstadt in den kommenden Jahren prägen werden. Die Aufbauarbeiten der Anlagen sind gleichzeitig auch ein Meilenstein: Denn damit geht die groß angelegte Modernisierung des Müllkraftwerks in die nächste, entscheidende Phase.
Notwendig sind die gigantischen Kräne, weil der ZMS nach mehr als 40 Betriebsjahren die Ofenlinien seines Müllkraftwerks erneuern will. Getauft wurde dieses Großprojekt, das bereits im Jahr 2021 gestartet ist, auf den Namen Triphönix. Zunächst wurde die Ofenlinie 4 ertüchtigt, um maximalen Durchsatz sicherstellen zu können. Im weiteren Verlauf sollen die Ofenlinien 1 bis 3 durch zwei neue, leistungsfähigere, Kessel ersetzt werden.

Kabine auf 55 Metern Höhe
„Wir bauen diese Kräne auf, damit wir einerseits beim Abbruch die großen Teile über die anderen Gebäude hinweg herausheben können. Andererseits müssen wir dann bei der Montage die Teile wieder einheben“, erklärt Konrad Rieger, Technischer Leiter beim ZMS und verantwortlich für das Projekt Triphönix.

Diese Teile, wie zum Beispiel Kesseltrommeln, sind derart groß und schwer, dass es dazu Kräne mit außergewöhnlichen Dimensionen braucht. Der Kranführer gelangt über eine Leiter in die Kabine, die sich auf einer Höhe von 55 Metern befindet. Die Gesamthöhe des Krans beträgt 118 Meter, bei hochgestelltem Ausleger sogar 130 Meter. Der Ausleger selbst kann bis auf 75 Meter ausgefahren werden. Dabei können Lasten bis zu 64 Tonnen bewegt werden.
„Doch schon lange bevor die Kräne angeliefert wurden, liefen vorbereitende Maßnahmen“, wie der stellvertretende Geschäftsleiter Franz Grabinger vor Ort verrät. Solche Großbaukräne können nicht einfach auf einer Asphaltfläche abgestellt werden. Sie benötigen massive, statisch exakt berechnete Betonfundamente. Die Befestigungsanker sind darin fest vergossen.

Umfangreiche Vorarbeiten
Vor der Fertigung dieser Fundamente sind laut ZMS Kanal- und Wasserleitungen sowie eine Gasleitung umverlegt oder zumindest gesichert worden. Nach diesen Arbeiten habe man im Juli 2025 mit der Vorbereitung der Fundamente selbst begonnen. Für Grabinger ist die Aufstellung der Kräne auch ein emotionaler Moment. Nach all den Vorarbeiten werde jetzt sichtbar, dass nun etwas passiere und die nächste Projektphase eingeläutet werde. Viele Arbeitsschritte seien dagegen von außen nicht sichtbar. „So ist zum Beispiel eigens ein Kabelkoordinator am Werk“, sagt Grabinger. Rund 2500 Kabel sind laut ZMS schon umverlegt worden.
Zuständig für den Aufbau der Kräne ist Domenik Meyer vom Unternehmen BBL Baumaschinen aus Friedrichsthal im Saarland. Der Richtmeister ist zufrieden mit dem Zeitplan. „Kran eins haben wir am Sonntag fertiggestellt“, sagt er. Nun stünden noch einige Feinarbeiten an. Beispielsweise werde noch eine Lastprobe gemacht, sämtliche Einstellungen vorgenommen, und auch die TÜV-Abnahme sei diese Woche noch geplant.
Am Montag hat der Aufbau des zweiten Krans begonnen. Die ersten zwei Türme, wie es die Fachleute nennen, wurden gestellt und verschraubt. Am Dienstag geht es weiter.
Die Kräne sollen das Großprojekt bis zur Fertigstellung begleiten. Der erste neue Verbrennungskessel soll etwa 2028 den Betrieb aufnehmen, der zweite drei Jahre später.