Treams XXL-Heimspiel: Schwandorfer Schlagerrapper bringt die Donau-Arena zum Glühen

Der Schwandorfer Schlagerrapper Tream ist auf Erfolgskurs: Mehr als 130.000 Tickets verkaufte er auf seiner Tour im vergangenen Jahr. Für sein Konzert in Regensburg hat er sich einiges einfallen lassen: und die Donau-Arena zum Glühen gebracht.
Mehr als 130.000 verkaufte Tickets bei der Konzertserie „Biergarnitour“ 2024: Die Zahlen von Schlagerrapper Tream lassen viele etablierte Künstler vor Neid erblassen. Tream, 1998 als Timo Grabinger geboren, stammt aus dem Schwandorfer Ortsteil Büchelkühn. Seine Alben wurden mehrfach mit Gold und sogar Platin ausgezeichnet. Am 22. November startete er in Zürich seine „BrotzeiTour“, die bereits zwei Tage später das Heimspiel in der Donau-Arena parat hielt.
Für die seit Monaten ausverkaufte Halle ließ sich Tream viel einfallen. Das Ausnahmetalent, das seine Musik fast ausnahmslos selbst schreibt, produziert, arrangiert – und zeichnet außerdem für die Bühnenshow hauptverantwortlich. Und die war spektakulär.
Keine Musik aus der Konserve
Die Fans wurden aufgewärmt von einer Partyband und von DJ Michael B., der den Abend als „besten Montag des Jahres“ ankündigte. Für die Fans versprach er damit nicht zu viel. Auf der Großleinwand lief ein Video über die Suche nach der vermissten Kuh „Evy“ – eine Art roter Faden des Abends. Tream eröffnete die Show auf einem funkensprühenden Moped zum Song „50 ccm“. Nicht etwa Musik aus der Konserve: Gitarrist, Schlagzeuger, Bläser, Bassist, zwei Sängerinnen und ein Sänger unterstützten Tream live.
Wer zu den Hits auf den Auftritt prominenter Co-Stars wie Finch oder Mia Julia gehofft hatte, wurde enttäuscht. Dafür hatte Tream seine persönlichen VIPs mitgebracht: seinen Papa und seine Oma. Im Nachgang nannte der Künstler die Szene in den sozialen Medien den „schönsten Moment des Jahres“. Die Fans waren gerührt, Tränen flossen. Tream erzählte, in seinem Leben habe früher alles höher, weiter, schneller sein müssen, aber: Familie sei das mit Abstand Wichtigste. Eine gute Message. Andere Ansagen von Tream, der sich selbst als Dorfkind bezeichnet, fielen etwas mau aus. Da ist noch Entwicklungspotenzial.
Brennendes Piano, Rakete, pompöse Bunsenbrenner
Kaum Steigerungsmöglichkeiten dagegen gab es für die Show. Bühnenbild und Effekte waren ganz großes Kino. Auch wenn die Armada an Nightliner-Bussen und Trucks vor der Donau-Arena suggerierten, dass bei jedem Auftritt der „BrotzeiTour“ eine große Show präsentiert wird, so hatte man doch den Eindruck, dass Tream sein Heimspiel in der Oberpfälzer Hauptstadt Regensburg auf ganz besondere Art zelebrierte.
Ein brennendes Piano bei einer ruhigen Version des Songs „Goldmarie“, eine Rakete, pompöse Bunsenbrenner im Arena-Rund, ein überdimensionaler Kopf der Kuh „Evy“, zwei Sprechpuppen mit Familientouch, die angelehnt waren an die beiden Grantler-Opis der Muppets, Waldorf und Statler, und vieles mehr: Es war beeindruckend, was Tream und Team aufboten.
Die Hits des Schlagerrappers wie „Zelten auf Kies“ oder der Titel „Liebe auf der Rückbank“, eine der Zugaben, fehlten so wenig wie das Weizen-Glas und die aus Videos bekannte Kippe im Mund. Die Fans waren hingerissen und dürften in freudiger Erwartung sein: Tream kündigte für 2026 nicht nur ein eigenes Weißbier an, sondern auch einen Auftritt beim Open-Air am Jahnstadion am 10. Juli. Die Karten sind sicher wieder schnell vergriffen.