Panzerschütze Hopp auf Nachtmarsch mit den Soldaten der Grundausbildung in Cham

Es ist kalt und es ist dunkel. So soll es sein. Die Grundausbildung der Chamer Panzerbrigade 12 ist auf Nachtmarsch zwischen Roding und Cham. Mittendrin der Panzerschütze Gerhard Hopp. Das ist es, was er wollte: Fünf Tage lang ohne Rang und Namen mit den Soldaten verbringen.
Nun ist er wieder Dr. Gerhard Hopp, der Landtagsabgeordnete der CSU. Und er ist jetzt schon sicher: „Das war unglaublich wertvoll für mich. Das werde ich wieder tun.“ Was bringt einen Abgeordneten dazu, fünf Tage mit Soldaten der Grundausbildung und bis hinauf zur Führungsebene zu verbringen? „Wir reden ständig über Bundeswehr, Verteidigung, Resilienz und Wehrpflicht – im Europaausschuss, im Parlament... Anfang 2025 habe ich beschlossen, dass ich das selber sehen will.“
Feind in den eigenen Reihen
Der Besuch brachte neben vielen positiven Erkenntnissen auch eine negative: Einer der größten Feinde der Bundeswehr bewegt sich ungehindert durch die eigenen Reihen: die Bürokratie. „Ja, es war nicht einfach, dort fünf Tage verbringen zu dürfen“, räumt Hopp auf Nachfrage ein. Es ist millimetergenau geregelt, was der Besucher darf und was nicht. Und lange war nicht klar, ob er überhaupt was darf. Irgendwann hatten es der Standortälteste Oberstleutnant Stefan Schönberger und Reservisten-Feldwebel Thomas Klapper dann doch regeln können: fünf Tage Praktikum als Panzerschütze im Charly-Zug der Grundausbildung. Gleich beim Einzug macht Hopp eine gute Figur: Bettenmachen kann er schon. Dann Einkleidung. Auch hier alles haarklein geregelt. Was kriegt wer und wie viel davon...
Dann geht es gleich ans Eingemachte. Trainingsübungen mit dem Sturmgewehr der Bundeswehr, dem G 36. Drill mit der Schutzmaske gegen atomare, biologische und chemische Angriffe. Später Nachttraining. Der Panzerschütze Hopp nimmt eine persönliche Erkenntnis mit: Gleitsichtbrillen-Träger sind nur bedingt nachtkampftauglich. Und dann sind 50 Soldaten auf engstem Raum im Dunkeln unterwegs. Nach der Pause die meistgestellte Frage: „Hast du meinen Rucksack?“ Hopp ist beeindruckt. „Die Ausbilder sind hochprofessionell. Da merkst du schnell, ob Handgriffe auch unter Druck funktionieren.“
Keiner bleibt zurück
Rückmarsch im Dunkeln von Roding in Richtung Cham. Alle sollen ankommen. Der Ausbilder macht Tempo. Die ersten Soldaten bleiben irgendwann zurück. Der ganze Zug macht kehrt, und dreht Runden um die ausgepumpten Kameraden, bis es weitergeht. Am Ende müssen manche gestützt werden. Doch bis zum erlösenden Eintreffen am Bus gilt die Maxime: Keiner bleibt zurück. Der Panzerschütze Hopp hat durchgehalten. Und da klingt bei dem 44-Jährigen schon etwas Stolz durch.
Der Panzerschütze Hopp hat Essen verteilt, Funkmasten aufgestellt, Leitungen verlegt, in Schützengräben gesessen und Grundausbildung gemacht. Er weiß nun auch, wie man die Bundesfahne hisst, abnimmt und zusammenlegt, so dass der Bundesadler in der Mitte ist.

Aber es gibt etwas, das ihm noch viel wertvoller ist: „Ich habe unzählige Gespräche geführt mit Soldaten. Ich habe gesehen, wie menschlich der General Hardt mit seinen Leuten umgeht und den Druck gefühlt, unter dem die Führungsebene steht. Und viele Soldaten haben mir gesagt, dass sie das Interesse der Politik an ihrem Dienst freut.“
Zeit, zu begreifen
Hopp selbst freut sich über die Rückmeldungen der Soldaten, aus denen die Wertschätzung der Chamer durchklingt. „Ein Soldat hat mir erzählt, dass ein älterer Mann sich bei ihm auf der Straße bedankt hat für seinen Dienst. Ein anderer, dass ein Bub an der Edeka-Kasse gefragt hat, wie man salutiert und ihn dann gegrüßt hat.“
Wir müssen den Bürgern klarmachen, dass sie die Bundeswehr brauchen, aber die Bundeswehr auch die BürgerGerhard Hopp, Panzerschütze auf Zeit
Nun ist der Abgeordnete zurückgekehrt in den Alltag und zu seiner Mission: „Wir müssen den Bürgern klarmachen, dass sie die Bundeswehr brauchen, aber die Bundeswehr auch die Bürger. Den Soldaten ist klar, dass Frieden und Freiheit den Dienst der Menschen brauchen. Die Menschen müssen nun auch begreifen, dass Bereitschaft Opfer fordern kann. Und dass das alles, was jetzt passiert, nur geschieht, um den Ernstfall zu verhindern.“