Regensburger Geschäftsleute entsetzt über Poller-Sperren am Neupfarrplatz

Von Christian Eckl · 23. November 2025 um 19:00

Anwohner und Geschäftsleute rund um den Neupfarrplatz in Regensburg wurden nach eigenen Angaben nicht über die über die massiven Poller-Sperren am Christkindlmarkt informiert. Die Betreiberin des Münchner Hofs fordert nun, dass städtische Mitarbeiter an den Ketten stehen, um diese für Gäste und den Lieferverkehr zu öffnen. Sie sagt: „Wenn wir es selber machen, stelle ich der Stadt eine Rechnung.“

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Nein, sie sei ja vieles gewohnt, aber das ist ihr auch noch nicht passiert: „Die haben uns einfach vergessen“, sagt Kathrin Fuchshuber. „Und das, obwohl wir die Party bezahlen!“ Die Chefin des Hotels Münchner Hof am Neupfarrplatz hat durch Zufall erfahren, dass ihr Hotel derzeit faktisch nicht anfahrbar ist. „Ich saß an der Rezeption, als eine benachbarte Händlerin aus der Tändlergasse ins Hotel stürmte und mich fragte: Weißt Du, was da gerade am Neupfarrplatz aufgebaut wird?“ Sie antwortete, ja natürlich, der Christkindlmarkt. „Ja, aber die sperren uns hier ein!“, rief die Händlerin.

Poller am Neupfarrplatz sorgen für Kritik

Ungläubig ging Fuchshuber daraufhin am Samstag auf den Neupfarrplatz, um tatsächlich etwas zu entdecken, was sie nicht glauben konnte.

„Die haben da Poller hingemacht, ohne uns Bescheid zu sagen, und haben uns damit die Zufahrt abgeschnitten!“ Für die CSU-Stadträtin war klar: Da ist was gehörig schief gelaufen. „Ich habe daraufhin mit dem Rathaus telefoniert und heraus kam, dass die Poller Teil des neuen Sicherheitskonzepts sind.“ Vergessen habe man dabei aber, Anwohner, Geschäftsleute und Hotels zu informieren. Die beiden Poller sind mit einer Kette versehen. Klar ist, dass diese Maßnahme nachvollziehbar ist nach dem schrecklichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Das sieht auch sie so.

In Regensburg brodelt es

„Aber wir müssen doch unsere Gäste informieren, die kommen oft am Vormittag mit dem Auto angefahren, manche sind auf einen Rollator angewiesen.“ Fuchshuber erklärt, dass die Ketten mit einem Zahlencode versehen sind. „Mir wurde dann mitgeteilt, dass die Kette zwischen 10 und 22 Uhr geschlossen sein soll.“ Für sie und ihre Gäste sei das eine Katastrophe. Aber auch für die Lieferanten, die Waren in die Geschäfte bringen sollen. „Am Samstag hat ein Spaßvogel die Kette auch einfach zugemacht, obwohl der Christkindlmarkt ja noch gar nicht begonnen hat.“ Dabei, so sagt die Stadträtin, sei die Stadt doch „sonst immer ganz groß damit, irgendwelche Gesprächsformate anzubieten“. In diesem Fall sei das für sie ein „Kommunikationsversagen, anders kann ich es nicht ausdrücken.“

Fuchshuber fordert nun, dass die Stadt nicht nur die Information für die Anlieger nachholt. „Wenn diese Kette mit einem Zahlencode zu öffnen ist, dann muss dort immer jemand stehen, beispielsweise ein Security-Mann, der die Kette auch öffnet für Gäste.“ Denn ihren Hotelgästen könne und wolle sie das nicht zumuten, abgesehen davon, dass die Weitergabe des Zahlencodes ja wiederum ein Sicherheitsrisiko darstellen würde. „Alternativ stelle ich jemanden ab, wobei unsere Mitarbeiter ja gar nicht zwölf Stunden am Stück arbeiten dürfen – ich bräuchte also zwei.“ Die Kosten dafür würde sie wiederum der Stadt in Rechnung stellen, denn „die verursachen ja das Problem“.

Sicher ist: Am Montagabend eröffnet der Christkindlmarkt. Ob noch Bewegung in die Kette kommt, wird sich dann zeigen.