Trotz neuer Ideen für das Gebäude: Der Betrieb im Hotel Wiendl in Regensburg geht weiter

Von Heike Haala · 28. November 2025 um 19:00

Erstkommunion, Geburtstagsfeiern, unzählige Treffen der Regensburger SPD – ob Fraktion, Stadtverband oder Ortsverein: Wer in Kumpfmühl eine größere Gesellschaft zusammentrommeln will, geht dazu ins Hotel Wiendl. Generationen ist das schon so. Seit einiger Zeit aber gibt es auch Gerüchte, dass sich die Betreiber zurückziehen wollen. Jetzt machen sie einen ersten Aufschlag für die Zukunft des Gebäudes.

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In der kommenden Woche soll sich der Gestaltungsbeirat mit einem Vorentwurf für das Haus auseinandersetzen, in dem der Familienbetrieb untergebracht ist. Dem laut städtischer Homepage unabhängigen Gremium, das die Stadt in architektonischen und stadtgestalterischen Fragen bei öffentlichen und privaten Bauvorhaben von besonderer städtebaulicher Bedeutung berät, sollen Pläne für eine Nutzungsänderung, einen Umbau und eine Erweiterung vorgelegt werden. Zudem ist der von der Stadt am Donnerstag versandten Tagesordnung zu entnehmen, dass das Gebäude in Zukunft nicht mehr als Hotel, sondern als Wohnbau genutzt werden könnte.

Haus soll erhalten werden

Man könne noch nichts sagen, lässt Hotel-Betreiberin Elfriede Czogalla über ihre Beraterin Petra Zimmerer ausrichten. Das, was die Architekturwächter am Donnerstag besprechen sollen, sei ein erster Entwurf. „Der Betrieb im Hotel und im Restaurant läuft weiter“, betont Zimmerer. Daran werde sich auch nichts ändern, bis die Pläne fertig sind. Mehr könne sie vor der Sitzung des Gestaltungsbeirats aber nicht über die Entwürfe verraten. „Das Gebäude soll erhalten werden“, sagt Zimmerer noch.

Stammgästen würde damit zumindest der Anblick des vertrauten Gebäudes erhalten bleiben. Einer, der schon oft im Hotel Wiendl war und der die Ideen der Betreiber für die Zukunft des Hauses bereits kennt, ist Alexander Irmisch, Stadtverbandsvorsitzender der SPD. Das Hotel fungierte Jahrzehnte als der Treffpunkt der Regensburger Genossen schlechthin. Seit einiger Zeit habe der sich laut Irmisch nun aber schon verlagert. Nachdem die Fraktion im Stadtrat nicht mehr so groß ist, könnten die Sitzungen in deren Büro stattfinden. Treffen für die gesamte Partei dagegen seien inzwischen schon etliche Male im Gewerkschaftshaus abgehalten worden.

Irmisch blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf diese Entwicklung. Sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden, würde der Partei eine gute Möglichkeit für ihre Veranstaltungen flöten gehen. „Ich habe mich dort immer wohl gefühlt“, sagt er. Aber natürlich begrüße er es auch, wenn neuer Wohnraum entsteht.

Hotel prägt Stadtteil

Der Chef der Regensburger SPD kommt aber auch noch auf ein anderes Problem zu sprechen, das die Bedeutung des Hotels deutlich macht und die gesamte Stadt betrifft: „Es gibt in Regensburg kaum noch Gastronomie mit Nebenräumen, die kostengünstig zu haben sind.“ Der Erhalt des Gebäudes würde einem Wunsch des Architekturkreises entsprechen. Der Verein, der sich selbst zum Ziel gesetzt hat, zeitgemäße und qualitätsvolle Architektur sowie eine zukunftsorientierte Stadt- und Umweltplanung in der Stadt und der Region zu fördern, pocht seit knapp zwei Jahren auf eine neue Umbaukultur in Regensburg.

Die Weiternutzung des Gebäudebestands und dessen Umbau sind künftig essenzielle Bausteine einer zukunftsorientierten, sozial und ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklungaus dem Positionspapier des Architekturkreises

„Die Weiternutzung des Gebäudebestands und dessen Umbau sind künftig essenzielle Bausteine einer zukunftsorientierten, sozial und ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklung“, heißt es im Positionspapier. Darin ist auch das Hotel Wiendl bereits Thema. Es stelle einen identitätsprägenden Faktor im Straßenraum der Universitätsstraße dar, erklären die Mitglieder des Architekturkreises. Der Gestaltungsbeirat der Stadt habe bereits angeregt, die Bestandsgebäude zu erhalten und für die Wohnnutzung umzubauen, heißt es in dem Schreiben aus dem Januar 2024. „Die Investoren und die Stadt Regensburg werden ermutigt, diesem Vorschlag zu folgen und damit ein im Sinne der Umbaukultur beispielgebendes Projekt zu entwickeln“, ist weiterhin darin zu lesen.