Gute Nachrichten für Berchings Jugendtreff, schlechte für die Kulturfabrik

Von Bernhard Neumayer · 25. November 2025 um 05:00

Ende Oktober hat die Stadt Berching die Kulturfabrik wegen Sicherheitsmängeln gesperrt. In dem Gebäude befindet sich auch der Jugendtreff, der laut Bürgermeister bald wieder öffnen soll. Problematischer sieht Ludwig Eisenreich die Zukunft der Kulturfabrik.

Wie Bürgermeister Ludwig Eisenreich auf Nachfrage berichtet, soll der Jugendtreff voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche (erste Dezember-Woche) wieder nutzbar sein. Die Zukunft der anderen Räume in der Kulturfabrik ist aber weiter offen.

Zur Erinnerung: Die Stadt hat das komplette Gebäude für Nutzer gesperrt, weil die Stromverteilung ohne Absicherung durch Fehlerstromschutzschalter aufgebaut sei. Der Jugendtreff hat nach Angaben von Eisenreich aber einen separaten Stromkreislauf. Dort müssten nur noch ein paar Elektromontage-Arbeiten erledigt werden. Dann könne der Jugendtreff wieder öffnen.

Wir können von großem Glück sagen, dass die letzten Jahre nichts passiert ist.Bürgermeister Ludwig Eisenreich

Ein langes Kabel zum Verteiler beziehungsweise zum Zähler sei bereits verlegt worden. Zusätzlich müsse der Weg zu den Toiletten ausgeleuchtet werden. „Dazu werden Anfang nächster Woche einige Lampen installiert“, teilt der Bürgermeister mit. Die Lampen seien bereits bestellt, sie sollen Mitte der Woche montiert werden, sodass „voraussichtlich mit einer Wiedereröffnung des Jugendtreffs Ende der nächsten Woche“ zu rechnen sei. Der Jugendtreff könne gefahrlos mit Strom versorgt werden.

In der Kulturfabrik Berching proben unter anderem Theaterverein und Musiker. - Foto: Bernhard Neumayer

In der restlichen Kulturfabrik sieht die Lage anders aus. Eisenreich betont, dass dort nach wie vor Lebensgefahr durch einen Stromschlag bestehe: „Wir können von großem Glück sagen, dass die letzten Jahre nichts passiert ist.“

Teilweise liegen Anschlüsse frei, sagt Eisenreich. Etliche Leitungen seien unfachmännisch durch Vereine installiert worden. „Da wurden Stromleitungen umgebaut in unserem städtischen Gebäude ohne unsere Zustimmung“, sagt der Bürgermeister.

Alle Nutzer haben gewusst, dass die Nutzung der Kulturfabrik endlich ist.Bürgermeister Ludwig Eisenreich

Neben den Elektroleitungen seien Fluchtwege „durch allerlei Gerümpel durch verschiedene Betreiber“ zugestellt. Ebenso lagere eine „Unmenge an erheblicher Brandlast im Fundus des Kulturförderkreises“, sagt Eisenreich. Er weist zudem darauf hin, dass für die Nutzung der Kulturfabrik keine baurechtliche Genehmigung vorliege. Das Landratsamt dulde den Betrieb dort nur, wie Michael Gottschalk vom Landratsamt bestätigt.

„Alle Nutzer haben gewusst, dass die Nutzung der Kulturfabrik endlich ist“, sagt Eisenreich. Manche haben kurzfristig Übergangslösungen gefunden. Eine zukünftige Bleibe sei nicht alleinige Aufgabe der Stadt, sondern der jeweiligen Gruppen und Vereine, betont der Bürgermeister.

Stadtrat soll über Zukunft der Kulturfabrik entscheiden

Weil ein Termin mit dem TÜV-Prüfer wegen der Elektrik „dieses Jahr schwer bis kaum möglich“ sei, habe die Stadt Kontakt mit einem Elektroplaner aufgenommen. Er soll in den nächsten Wochen ein Arbeitspapier erstellen, um weitere Schritte zu planen. „So viel kann der Planer aber jetzt schon sagen: Der Bestand der Elektroleitungen ist aufgrund des Alters nicht mehr brauchbar und müsste erneuert werden“, sagt Eisenreich.

Den Aufwand soll der Planer nun beziffern, sodass der Stadtrat eine politische Entscheidung treffen kann beziehungsweise muss, skizziert der Bürgermeister den Fahrplan. „Wir sollten uns dann gemeinsam zusammensetzen und eine Lösung beraten und beschließen.“