Im Schorndorfer Garten sind die Igel los: Wildkamera von Gerfried Elias hält die Tiere fest

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was sich nachts in Ihrem Garten alles so abspielt; wer oder was dort im vermeintlich Verborgenen umherschleicht? Das Ehepaar Martina und Gerfried Elias aus Schorndorf wollte dieser Sache auf den Grund gehen, nachdem ihr Jagdhund Arpad abends wie nachts Geräusche wahrgenommen und darauf angeschlagen hat. Schnell stellten sie fest, dass sich in ihrem Garten nicht nur ein Igel tummelt. Seither hält das Ehepaar die Bewegungen auf einer Wildkamera fest – und hat viel Freude daran.
Anfang Oktober habe alles angefangen. Um etwa halb zehn Uhr abends sei Hund Arpad unruhig geworden. Er hält sich vor der Terrassentür auf, möchte raus in den Garten, weil er dort scheinbar etwas gehört hat. Martina (69) und Gerfried (72) schauen nach: Auf der Terrasse sitzt ein kleiner Igel. Wenige Tage später erschnüffelt Arpad, wo die Igel übernachten: Unter einem Stein im Garten, der von viel Laub umgeben ist.
Martina habe daraufhin angefangen, einen Wasser- und einen Futterteller für die Tierchen bereitzustellen. Die Mahlzeit: Hunde-Trockenfutter. Bei der Nahrungsquelle habe Gerfried auch seine Wildkamera aufgestellt. „Ich wollte wissen, was sich da nachts so alles abspielt“, sagt er.

Hier ist ganz schön was los
Anfangs habe die Kamera, sobald sie eine Bewegung erkannt hat, alle zehn Sekunden ausgelöst – und gezeigt, dass hier ganz schön was lost ist. „In einer Nacht waren es 500 Bilder“, sagt Gerfried und lacht. Später habe er das Intervall auf eine Minute geändert und 200 Bilder aus einer Nacht erhalten.
Über die Zeitstempel auf den Fotos hätten Gerfried und Martina einiges über das Verhalten der Igel erfahren. „Die Igel kommen so gegen 17.30 Uhr, dann, wenn es finster ist, und bleiben bis 5 oder 6 Uhr am Morgen“, sagt Gerfried.

Die Frage, ob die Igel nachts durch den Garten „wuseln“ oder sich auch mal in ihr Quartier unter dem Stein zurückziehen, konnte ebenfalls durch die Wildkamera beantwortet werden. Wie Gerfried erzählt, habe er das Gerät vor dem Unterschlupf der Tiere platziert. Die Fotos hätten gezeigt, dass die Igel nachts etwa drei- bis viermal unter dem Stein hervorkriechen und sich wieder dorthin zurückziehen.


Anfangs hätte das Ehepaar Elias, die nach eigener Aussage unter anderem Mitglied beim Naturschutzbund und beim Landesbund für Vogelschutz sind, vier der stachligen Säugetiere im Garten beobachtet. „Igel sind Einzelgänger, wir waren überrascht darüber, dass es vier waren“, sagt Gerfried. Einer davon – ein „dicker fetter“, wie Martina sagt, – tauche aber mittlerweile nicht mehr auf. Nun seien es meist zwei kleine Igelchen, die immer mal wieder von einem dritten Genossen begleitet werden, sagt sie. Nachdem Martina die, wie sie sagt, „kleinen Scheißerchen“ gesehen hat, habe sie zusätzlich pures Rührei für die Igelchen zubereitet. „Unser Ziel ist es, die Tiere winterfit zu machen“, sind sich Gerfried und Martina einig.
Viel Freude daran
Und dabei hat das Ehepaar nach eigener Aussage auch noch jede Menge Spaß. „Es macht uns Freude, zu entdecken, was die so alles treiben“, sagt Gerfried, und Martina fügt an: „Wenn man sie mit der Taschenlampe anleuchtet, hauen sie ab. Sie sind sehr flink. Es ist echt lustig, was die für lange Haxln haben.“
Nicht nur Nahrung bekommen die Igel vom Ehepaar Elias. Gerfried hat den Tieren auch ein Häuschen und einen Unterstand beim Futterteller gebaut. „Den Igeln scheint’s zu gefallen und sie können jetzt im Trockenen speisen“, sagt der 72-Jährige.


Wenn die stacheligen Besucher dann satt sind und sich wieder verkriechen, kommt die Maus und schaut nach, ob noch ein paar Krümel für sie übrig geblieben sind.



